Glossar

Das nachstehende Glossar für augenärztliche und genetische Fachausdrücke wurde von Prof. Ulrich Kellner bereitgestellt und im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung geförderten Projekts "SND-Netz in Aktion", Charité Augenklinik Berlin, entwickelt.

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Buchstabe: G

Ganglienzellen

Gruppe neuronale Zellen in der NetzhautDie Ganglienzellen erhalten Ihre Informationen von den Bipolarzellen, den amakrinen Zellen und in geringem Umfang direkt von den Photorezeptoren. Die Ausläufer der Ganglienzellen bilden den Sehnerv und damit die Verbindung von Auge zum Gehirn. Die meisten Nervenfasern der Ganglienzellen enden am Corpus geniculatum.

Ganzfeld-ERG

Elektroretinogramm, ERGAufzeichnung elektrischer Aktionspotentiale der gesamten Netzhaut, die heute standardisiert mit Lichtblitzen in einer vorne offenen, innen weiß gestrichenen Ganzfeld-Kugel erfolgen.

GAR1

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit CNGB1

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GARP

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit CNGB1

GCAP1

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit GUCA1A

GCAP2

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit GUCA1B

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GCP

nicht mehr gültiges Gen-Symbol, identisch mit OPN1LW

GDx

Verfahren zur Untersuchung der Nervenfaserschicht bei Glaukom

Gelber Fleck

Bezeichnung für die Makula (Stelle des schärfsten Sehens)Die Bezeichnung entstammt der Untersuchung von Leichenaugen, bei denen die Gelbfärbung der Makula besonders gut erkennbar ist.

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Gen

kleinste Einheit des Erbguts, des Genoms, und damit Träger einer Erbinformation. Das Erbgut ist in der DNA, dem Fadenmolekül im Kern jeder Zelle lokalisiert. Das Gen beschreibt einen bestimmten funktionsfähigen Abschnitt der DNA, der aufgrund der Reihenfolge der Nukleotide bestimmte Funktionen, Eigenschaften, Merkmale und Strukturen der Zelle bestimmt. Die jeweiligen Ausprägungen erfolgen in Wechselwirkung mit anderen Genen und der Umwelt. Jede Zelle eines Körpers enthält alle Gene, und zwar doppelt, eine Kopie stammt von der Mutter, die andere vom Vater.

Gen-Symbol

international anerkannte Kurzbezeichnung für ein Gen, die sich meist entweder aus einer Abkürzung für das Genprodukt (z.B. RHO für Rhodopsin) oder aus einer Abkürzung für die verursachte Erkrankung (z.B. CHM für Choroideremie) ergibt

Genese

Entstehungin der Medizin meist Entstehung einer Erkrankung (Pathogenese)

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genetischer Code

spezifischer Informations- und Übersetzungsschlüssel der DNA zur Produktion von Aminosäuren. Jeweils drei Basen der DNA bestimmen eine Aminosäure im Protein. Zusätzlich gibt es andere Informationen (z.B. Stopcodons für das Ende des Proteins).

Genexpression

Vorgang, bei dem die Erbinformation, die in einem Gen gespeichert ist, „abgelesen“ und in ein Genprodukt, zum Beispiel ein Protein, umgesetzt wird.

Genitalhypoplasie

Unterentwicklung der Genitalorgane

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Genklonierung

Isolierung eines Gens aus einem Organismus (Mensch/Tier/Pflanze) und dessen Vermehrung in einem anderen zum Beispiel in einem Bakterium. Basis des Klonierens ist die Isolierung, Modifikation und Verknüpfung spezifischer DNA-Moleküle zu neuen Funktionseinheiten durch Einschleusen neu kombinierter DNA in bestimmte Zellen.

Genom

Gesamtheit der im Kern jeder Zelle eines Organismus gespeicherten Erbinformation (Erbgut) = Gesamtheit aller Gene eines Organismus. Jeder Zellkern enthält das gesamte Genom. Beim Menschen ist das Erbgut in ausgestreckter Form etwa zwei Meter lang. In der Zelle liegen die DNS-Fäden daher gekrümmt und gefaltet als „Chromatin“ vor. Während der Zellteilung wird das Chromatin noch dichter gefaltet in Chromosomen. Auch bei der Vererbung liegt die DNA als Chromosomen vor.

