Okuvision als mögliche ambulante Therapie bei Retinitis pigmentosa Von Sandra Moqqadem

In seinem zweiten Referat stellte Thomas Stetter das Produkt "Okuvision" der gleichnamigen Reutlinger Firma vor, das für degenerative Erkrankungen der Netzhaut (Retinitis pigmentosa) entwickelt wurde.

Therapie zu Hause

Okuvision als eine der ersten ambulanten Therapiemöglichkeiten leitet schwache elektrische Impulse an die Netzhaut. Diese elektrische Reizung der Netzhaut kann helfen, die Sehkraft länger zu erhalten. Der Augenarzt ermittelt für jeden Patienten individuell die Stärke der elektrischen Reizung und legt diese fest. Die ermittelten Daten werden dann auf einem elektronischen Baustein abgespeichert, so dass der Patient nur die Elektroden anlegen und das Gerät einschalten muss. Die Netzhaut wird dann automatisch über die festgelegte Zeit mit der vorgegebenen Stärke elektrisch stimuliert. Das System besteht aus dem Gerät "OkuStim", das die Signale abgibt, über Tonsignale arbeitet und mit dem PC verbunden werden kann, dem "OkuSpex", einem brillenartigen Gestell für die "OkuEl", die Einmal-Elektrodenfaden, die auf die Bindehaut aufgesetzt werden. Zusätzlich werden Einmal-Klebeelektroden im Bereich der Schläfe angebracht. Das Verfahren mit den Elektroden ist sicher einigen Betroffenen durch das Netzhaut-ERG bekannt.

Okuvision darf nur nach ärztlicher Anweisung und vorheriger Einstellung durch den Augenarzt eingesetzt werden! Okuvision unterliegt der Verschreibungspflicht und darf nur auf ärztliche Verordnung hin an Patienten abgegeben werden! Es handelt sich um ein Medizinprodukt gemäß Klasse II a (93/42/EWG, Regel 9).

Wie kann ich mir Okuvision beschaffen?

Der Augenarzt verschreibt das Gerät. Mit diesem Rezept zur eigenen Therapie nach ärztlicher Vorschrift kann dann das Okuvision-Set gekauft werden. Der Augenarzt ermittelt dann mit dem Gerät die persönlichen Therapie-Einstellungen. Diese individuellen Daten werden auf einen mitgebrachten Mini-USB-Stick (Speicherbaustein) übertragen. Zu Hause werden unter Beachtung der Polung die Batterien in das Fach des "OkuStim"-Gerätes eingelegt. Die "OkuSpex"-Brille wird mit Hilfe einer zweiten Person angepasst. Der Mini-USB-Stick wird in den "OkuStim" eingelegt und die Netzhaut nach ärztlicher Anweisung stimuliert.

Der Augenarzt soll regelmäßig zur Kontrolle der richtigen Einstellungen und der Anwendung der Therapie konsultiert werden.

Weitere Informationen (externer Link): www.okuvision.de.

Das Okuvision-System ist nur für Betroffene von Retinitis pigmentosa ohne Syndrom geeignet, die noch einen Sehrest haben. Für alle anderen Arten von Netzhautdegenerationen ist die Verwendung nicht möglich.

Die meisten Augenoptiker oder Krankenkassen kennen dieses Produkt noch nicht, weil es erst seit wenigen Wochen auf dem Markt ist.

Okuvision kann dem RP-Betroffenen helfen. Um dieses herauszufinden, muss der Betroffene regelmäßig den Augenarzt seines Vertrauens konsultieren.

Zuletzt geändert am 19.12.2013 10:12