LHON - Lebersche Hereditäre Optikus-Neuropathie

Behandlung

Bis vor kurzem standen die Chancen schlecht, den Verlauf einer Leberschen Hereditären Optikus-Neuropathie (LHON) positiv zu beeinflussen. Seit Herbst 2015 gibt es Hoffnung für die Patienten. Ihnen steht nun mit Raxone® (Wirkstoff: Idebenon) ein Medikament zur Behandlung der LHON zur Verfügung – die erste und einzige zugelassene und erstattungsfähige Therapiemöglichkeit für Patienten mit erblichen Netzhauterkrankungen überhaupt.

Raxone® wirkt auf die Mitochondrien und soll dort die Energieproduktion in den Ganglienzellen wieder normalisieren und freie Radikale unschädlich machen. Der Wirkstoff gehört zur Familie der Chinone (Quinone). Er ist ein Analogon – also ein chemischer "Verwandter" – des natürlichen, körpereigenen Coenzyms Q10, das wichtige Funktionen im Energiestoffwechsel übernimmt. Für die Behandlung der LHON steht das Medikament in Tablettenform zur Verfügung. Diese werden über ein bis zwei Jahre dreimal täglich zwei Stück zu den Mahlzeiten genommen. Wenn sich unter einer ein- bis zweijährigen Therapie keine Besserung einstellt, sollte diese nicht weitergeführt werden.

Je früher LHON-Patienten die Behandlung beginnen, desto bessere Effekte sind zu erwarten. Einen garantierten Therapieerfolg gibt es allerdings nicht, denn nicht jeder Patient kann durch die Therapie seine Sehkraft verbessern oder einen weiteren Sehverlust verhindern. Studienergebnisse belegen jedoch messbare Behandlungserfolge, siehe auch Bericht "Therapiestudie mit Idebenone bei LHON" (externes Angebot). Im frühen Krankheitsstadium mit nur einem betroffenen Auge können viele Patienten durch die Behandlung wieder bis zu vier Zeilen mehr auf einer Buchstabentafel erkennen. Bei zwei erkrankten Augen ist immerhin noch ein Sehschärfegewinn von einer Zeile zu erwarten. Daher sollte diese Behandlungsmöglichkeiten bei LHON-Patienten durchaus in Erwägung gezogen werden.

Ernährung

Von einer ausgewogenen und nährstoffreichen Kost profitieren LHON-Patienten ganz besonders. Vor allem die Vitamine A, C und E sowie das Spurenelement Selen gelten als wirksame Fänger der zellschädigenden freien Radikale, die bei der Erkrankung eine Rolle spielen. Regelmäßige Portionen Obst und Gemüse, fettarme Milchprodukte, hochwertige Pflanzenöle sowie regelmäßige Fisch- und gelegentliche Fleischmahlzeiten sorgen dabei für eine gute Versorgung. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt eingenommen werden.

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Zuletzt geändert am 17.09.2016 13:29