Genotyp

Sammelbegriff für alle in den Genen festgelegten Erbinformationen.

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Gensequenzierung

Bestimmung der Abfolge der Bausteine der gesamten DNA eines Organismus.

Gensymbol

international anerkannte Kurzbezeichnung für ein Gen, die sich meist entweder aus einer Abkürzung für das Genprodukt (z.B. RHO für Rhodopsin) oder aus einer Abkürzung für die verursachte Erkrankung (z.B. CHM für Choroideremie) ergibt

Gentechnik

Die Gentechnik oder DNA-Rekombinationstechnik umfasst alle Verfahren, die auf die gezielte Veränderung des Erbgutes ausgerichtet sind und beinhaltet die Isolierung, Charakterisierung, Vermehrung und Neukombination von DNA (auch über Artgrenzen hinweg). Bei gentechnischen Verfahren wird DNA in isolierter Form verändert (mutiert),Prinzip: Fremde DNA wird isoliert, „Vektoren“ werden mit dieser „beladen“ und in einen Wirtsorganismus eingeschleust. Die Vektoren integrieren die fremde DNA in den Wirtsorganismus und veranlassen die Zelle, die fremde DNA zu reproduzieren.

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Gentest

Analyseverfahren zur Diagnostik genetisch bedingter Erkrankungen.

Gentherapie

Behandlung einer Krankheit durch gezielte Veränderung der Erbsubstanz.

Geographische Atrophie

Spezielle Form der trockenen Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Dabei kommt es zu einem fleckförmigen Untergang von Photorezeptoren, Pigmentepithel und Choriokapillaris am hinteren Augenpol. Die atrophischen Flecken vergrößern sich langsam und wachsen zusammen.

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Gerstenkorn

Geschlechtschromosomen

X-Chromosom und Y-Chromosom. Frauen haben zwei X-Chromosome, aber kein Y-Chromosom in ihren Körperzellen. Männer tragen ein Y-Chromosom und ein X-Chromosom in ihren Körperzellen.

Gesichtsfeld

Der Bereich, der mit einem Auge ohne Augenbewegungen erfasst werden kann. Die Prüfung des Gesichtsfeldes erfolgt mit der Perimetrie. Gesichtsfeldausfälle werden als Skotome bezeichnet.

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Gesichtsfeldausfall

Gipfelzeit

Meßparameter bei elektrophysiologischen Untersuchungen, beschreibt die Zeit, bis eine bestimmte Potentialänderung ihren Gipfel erreicht hat

GK

Glaskörper, Corpus vitreousDer Glaskörper füllt das Augeninnere zwischen Netzhaut und Linsenrückfläche aus. Er wird untersucht bei der Beurteilung des Augenhintergrundes mit der Ophthalmoskopie. Eine operative Glaskörperentfernung heißt Vitrektomie.

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Glasauge

Glaskörper

Corpus vitreous (Abkürzung: GK)Der Glaskörper füllt das Augeninnere zwischen Netzhaut und Linsenrückfläche aus. Er wird untersucht bei der Beurteilung des Augenhintergrundes mit der Ophthalmoskopie. Eine operative Glaskörperentfernung heißt Vitrektomie.

Glaskörperabhebung

Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut im Rahmen eines normalen Alterungsprozesses. Die Glaskörperabhebung kann sich durch ein plötzliches Auftreten von Glaskörpertrübungen, aber bei bestehenden Glaskörpertraktionen auch durch Blitzen bemerkbar machen.

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Glaskörperaspiration

Ansaugen von Glaskörper zur Entnahme einer Probe für weitere Untersuchungen

Glaskörperdegeneration

Glaskörperdestruktion

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Glaskörperstrang

Verdichtung im Glaskörper, die einen Zug (Traktion) auf die Netzhaut ausüben kann. Behandelbar mit einer Glaskörperoperation (Vitrektomie).

