Nachricht vom 14.09.2017Bedeutung und Nutzen der Selbsthilfe für das Gesundheitswesen

PRO RETINA verstärkt sich personell durch Herrn Dr. Alexander Wilke2>

Die gemeinschaftliche Selbsthilfe, ist ein zentraler Baustein im deutschen Gesundheitswesen. Sie repräsentiert die Menschen, die im Mittelpunkt des Gesundheitswesens stehen und stehen sollten, die Patienten.

Zwischen Gesundheitsreformen, neuen Gesetzen, Finanzierungsdiskussionen und wissenschaftlichen Diskussionen werden diese Stimmen oftmals überhört. Dabei wissen gerade die Patienten am besten, aus oftmals leidvoller Erfahrung, an welcher Stelle Optimierungsbedarfe bestehen, wo Sie auf Barrieren treffen, was alltägliche Nöte sind. Nicht nur von Krankheit betroffene Patienten, sondern auch deren Angehörige können Praxiserfahrung in die oftmals zu theoretischen Diskussionen einbringen.

Einen besonderen Platz unter den Patientenselbsthilfegruppen nehmen jene ein, die sich für Patienten mit Seltenen Erkrankungen einsetzen. Aufgrund der oft kleinen Patientenzahl und der eingeschränkten finanziellen Mittel, fällt es gerade ihnen schwer die nötige politische Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Patienten mit Seltenen Erkrankungen sind mit spezifischen Problemen der Versorgung konfrontiert, so lange Odysseen bis zur korrekten Diagnose, fehlende therapeutische Möglichkeiten sowie Kämpfe mit Kassen oder anderen Sozialversicherungsträgern.

PRO RETINA als Selbshilfeorganisation setzt sich seit 40 Jahren für Menschen mit Netzhauterkrankungen ein, und zwar sowohl bei seltenen wie auch bei häufigen Netzhauterkrankungen. Der Verein baut Brücken zwischen Patienten, Ärzten und Forschern.

Um Forschung noch gezielter fördern zu können, ist 1996 zusätzlich noch die PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit gegründet worden. Mit ihrer Hilfe werden Stiftungsprofessuren errichtet, Forschungspreise vergeben und viele weitere Förderinstrumente genutzt.

„Wir freuen uns sehr; dass Herr Alexander Wilke als gesundheitspolitischer Referent in Zukunft die wichtige Arbeit der PRO RETINA unterstützen wird“, sagt Franz Badura, Vorsitzender der gemeinnützigen Patientenorganisation.

alexander_wilke_quadrat.jpgAlexander Wilke

Herr Wilke unterstützt den Fachbereich Diagnose und Therapie unter Leitung von Dr. Frank Brunsmann und Dr. Claus Gehrig bei den vielfältigen Aufgaben.

„Ich möchte dabei helfen, die Nöte und Probleme der Betroffenen aus der Versorgungspraxis mit Lösungsvorschlägen zu untermauern und bei den gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern zu Gehör bringen. Dabei bleibt das Ziel, Versorgung aktiv mit zu gestalten, und die Lösungsvorschläge gemeinsam mit Ärzten, Kassen und allen relevanten Organisationen umzusetzen“, so Alexander Wilke zum Antritt seiner neuen Tätigkeit bei der PRO RETINA.

Der neue gesundheitspolitische Referent, Alexander Wilke, ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat zwei kleine Töchter. Nach dem Studium der Humanbiologie, der Gesundheitsökonomie und des Medizinrechts, arbeitet er zunächst viele Jahre in führenden Positionen bei verschieden Pharmaunternehmen in den Bereichen Medizin, Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik. 2013 gründete er das universitäre Institut für evidenzbasiertes Gesundheits-& Versorgungsmanagement I.f.G.V. Das Institut entwickelt seit nunmehr 4 Jahren Versorgungslösungen, beschäftigt sich mit der Analyse neuer medizinischer Innovationen, unterstützt Krankenkassen, Selbstverwaltung, Unternehmen und Kliniken bei der Implementierung innovativer Therapiekonzepte in den Versorgungsalltag. Das I.f.G.V. ist Kooperationsinstitut des BMBF und ist offizielles Zentrum für medizinische und medizinökonomische Translation.

Alexander Wilke, ist akkreditierter wissenschaftlicher Politikberater und arbeitet eng mit Politik, Selbstverwaltung und Krankenkassen zusammen. „Ich möchte die Erfahrung von nahezu 15 Jahren Gesundheitswissenschaft, aktiv in die PRO RETINA einbringen, und freue mich sehr auf diese Aufgabe. Das wichtigste Ziel meiner Tätigkeit, wird es sein, dem Verein zu helfen, die Stimme der Patienten mit Netzhauterkrankungen stärker in wichtige Bereiche des Gesundheitswesens zu tragen“ sagt Alexander Wilke.

Die Unterstützung durch Dr. Wilke soll u. a. folgende Bereiche betreffen: Nutzung von Versorgungsrealitätsdaten bei Nutzenbewertungsprozessen, Beschleunigung von Innovationsverfahren für neue therapeutische Ansätze, einfacheres Einzelfallkostenmanagement, aktive Mitgestaltung der gesundheitspolitischen Gesetzgebung und die Unterstützung der Zentren für Netzhauterkrankungen. Wesentlich für die patientenorientierte Arbeit der PRO RETINA ist, die Versorgungsprobleme der Betroffenen aus den Regionen möglichst konkret zu kennen. Herr Wilke wird hier zur strukturierten Erfassung der Probleme und Verbesserungsbedarfe beitragen.

Zuletzt geändert am 14.09.2017 14:14