Neue Studie zu Stammzellentherapie für trockene AMD und Morbus Stargardt

Eine neue Studie zu einer Stammzellentherapie für trockene AMD und Morbus Stargardt startet in USA.

Im November 2010 stimmte die FDA (die Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung in Amerika) dem Antrag von Advanced Cell Technology Inc. zu, eine Stammzellentherapie an 12 freiwilligen Probanden zu testen.

Wie wir nun einer Meldung von Medilexikon International entnehmen, hat die Firma Advanced Cell Technology Inc. jetzt erklärt, dass im Rahmen einer klinischen Phase I/II Studie für trockene AMD und Stargardt die ersten zwei Patienten mit RPE (kurz für: Retinalem Pigmentepithel) gewonnen aus menschlichen embryonalen Stammzellen behandelt wurden.

Laut Dr. Steven Schwartz und Dr. Robert Lanza, den Leitern der Studie, waren die Eingriffe, die am Jules Stein Eye Institute in Kalifornien durchgeführt wurden, erfolgreich und beide Patienten sind wohl auf.

Studienablauf

Advanced Cell Technology Inc. sagt, dass beide Studienreihen je 12 Patienten beinhalten werden, die, in drei Gruppen aufgeteilt, mit jeweils ansteigender Dosierung behandelt werden.

Zwischen 50.000 und 200.000 gewonnener RPE-Zellen werden den Patienten jeweils ins Auge injiziert, und man hofft, dass diese neuen Zellen die durch Morbus Stargardt oder trockene AMD zerstörten ersetzen können.

Ziel der Studien

Hauptsächliches Ziel der Studien sei es zu belegen, dass sowohl die Transplantation als auch die Verträglichkeit der subretinal eingebrachten Stammzellen in einem Zeitraum von 12 Monaten völlig sicher ist.

Weiter heißt es, dass die Forscher auch untersuchen werden, ob die Stammzellen dazu beitragen, das Sehvermögen wieder zu verbessern, was in Tierversuchen mit Ratten in einem gewissen Umfang scheinbar festgestellt werden konnte.

Morbus Stargardt, trockene AMD und andere Formen von Makuladegenerationen sind derzeit generell nicht heilbar. Diese Krankheiten bedürfen dringend sicherer und effektiver Therapiemöglichkeiten, wird in der Meldung weiter festgestellt.

Dr. Robert Lanza sagt unter anderem, dass Stammzellen nicht nur Therapiemöglichkeiten für degenerative Makuladegenerationen bieten können, sondern für ein weites Feld von Erkrankungen, das von Diabetes bis hin zu Erkrankungen des Immunsystems reicht.

Kontroverse um die Stammzellforschung

Erwähnt wird auch, dass nach wie vor die embryonale Stammzellenforschung sehr kontrovers gesehen wird. Während viele Wissenschaftler glauben, dass diese künftig Anwendungen und Therapien für viele bisher nicht behandelbare Krankheiten bieten könnte, gibt es natürlich auch die Gruppe derer, die aus ethischen Gründen diesen Weg ablehnt. Auch gibt es von einigen Seiten nach wie vor Bedenken hinsichtlich der Sicherheit dieser Anwendung, die noch nicht ausreichend getestet sei, und entsprechend noch nicht am Menschen eingesetzt werden sollte.

Sie finden bei Interesse den englischen Originaltext der Meldung unter: Medical News Today.

Selbstverständlich werden auch wir, die Redaktion von PRO RETINA NEWS, versuchen, zu diesem Thema am Ball zu bleiben, und Sie auf dem laufenden zu halten.

Quelle: MediLexicon International Ltd

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Zuletzt geändert am 28.12.2013 13:12