Glossar

Das nachstehende Glossar für augenärztliche und genetische Fachausdrücke wurde von Prof. Ulrich Kellner bereitgestellt und im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung geförderten Projekts "SND-Netz in Aktion", Charité Augenklinik Berlin, entwickelt.

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Buchstabe: S

s.c.

SAG

SANS

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit USH1G

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sc (s.c.)

SCA7

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit ATXN7

Schießscheibenmakulopathie

Bull"s eye Makulopathie (= Ochsenaugen-Makulopathie)Englischer Ausdruck für eine Schießscheiben-Makulopathie, bei der sich Veränderungen des retinalen Pigmentepithels in Ringform um die Fovea zeigen. Diese Veränderung ist nicht typisch für eine spezifische Netzhauterkrankung, sie kann bei Makuladystrophien, Zapfen-Stäbchendystrophien, aber auch bei Chloroquin-Retinopathie auftreten.Schießscheibenmakulopathie kann bei sehr unterschiedlichen Netzhautdystrophien auftreten.

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Schiötz-Tonometer

Gerät zur messung des Augeninnendrucks, heuteaufgrund moderner Methoden nur noch selten verwendet

Schneckenspuren

Beschreibung für eine periphere Netzhautveränderung (auch als periphere Netzhautdegeneration bezeichnet)

Schneideenzyme

Restriktionsenzyme:Enzyme, die eine Nukleotidfolge auf doppelsträngiger DNA erkennen und die Spaltung beider DNA-Stränge an dieser Stelle bewirken.

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Schwachsichtigkeit

AmblyopieFehlentwicklung des Sehvermögens eines Auges, das aus verschiedenen Ursachen möglich ist. Ein Schielen bei Kindern ist ein Hinweis auf eine sich entwickelnde Schwachsichtigkeit und sollte daher umgehend untersucht werden.

Schwefelhexafluorid

SF6Dieses Gas kann zur Stabilisierung der Netzhaut nach einer Glaskörperoperation (Vitrektomie) als Endotamponade eingesetzt werden.

Screening

Untersuchung einer bestimmten Gruppe zu einem bestimmten Zweck, z.B. Vorsorgeuntersuchungen bei Neugeborenen (Phenylketonurie, Glakatosämie) oder Frühgeborenen (Screening auf pathologische Netzhautentwicklung). Ebenso ist ein Screening auf bestimmte Gen-Mutationen bei Netzhautdystrophien möglich.

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Sehnerv

Nervus opticusDer Sehnerv stellt die Verbindung zwischen der Netzhaut des Auges und dem Gehirn her. Er setzt sich aus ca. 1 Million Nervenfasern der Ganglienzellen der Netzhaut zusammen und beginnt in der Sehnervenscheibe (Papille).

Sehschärfe

Sekretion

Ausscheidung von Flüssigkeit aus einer Zellez.B. in den Tränendrüsen oder Speicheldrüsen

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sekundärer Strabismus

Schielstellung als Folge andere Augenerkrankungen bzw. deren Behandlung, z.B. nach Verletzungen oder Operationen

Sekundärglaukom

Erhöhung des Augeninnendrucks in Folge von anderen Augenerkrankungen, z.B. diabetischer Retinopathie, Zentralvenenverschluss, Uveitis

SEMA4A

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SEMAB

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit SEMA4A

Senior-Loken Syndrom

Syndrom mit Beteiligung der Niere (Zystenniere = Nephoronophthise) und Netzhautdystrophie mit frühem Beginn (ähnlich wie Retinitis pigmentosa oder Leberscher kongenitaler Amaurose)

Sequenzierung

Bestimmung der Folge der Bausteine in DNA, RNA oder Protein. Meistens Sequenzierung von DNA.

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SF6

SchwefelhexafluoridDieses Gas kann zur Stabilisierung der Netzhaut nach einer Glaskörperoperation (Vitrektomie) als Endotamponade eingesetzt werden.

SFD

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit TIMP3

Sicca-Syndrom

Trockenes AugeVeränderungen des Tränenfilms führen zu Störungen der Benetzung der Augenoberfläche, die sich mit Jucken, Fremdkörpergefühl, aber auch überschiessendem Tränen bemerkbar machen können.

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Silikon

Flüssiges Silikon kann zur Stabilisierung der Netzhaut nach einer Glaskörperoperation (Vitrektomie) als Endotamponade eingesetzt werden.

simplex

einfach, einzeln

Simulationsprobe

Testverfahren, mit dem das Vortäuschen einer Sehverschlechterung aufgedeckt werden soll.

