Altersabhängige Makula-Degeneration: Ihr Recht auf Behandlung

Patientinnen und Patienten mit der feuchten Form der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) müssen es nicht hinnehmen, wenn ihre Krankenkasse sich weigert, die Kosten für eine ärztlich verordnete und zugelassene Therapie zu übernehmen.

Patientenrechte

Eine steigende Zahl von Patientinnen und Patienten, die an der feuchten Form der Altersabhängigen Makula-Degeneration leiden, macht die Erfahrung, dass ihre Krankenkasse die Kostenübernahme für die Behandlung ablehnt und die Patienten auffordert, sich bei bestimmten "Vertragsärzten" behandeln zu lassen.

Akzeptieren Patienten diese Vorgabe, erhalten sie jedoch nicht die zugelassene Therapie, sondern werden mit einem Krebsmedikament behandelt, das für die Augenheilkunde keine Zulassung der Arzneimittelbehörden hat und das allenfalls im Rahmen klinischer Studien eingesetzt werden sollte. Dieser "off-label-use", der Einsatz eines Medikamentes außerhalb der zugelassenen Indikation, birgt Risiken: Regularien, die bei einem zugelassenen Medikament der Patientensicherheit dienen, greifen in solchen Fällen nicht.

Es ist daher wichtig, dass betroffene Patienten ihre Rechte kennen.

  1. Ihre Krankenkasse darf Ihnen die Übernahme der Kosten für ein Medikament nicht verweigern, wenn Ihr Augenarzt ein für die Behandlung zugelassenes Medikament verordnen will und Sie diese Behandlung wünschen.
  2. Sie haben das Recht auf freie Arztwahl. Sie müssen die Aufforderung Ihrer Krankenkasse, sich bei bestimmten Ärzten behandeln zu lassen, mit denen die Krankenkasse einen Vertrag abgeschlossen hat, nicht akzeptieren. Darum darf die Krankenkasse auch nicht mit dem Hinweis auf solche "Vertragsärzte" die Übernahme der Behandlungskosten mit einem zugelassenen Medikament ablehnen.
  3. Sie müssen es nicht akzeptieren, wenn ein Arzt Sie mit einem Medikament behandeln möchte. Sie können dann den Arzt wechseln und einen anderen Arzt konsultieren, der die Behandlung mit einem zugelassenen Medikament durchführt.
  4. Weder Ihre Krankenkasse noch ein Arzt darf Sie dahin gehend beeinflussen, sich gegen eine zugelassene Therapie zu entscheiden.
  5. Sie haben das Recht auf eine umfassende, eindeutige und klare Information über die Behandlung, um Ihre Entscheidung treffen zu können. Der Arzt muss Sie umfassend aufklären - vor allem hinsichtlich eventueller Risiken und Nebenwirkungen bei der Verwendung von Arzneimitteln außerhalb der Zulassung.

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Hintergrund

Weil die Injektionsbehandlung der feuchten AMD nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgelistet ist - Streit zwischen Krankenkassen und Ärzten über die Honorierung verhindert dies bislang - sind Patienten mit der feuchten Form der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) gezwungen, die Übernahme der Behandlungskosten bei ihrer Krankenkasse im Einzelfall zu beantragen.

Zahlreiche Krankenkassen lehnen in solchen Fällen die Kostenübernahme ab und versuchen, die Patienten zu anderen Ärzten umzuleiten, mit denen sie spezielle Verträge geschlossen haben. Diese Verträge sorgen dafür, dass die Ärzte ausschließlich ein nicht zugelassenes, aber kostengünstigeres Medikament einsetzen, das zwar als Krebsmedikament zugelassen ist, aber keine Zulassung für die Augenheilkunde hat. Dadurch spart die Krankenkasse und der Arzt profitiert in diesem Fall von einer höheren Vergütung. Allerdings informieren Krankenkassen und Ärzte die betroffenen Patienten über diese Zusammenhänge nicht.

Für die Behandlung der feuchten Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) stehen zwei zugelassene Medikamente zur Verfügung: Pegaptanib (Handelsname: Macugen) und Ranibizumab (Handelsname: Lucentis). Obwohl nicht zugelassen, wird auch das Krebsmedikament Bevacizumab (Handelsname: Avastin) eingesetzt, der mit Lucentis verwandt, aber nicht identisch ist.

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Zuletzt geändert am 04.07.2010 18:49