Wie hoch muss Ihr Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richtig sein? von Michael Sekulla
Stand: Januar 2011

Viele Mitglieder unserer Vereinigung werden vor dem Bezug einer Erwerbsminderungsrente ein so genanntes "Krankengeld" ihrer gesetzlichen Krankenversicherung erhalten, soweit sie im Übergang zur Rente berufstätig waren. Ein überprüfen der Berechnung lohnt sich, da sich eventuelle Fehler bei der Berechnung eingeschlichen haben. Ein Widerspruch ist schriftlich bei ihrer Krankenkasse innerhalb von 4 Wochen mit Erhalt des Bescheides einzureichen. Lassen sie sich daher die Berechnung ihres Krankengeldes von ihrer Kasse genau erläutern, da dies in den Bescheinigungen oft fehlt.

Einige Hinweise vorweg!

Ein Lesen lohnt sich wirklich, da Sie unter Umständen viel Geld bekommen können, welches Ihnen ja auch zusteht. Der Artikel versucht ihnen in einfachen Schritten und in klar verständlicher Weise anhand von Beispielen die richtige Berechnung des Krankengeldes zu erklären, ohne dabei zu vertiefend in die Thematik einsteigen zu müssen. Allerdings müssen einige wichtige Rahmenbedingungen erwähnt und auch ausgeführt werden. Leider können nicht alle möglichen Fallkonsterlationen zur Krankengeldberechnung in diesem Artikel behandelt werden, da dieses für den Leser zu umfangreich und kompliziert wäre. Auch werden die Regelungen zum Krankengeld der Privaten Krankenversicherung wegen der zu individuellen und speziellen Anforderungen bzw. Erfordernissen nicht beschrieben.

Was sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Krankengeld?

Bei einer krankheitsbedingten Arbeitsverhinderung während der ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses oder bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit nach dem Ende des Entgeltfortzahlungszeitraumes von 6 Wochen (42 Kalendertage - inklusive samstags, sonn- und feiertags) wird als Lohnersatz ein geringeres Krankengeld durch die gesetzliche Krankenversicherung gezahlt.

Grundsätzlich trifft dies für den Großteil der Arbeitnehmer, für Arbeitslose, sowie für Selbstständige zu. Selbständige müssen allerdings bei ihrer Krankenkasse eine freiwillige Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld abgeschlossen haben.

Nach Ablauf dieses Entgeltfortzahlungszeitraums von sechs Wochen kann zusätzlich auch aufgrund des bestehenden Arbeitsvertrags oder eines Tarifvertrags für Arbeitnehmer ein Zuschuss zum Krankengeld gezahlt werden, um die finanziellen Einbußen durch die geringere Krankenversicherungsleistung gegenüber dem regelmäßigen monatlichen Einkommen auszugleichen. Solche Regelungen sind eher mit großen Arbeitgebern vereinbart. Informieren sie sich daher auch bei ihren Arbeitgeber über solche Vereinbarungen.

Bei Arbeitslosen ist zu beachten, dass nur Arbeitslosengeld-Empfänger Anspruch auf Krankengeld haben. Dagegen haben Arbeitslosengeld 2 Empfänger hingegen keinen Anspruch, soweit sie nicht aufgrund eines anderen Umstandes mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind (z. B. dann, wenn sie vor der Arbeitsunfähigkeit versicherungspflichtig beschäftigt waren oder neben der Arbeitslosengeld 2 Leistung sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind). In diesen Fällen erhalten sie auch bei Arbeitsunfähigkeit weiterhin Arbeitslosengeld 2 von der Bundesagentur für Arbeit bzw. der jeweiligen Arbeitsgemeinschaft.

Ferner ist noch Voraussetzung, dass durch die Arbeitsunfähigkeit Einkommen (z. B. Arbeitsentgelt bzw. Einkommen aus Selbstständigkeit) wegfällt.

Selbstständige mit dem Anspruch auf Krankengeld müssen einen Nachweis des Einkommensverlustes durch die Arbeitsunfähigkeit beweisen (z. B. hier durch die Bestätigung des Steuerberaters etc.).

Wann beginnt der Krankengeldanspruch?

Der Anspruch auf Krankengeld entsteht im Fall einer stationären Behandlung bzw. Rehabilitationsmaßnahme an dem Tag, an dem die Behandlung beginnt. Im Fall der Arbeitsunfähigkeit allerdings erst am Tag nach der ärztlichen Krankschreibung, während hingegen bei arbeitslosen Krankengeldbeziehern der Anspruch auf Krankengeld bereits am Tag der Krankschreibung beginnt. Während der ersten 6 Wochen der Krankschreibung wird in der Regel kein Krankengeld gezahlt. Ausnahmen könnten hie aber die speziellen Regelungen für Selbständige sein. In der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Arbeitnehmer bei einer Arbeitsunfähigkeit auch nach einer Kündigung weiterhin Krankengeld (siehe Urteil des Landessozialgerichts München Az.: L 4 KR 268/06).

