Tübingen: erstes Zentrum für Seltene Erkrankungen (auch Netzhauterkrankungen)

 Das Universitätsklinikum  und die Uni Tübingen gründen das bundesweit erste Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSE-Tübingen).

Ziel dieses Behandlungs- und Forschungszentrums ist es, Patienten mit seltenen Erkrankungen interdisziplinär und auf hohem Niveau zu versorgen und die Erforschung dieser Erkrankungen voran zu treiben, um für mehr seltene Erkrankungen Therapieoptionen zu entwickeln. Prof. Dr. Olaf Riess, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Genetik am Universitätsklinikum Tübingen und Sprecher des neuen Zentrums erklärte dazu: "Unsere Ziel ist es, mit dieser neuen Struktur richtungweisend für die Gründung weiterer Zentren in Deutschland zu sein."

Mit dabei ist auch die Augenheilkunde: das Zentrum für Seltene Augenerkrankungen (ZSA) beschäftigt sich mit erblichen Netzhautdegenerationen wie Zapfendystrophien, Zapfen/Stäbchendystrophien, dem Usher-Syndrom und Morbus Stargardt.
 
Das Tübinger Zentrum möchte für eine optimale Betreuung durch interdisziplinäre Spezialistenteams sorgen. Dafür soll die Zusammenarbeit der beteiligten Tübinger Kliniken und Institute so organisiert werden, dass einer qualitativ hochwertige Diagnose und Behandlung von seltenen Erkrankungen garantiert werden kann.

Die geringe Zahl von Patienten eines spezifischen Krankheitsbildes bringt eine Reihe von Problemen mit sich. Patienten können nicht adäquat versorgt werden, wenn eine korrekte Diagnose zu spät oder gar nicht erfolgen kann. Da die Erkrankungen oft mehrere Organsysteme betreffen, müssen Ärzte und Spezialisten unterschiedlicher Fachdisziplinen eng zusammen arbeiten. In vielen Fällen gibt es noch keine wirksame Therapie, denn je seltener die Erkrankung, desto schwieriger ist die systematische Erforschung. Aus diesem Grund ist eine enge Verzahnung der verschiedenen nationalen und internationalen Arbeitsgruppen bei den seltenen Erkrankungen besonders wichtig. Tübingen macht es sich zur Aufgabe, Grundlagen- und angewandte Forschung auf diesem Gebiet noch stärker zu bündeln, um einen schnellen Wissenstransfer in die klinische Anwendung und eine unmittelbare Einbeziehung von Patienten in frühe Therapiestudien zu ermöglich. Darüber hinaus ist der Aufbau eines Registers für seltene Erkrankungen und die Etablierung einer zentralen Biomaterialbank geplant.

 

Quellen: Ophthalmologische Nachrichten online, Universität Tübingen


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Zuletzt geändert am 28.12.2014 19:26