„Makuladegeneration: Häufigkeit sinkt in USA“

So titelt eine Meldung vom Ärzteblatt Online am 11.01.2011.

Ergebnisse einer US-Studie

6,5 Prozent der US-Bürger über 40 Jahre haben eine altersabhängige Makuladegeneration (kurz: AMD). Damit ist die Häufigkeit dieser Augenerkrankung geringer als noch vor 15 Jahren, berichten Forscher aus Madison, die bei rund 5.500 Teilnehmern den Augenhintergrund fotografiert hatten.

In einer Studie aus den Jahren 1988 bis 1994 hatte die Prävalenz noch bei 9,4 Prozent gelegen.

Die Abnahme spiegelt den Forschern zufolge gesundheitliche Verbesserungen bei Rauchen, Ernährung, Bewegung und Blutdruck wider - alles Faktoren, die eine AMD fördern.

„Rauchen schadet den Augen“

Dies meldet passend dazu nun die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (kurz: DOG) dieser Tage.

Zigaretten und Gene führen zu Netzhauterkrankung AMD

In Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Menschen unter einer altersbedingten Makuladegeneration. Diese Netzhauterkrankung stellt heute in den Industrienationen die häufigste Ursache für Erblindung in der älteren Bevölkerung dar. Größter Risikofaktor ist das Rauchen. Auch genetische Anlagen, so zeigen aktuelle Studien, spielen eine erhebliche Rolle in Krankheitsentwicklung und -verlauf. Die DOG weist darauf hin, wie wichtig es ist, Patienten frühzeitig zu helfen, um Blindheit und Hilflosigkeit zu vermeiden.

Die Gefahr einer AMD nimmt im Alter zu

Während 15 Prozent der 65- bis 74-jährigen von einem Frühstadium betroffen sind, leiden bereits fast ein Drittel der über 85-jährigen an der Netzhautkrankheit. „Es ist zu vermuten, dass in etwa zehn Jahren über eine Million Deutsche an einem Spätstadium von AMD erkranken werden“, prognostiziert DOG-Pressesprecher Professor Dr. med. Christian Ohrloff. „Diesen Patienten drohen massive Einschränkungen der Lebensqualität und der vollständige Verlust des Augenlichts“, so der Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt am Main.

Der Krankheitsverlauf ist schleichend

Betroffene bemerken zunächst nichts von den gefährlichen Vorgängen im Auge. Weißlich-gelbe Ablagerungen in den Zellen, sogenannte Drusen, verändern Netz- und Aderhaut. Im besonders schweren Verlauf, der sogenannten "feuchten" AMD, dringen Gewebsflüssigkeit und Blut in die Netzhaut ein. Der Patient erlebt eine drastische Minderung der Sicht, bis hin zur Erblindung.

Raucher sind besonders gefährdet

Diese Risikogruppe verfügt in der Regel über einen ungünstigen Vitamin- und Spurenelementhaushalt. Zigarettenkonsum setzt sie zudem vermehrt freien Sauerstoffradikalen aus, die langfristig das Gewebe angreifen. Die DOG empfiehlt Augen­ärzten daher, Patienten bei ersten Krankheitsanzeichen zu einem sofortigen "Rauchstopp" zu ermutigen. Studienergebnisse zeigen, dass Vitamin A, C, E, Kupfer und Zink das Risiko, eine Spätform der Krankheit zu entwickeln, um 25 Prozent reduzieren können. Lutein und Zeaxanthin, die der Gruppe der Karotine angehören, wirken ebenfalls zellerhaltend. „Allerdings muss hier beachtet werden, dass eine unangemessene Dosierung dieser Mikronährstoffe das Krebsrisiko erhöhen kann - insbesondere bei Rauchern“, warnt DOG-Expertin Professor Dr. med. Gabriele Lang vom Universitätsklinikum Ulm. „Auch Zink sollten Patienten unbedingt in Absprache mit dem Arzt dosieren“.

AMD und erbliche Veranlagung

Zahlreiche aktuelle Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen einer Makuladegeneration und erblicher Veranlagung. Bestimmte Gene, die für Entzündungen verantwortlich sind, spielen dabei eine entscheidende Rolle. „Die Kenntnis genetischer Risikofaktoren könnte künftig dabei helfen, individuelle Krankheits­verläufe besser abzuschätzen und Risikogruppen zu identifizieren“, hofft die Augenärztin. Eine Wechselwirkung dieser genetischen Faktoren mit dem Rauchen führt zu einem deutlichen Anstieg des Erkrankungsrisikos.

Ziele künftiger Studien

„Da der demografische Wandel die Zahl der Betroffenen steigen lässt, wächst sowohl in der Forschung, als auch aus Sicht der Gesundheits­ökonomie das Interesse an Maßnahmen, die das Auftreten der Makuladegeneration verzögern oder sogar verhindern“, erläutert Ohrloff. Künftige Studien müssten Erkenntnisse hinsichtlich spezifischer umweltbedingter und genetischer Risiken und deren Wechselwirkungen erbringen.

Quellen:

  • Ärztezeitung Online
  • Pressemitteilung der DOG
  • M. Dietzel, A. Farwick, H.-W. Hense: Genetik und Risikofaktoren der exsudativen AMD. In: Der Ophtalmologe, 2010, Vol. 107: 1103-1108

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Zuletzt geändert am 31.12.2013 12:21