Für die Bezieher von Arbeitslosengeld gilt, dass sie ebenfalls bei andauernder Arbeitsunfähigkeit nach sechs Wochen Anspruch auf Krankengeld haben. Sie erhalten dies in Höhe des Arbeitslosengeldes.

Bei Selbstständigkeit richtet sich der Beginn der Leistung nach der Satzung der Krankenkasse und der gewählten Versicherung. Manche gesetzlichen Kassen bieten für Selbstständige gar keine Versicherung mit Krankengeld an, bei anderen kann zwischen Krankengeldbeginn ab dem ersten Tag oder nach mehreren Wochen gewählt werden. Je früher der Krankengeldanspruch besteht, desto höher ist der Beitrag, den der Selbstständige an die Krankenkasse zu zahlen hat. Viele Selbstständige, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, wählen daher aus Kostengründen die Option ohne Krankengeldanspruch. Sie versichern den Verdienstausfall bei einer privaten Versicherung.

Ist der Versicherte aufgrund eines Arbeitsunfalls arbeitsunfähig, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung des Arbeitgebers nach dem Ende des Entgeltfortzahlungszeitraumes von 6 Wochen (42 Kalendertage - inklusive samstags, sonn- und feiertags) ein so genanntes "Verletztengeld". Es wird kein Krankengeld von seiner Krankenkasse gezahlt. Somit kommt in diesen Fällen ein anderer Kostenträger hierfür auf. Das Verletztengeld bewegt sich ungefähr in gleicher Höhe des Krankengeldes.

Das gleiche gilt für Selbstständige, die über eine Berufsgenossenschaft oder ein berufsständisches Versorgungswerk abgesichert sind.

Bei pflegebedürftigen kranken Kindern, können berufstätige Eltern ebenfalls Krankengeld, das so genannte "Kinder-Krankengeld" bekommen, wenn sie zu Hause bleiben müssen. Der Arbeitgeber muss dann die Eltern von der Arbeit unbezahlt freistellen. Der Anspruch besteht aber nur dann, wenn sowohl das kranke Kind, als auch die pflegenden Eltern gesetzlich krankenversichert sind.

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Wegen derselben Krankheit wird Krankengeld für längstens 78 Wochen innerhalb einer Frist von 3 Jahren gezahlt (Blockfrist). Diese 3 Jahresfrist ist eine starre Frist und beginnt grundsätzlich mit dem ersten Auftreten einer Erkrankung.

Wichtig ist hierbei, dass die Zeit einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber als Bezugszeit von Krankengeld mitgerechnet wird, so dass in diesem Fall insgesamt 78 Wochen Krankengeld beim Vorliegen derselben Krankheit durch die Krankenkasse gezahlt werden muss. Nach Beginn eines neuen 3 Jahreszeitraumes besteht auf Grund derselben Krankheit ein erneuter Anspruch auf Krankengeld nur dann, wenn der mit Krankengeldanspruch Versicherte in der Zwischenzeit mindestens 6 Monate wegen dieser Krankheit nicht arbeitsunfähig und erwerbstätig war bzw. der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand.

Eine andere Erkrankung erzeugt wiederum neue unabhängige 3 Jahresfrist.

Dieselbe Krankheit in dem vorgenannten Sinne liegt allerdings vor, wenn mehrere Zeiten der Arbeitsunfähigkeit auf ein und dieselbe Grunderkrankung zurückzuführen sind (so z. B. bei mehreren Fieberschüben in längeren Abständen der Malaria-Erkrankung).

Wiederum ist zu beachten, dass bei Erkrankungen, die sich nur gleichen, jeweils "neue" 78 Wochenzeiträume begründen (so z. B. bei mehreren, voneinander unabhängigen Erkältungserkrankungen).

Wichtig ist auch, dass zwei oder mehrere unterschiedliche Erkrankungen, die in einer Zeit der gleichen Arbeitsunfähigkeit zusammenfallen, als einheitliche Krankheit angesehen werden. In diesen Fällen gilt eine einheitliche 78 Wochenfrist.

Achtung, das ist sehr wichtig!

Wenn ein Versicherter Arbeitnehmer innerhalb des Bezuges von Krankengeld aufgrund eines ärztlichen Gutachtens in seiner Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse, aber muss nicht, dem Versicherten eine Frist von 10 Wochen setzen, innerhalb der er einen Antrag auf Leistungen einer medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen muss. Hierzu wird der Versicherte von seiner Krankenkasse aufgefordert einen speziellen - von der Krankenkasse beauftragten - sog. "Amtsarzt" aufzusuchen. Für die Versicherten besteht grundsätzlich eine Mitwirkungspflicht.