Glaskörpertraktion

Zug eines nicht normalen Glaskörpers an der Netzhaut

Glaskörpertrübung

Trübung im Glaskörper, die sich als störender, beweglicher Schatten insbesondere bei hellem Licht bemerkbar machen kann. Sie werden auch als "Mouches volantes" (fliegende Mücken) bezeichnet. Fast jeder Mensch hat Glaskörpertrübungen, nur in wenigen Fällen sind sie so störend, dass eine Operation erforderlich ist.

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Glaukom

zusammenfassende Bezeichnung für alle Augenkrankheiten mit erhöhtem Augeninnendruck, der zur Schädigung von Sehnerv und Netzhaut (sogar zur Erblindung) führen kann. Im häufigen chronischen Verlauf treten unbemerkt zunehmende Gesichtsfeldausfälle auf, die erst in fortgeschrittene Stadien auffallen. Seltener treten glaukomtypische Schäden auch bei "normalem" Augendruck auf (Niederdruckglaukom; low-tension-Glaukom). Bei bestimmten Netzhauterkrankungen (z.B. diabetische Retinopathie kann als Komplikation ein Sekundärglaukom auftreten.

Glaukomanfall

akutes EngwinkelglaukomDurch Verlegung der Abflusswege aus dem Augeninneren kommt es zu einem akuten Anstieg des Augeninnendrucks meist mit starken Schmerzen und Sehverschlechterung, eine umgehende Behandlung ist dringend erforderlich.

Gliom

Nerventumorim Bereich des Sehnerven häufig in der Augenhöhle. Der Tumor kann den Sehnerven unter Umständen zerstören und zur Erblindung führen.

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Gliose

Im Auge: Epiretinale Gliose: Membranbildung auf der Netzhautoberfläche.Diese kann zur Verziehung der Netzhaut und damit zum Verzerrtsehen (Metamorphopsien) führen. Zusätzlich kann ein Makulaforamen entstehen. Eine operative Behandlung ist durch eine Vitrektomie möglich.

Glitzerbeet

Beschreibung für eine periphere Netzhautveränderung (auch als periphere Netzhautdegeneration bezeichnet)

GNAT1

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GNAT2

Goldmann Favre Syndrom

Enhanced S Cone Syndrom (ESCS)Seltene Form einer autosomal rezessiven Netzhautdystrophie, bei der es zu einer Fehlentwicklung bei der Zapfenentstehung kommt. Dadurch ist die Zahl der Blauzapfen (S cones) um ca. 75fach erhöht, während die anderen zapfen in der Zahl veringert sind und die Stäbchen nicht funktionieren. Detaillierte Informationen unter:

Grauer Star

Katarakt, LinsentrübungLinsentrübungen treten bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter auf. Eine Behandlung ist nur durch eine Operation möglich (Kataraktoperation). In jüngerem Alter treten Linsentrübungen bei Verletzungen, Entzündungen oder in Zusammenhang von Netzhautdystrophien auf (z.B. Retinitis pigmentosa, Atrophia gyrata).

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GRK1

GRM6

Grünblindheit

DeuteranopieVollständiges Fehlen der Empfindlichkeit im grünen (mittleren) Bereich des sichtbaren Lichtspektrums

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Grüner Star

Primäres Glaukom, OffenwinkelglaukomHäufigste Form des Glaukoms, wo bei offenem Kammerwinkel der Augeninnendruck erhöht ist und zur chronischen Schädigung des Auges führt.

Grünschwäche

DeuteranomalieHerabgesetzte Empfindlichkeit im grünen (mittleren) Bereich des sichtbaren Lichtspektrums

Grünsinnstörung

Störung des Grünsinns, die angeboren (Deuteranopie, Deuteranomalie) oder erworben bei Augenerkrankungen auftreten kann.

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Guanin

einer der vier Grundbausteine der DNA: Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin

GUCA1A

GUCA1B

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Zuletzt geändert am 08.01.2016 05:14