Lasertherapie von Drusen bei altersabhängiger Makuladegeneration: Stellungnahme der Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Retinologische Gesellschaft (RG) und Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) zur Lasertherapie von Drusen bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD); August 2017

Die nationalen augenärztlichen Fachgesellschaften Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Retinologische Gesellschaft (RG) und Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) haben im August 2017 auf der Basis des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes eine gemeinsame Stellungnahme zur Lasertherapie von Drusen bei altersabhängiger Makuladegeneration publiziert.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung der Netzhaut, die mit Ablagerungen von extrazellulärem Material (Drusen) und Pigmentveränderungen der Netzhaut einhergeht. Eine Lasertherapie der Netzhaut, insbesondere des retinalen Pigmentepithels (RPE), soll das Voranschreiten der AMD verhindern. Drusen und Pigmentveränderungen sollen durch die Lasertherapie abgebaut werden und sich damit die Funktionsfähigkeit der gesamten Netzhaut verbessern.

Eine konventionelle Lasertherapie führt über eine Thermokoagulation des Gewebes zwar zu einem Rückgang der Drusen, schädigt dabei aber auch die im Bestrahlungsfeld liegenden Photorezeptoren und verhindert letztlich nicht das Fortschreiten der AMD. Zudem kann der Abbau und Rückgang von Drusen mitunter auch im natürlichen Verlauf der Erkrankung beobachtet werden. Daher kann nach Empfehlung der Fachgesellschaften beim jetzigen Kenntnisstand die konventionelle Lasertherapie bei trockener AMD nicht empfohlen werden.

Neuere Mikropuls und oder Sub-Threshold Laserverfahren werden als sog. „Selektive Retinatherapie“ (SRT) oder als sog. Nanosekundenlaser „2RT“ der Fa. Ellex zur Behandlung von Makuladrusen angeboten. Sie sollen die gewünschte Wirkung auf die Pigmentepithelzellen ausüben, ohne die darüber liegenden Photorezeptoren zu schädigen. Diese Verfahren befinden sich bei der frühen und intermediären trockenen AMD (in Abwesenheit von geographischer Atrophie) derzeit noch in der klinischen Erprobung. Bis jetzt liegt kein wissenschaftlich erbrachter Nachweis vor, um die positive Wirkung auf den Verlauf einer AMD abschließend beurteilen zu können.

Momentan sollten daher nach der Empfehlung der Fachgesellschaften jegliche retinale Lasertherapien bei trockener AMD nur innerhalb klinischer Studien durchgeführt werden.

Die komplette Stellungnahme finden Sie hier: Stellungnahme als pdf-Datei

 

Zuletzt geändert am 15.09.2017 11:55