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sine pigmento

ohne PigmentUnglückliche Bezeichnung für eine Retinitis pigmentosa ohne Knochenkörperchen. Knochenkörperchen bilden sich zu verschiedenen Zeiten im Verlauf der Erkrankung und in unterschiedlichem Ausmaß. Allerdings lassen sich auch bei Fehlen von Knochenkörperchen bei einer Retinitis pigmentosa immer Veränderungen des retinalen Pigmentepithels erkennen.

Skiaskopie

Technik zur Bestimmung des Brechkraftfehlers eines Auges, heute insbesondere eingesetzt bei Kindern zur Bestimmung eines optimalen Brillenglases.

Sklera

Lederhautäußere Augenhülle, von außen an der weißen Färbung erkennbar, geht nach vorne direkt über in die Hornhaut.

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Sklerose

krankhafte "Verhärtung" eines Gewebesweiter gefasst Bezeichnugn für degenerative Veränderungen z.B. der Netzhaut oder Aderhaut

Skotom

Skotome

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SLSN1

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit NPHP1

SLSN3

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit NPHP3

SLSN4

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit NPHP4

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SLSN5

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit IQCB1

SLSN6

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit CEP290

SNV

Subretinale Neovaskularisation (auch: SRN); choroidale Neovaskularisation (CNV), Gefäßneubildung unter der Netzhaut (z.B. bei altersbedingter Makuladegeneration). Ein sicherer Nachweis erfolgt mit der Fluoreszenz-Angiographie.

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somatisch

körperlich (somatische Gentherapie = Gentherapie an Körperzellen)

Sorsby Fundusdystrophie

benannt nach dem Arzt SorsbySpät beginnende, relativ rasch progrediente, autosomal dominant vererbte Netzhautdystrophie assoziiert mit Mutationen im TIMP3-Gen. Nach Auftreten von choroidalen Neovaskularisationen (CNV) Fortschreiten zu einer generalisierten choroidalen Atrophie. Detaillierte Informationen unter:

Spaltlampe

Gerät zur mikroskopischen Untersuchung der vorderen Abschnitte des Auges unter Verwendung eines variablen Lichtspalts zur Beleuchtung. Mit speziellen Lupen kann an der Spaltlampe auch die Netzhaut untersucht werden. In der Regel erfolgt die Augeninnendruckmessung ebenfalls an der Spaltlampe.

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Spaltlampenmikroskopie

Mikroskopische Untersuchung der vorderen Abschnitte des Auges mit der Spaltlampe. Mit speziellen Lupen kann an der Spaltlampe auch die Netzhaut mikroskopisch untersucht werden.

sph

Abkürzung für Sphäre, den Anteil der Brechkraft eines Brillenglases, der in allen Richtungen gleich ist.

Sphäre

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SRN

subretinale Neovaskularisation (auch: SNV, choroidale Neovaskularisation (CNV)Gefäßneubildung unter der Netzhaut (z.B. bei altersbedingter Makuladegeneration). Ein sicherer Nachweis erfolgt mit der Fluoreszenz-Angiographie.

Stabsichtigkeit

Astigmatismus Sie entsteht häufig durch eine Hornhautverkrümmung. Durch unterschiedlich starke Krümmung der Hornhaut ergibt sich keine punktförmige sondern eine länglich verzerrte. "stabförmige", unscharfe Abbildung auf der Netzhaut. Nahezu jedes Auge hat einen leichten Astigmatismus.

Stäbchen

Der Typ der Photorezeptoren, der für das Dämmerungssehen und das äußere Gesichtsfeld entscheidend ist.

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Stäbchenmonochromasie

Angeborene, autosomal rezessiv vererbte Gruppe von Erkrankungen aufgrund unterschiedlicher Gendefekte, die zu einem völligen Fehlen der Zapfenfunktion führen. Das Sehen erfolgt ausschließlich mit den Stäbchen. Teilweise wird auch der Begriff Achromatopsie verwendet, dieser ist jedoch nicht ganz eindeutig definiert. Detaillierte Informationen unter:

Stammzellen

Zellen, die sich zu jedem beliebigen Zelltyp entwickeln können. Sie werden deshalb als „pluripotent“ (sich in viele verschiedene Zellen ausbildend) oder als totipotent (sich in alle Zellen, d.h. in einen vollständigen Organismus ausbildend) bezeichnet. Sie spezialisieren sich erst später. Aus ihnen entstehen über 200 verschiedene Zelltypen. Weil sich die noch unreifen Stammzellen in viele verschiedene Richtungen entwickeln können, eignen sie sich möglicherweise zur Regenerierung von Körpergewebe.

stationär

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Stationäre Behandlung

mit Aufenthalt im Krankenhaus (im Gegensatz zu: ambulanter Behandlung)

STGD1

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit ABCA4

STGD3

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit ELOVL4

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STGD4

Stickler-Syndrom

Fehlbildungssyndrom des BindegewebesDas Stickler-Syndrom (autosomal dominant) geht am Auge mit einem hohen Risiko für eine Netzhautablösung einher. Am Körper ist es gekennzeichnet durch Fehlbildungen des Skelelttsystems. Wie bei allen Syndromen kann die Ausprägung der einzelnen Symptome sehr unterschiedlich sein. Detaillierte Informationen unter:

STL1

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit COL2A1

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STL2

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit COL11A1

Strabismus

Fehlstellung der Augen (Schielen). Ein Schielen erfordert insbesondere beim Kind eine rasche augenärztliche Untersuchung, weil schwere Augenerkrankungen die Ursache sein können, die eine Behandlung erfordern. Außerdem besteht beim kindlichen Schielen die Gefahr, dass sich die Sehschärfe auf dem schielenden Auge nicht entwickelt und lebenslang eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verbleibt

Strabismus convergens

InnenschielenEin Schielen erfordert insbesondere beim Kind eine rasche augenärztliche Untersuchung, weil schwere Augenerkrankungen die Ursache sein können, die eine Behandlung erfordern. Außerdem besteht beim kindlichen Schielen die Gefahr, dass sich die Sehschärfe auf dem schielenden Auge nicht entwickelt und lebenslang eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verbleibt

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Strabismus divergens

AußenschielenEin Schielen erfordert insbesondere beim Kind eine rasche augenärztliche Untersuchung, weil schwere Augenerkrankungen die Ursache sein können, die eine Behandlung erfordern. Außerdem besteht beim kindlichen Schielen die Gefahr, dass sich die Sehschärfe auf dem schielenden Auge nicht entwickelt und lebenslang eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verbleibt

Strahlenkörper

Corpus ciliaris; Ziliarkörper: Teil der Uvea (Gefäßhaut). Der Ziliarkörper liegt hinter der Regenbogenhaut (Iris). Er ist für die Sekretion des Kammerwassers verantwortlich.

Stridor

pfeifendes Atemgeräusch bei Verengung der oberen Luftwege (z.B. bei Asthma, Schilddrüsenvergrößerung)

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sub

untersubretinal: unter der Netzhautsubkapsulär: unter der Kapselsubfoveolär: unter der Fovea

subcapsularis

unter der KapselCataracta subcapsularis: Linsentrübung direkt vor der hinteren Kapsel der Linse

subfoveal

unter der Fovea

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subfoveolär

unter der Fovea

Subjektive Refraktion

Bestimmung eines optimalen Brillenglaswerts durch Abstimmung aufgrund der Angaben des Patienten basierend auf den bei der objektiven Refraktion gemessenen Brechungsfehlers des Auges.

subkapsulär

unter der KapselLinsentrübung unter der hinteren Linsenkapsel

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subretinal

unter der Netzhaut

Subretinale Neovaskularisation

SRN, choroidale Neovaskularisation (CNV)Gefäßneubildung unter der Netzhaut (z.B. bei altersbedingter Makuladegeneration). Ein sicherer Nachweis erfolgt mit der Fluoreszenz-Angiographie.

superior

oben, oberhalb gelegenMusculus rectus superior: oberer Augenmuskel

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SVD

Symptom

symptomatisch

Auftreten von Anzeichen für eine beginnende ErkrankungAm Auge z.B. Sehverschlechterung, Schmerzen, Blendung, Rötung oder vermehrter Tränenfluss

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Syndrom

Typische Kombination von Krankheitssymptomen in verschiedenen Organen. Diese werden häufig mit dem Namen der Beschreiber des Syndroms benannt (z.B. Usher-Syndrom: Netzhaut und Ohr)

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Zuletzt geändert am 08.01.2016 05:14