Auch kann die Krankenkasse dem versicherten Arbeitnehmer auffordern einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen. Dies hat zur Folge, dass mit Antragstellung der Anspruch auf Krankengeld erlischt und die gesetzliche Rentenversicherung ab diesem Zeitpunkt evtl. eine Rente zahlt. In solchen Fällen werden nicht automatisch 78 Wochen Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung gewährt. Wird der Antrag innerhalb der Frist nicht gestellt, entfällt der Anspruch auf Krankengeld, da ja eine Mitwirkungspflicht des Versicherten gegenüber seiner Krankenversicherung besteht.

Wie hoch muss das Krankengeld sein?

Das Brutto-Krankengeld - Brutto deswegen, weil hiervon noch gesetzliche Abzüge zur Sozialversicherung erfolgen (siehe weiter unten) - wird nach dem Einkommen des Versicherten vor dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit berechnet. Es beträgt 70 Prozent des letzten vollen monatlichen Bruttolohns des versicherten Arbeitnehmers, aber nicht mehr als 90 % des letzten vollen monatlichen Nettolohns inklusive der Einmalzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld) sein. Und zusätzlich darf es auch ebenfalls nicht höher als 100 Prozent des auf den Kalendertag umgerechneten - ohne Einmalzahlungen - Nettolohns (kalendertägliches Nettoarbeitsentgelt) sein.

Achtung, hierbei wird aber der Bruttolohn nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung - dies sind zurzeit 3.712,50 Euro (Stand 01/2011) - als Obergrenze des heranzuziehenden Brutto-Einkommens berücksichtigt. Der übersteigende Teil des Bruttolohns bleibt somit unberücksichtigt. Eine Deckelung der Einkommensbezüge und maximale Höhe des Krankengeldes ist damit erreicht. Bitte beachten Sie, dass zusätzlich auch die Einmalzahlungen (so z. B. Weihnachtsgeld, jährliche Bonuszahlungen) der letzten 12 Monate vor der Arbeitsunfähigkeit sowie regelmäßige Überstunden und Akkordlöhne (Bruttolohnschwankungen) ebenfalls zum Bruttolohn hinzugerechnet werden müssen. Dies hat wiederum einen positiven Effekt auf die Höhe des Krankengeldes. Im Übrigen heißt hier Regelmäßig, dass z. B. bei Überstunden, welche in den letzten 3 abgerechneten Monaten vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit - pro Monat mindestens eine Überstunde angefallen sein muss. Bei schwankendem Bruttolohn (z. B. Akkordlohn) wird der Durchschnitt der letzten drei Monate zugrunde gelegt.

Trotzdem bleiben aber die vorgenannten jeweiligen Höchstgrenzen des Brutto- und Nettolohns sowie die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung zu beachten.

Der Grund für diese komplizierten Regeln ist, dass niemand an seiner Krankheit verdienen soll.

Grundsätzlich kann aber festgehalten werden, dass das Netto-Krankengeld - das ist das, was dem Versicherten von seiner Kasse gezahlt wird - ungefähr zwischen 75 % bis 85 % des regelmäßigen monatlichen Nettoverdienstes beträgt; abhängig natürlich jeweils vom Familienstand, der Kinderzahl auf der Steuerkarte und eingetragenen Steuerfreibeträgen auf der Steuerkarte.

Das Krankengeld ist ebenfalls noch beitragspflichtig zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Diese Beiträge werden direkt von der Krankenkasse einbehalten und an die entsprechenden Versicherungsträger abgeführt. Hingegen besteht während des Bezuges von Krankengeld in der gesetzlichen Krankenversicherung Beitragsfreiheit. Ferner werden die Bezugszeiten des Krankengeldes von Renten- und Arbeitslosenversicherung als Beitragszeiten angerechnet.

Bei Empfängern von Arbeitslosengeld ist es so, dass das Krankengeld in Höhe des Leistungsbetrages des Arbeitslosengeldes und die Beiträge zur Sozialversicherung von der Krankenkasse gezahlt werden.

Wie erfolgt die Berechnung des Krankengeldes?

Das Krankengeld wird für einen Kalendertag berechnet und begrenzt sich immer pro Monat auf 30 Kalendertage, egal, wie viele Kalendertage der Monat hat. Besteht der Krankengeldanspruch für einen ganzen Kalendermonat, so wird das Krankengeld für 30 Kalendertage gezahlt, auch wenn der betreffende Monat 31 Kalendertage hätte. In Teilmonaten wird hingegen das Krankengeld für die Zahl der tatsächlichen Kalendertage des betreffenden Monats gewährt.

Zum besseren Verständnis folgt hier nun ein einfaches und leicht nachzuvollziehendes Beispiel für eine korrekte Krankengeldberechnung.

Hierzu ist es erforderlich, dass entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, 3 Beträge - nämlich 70 % vom Brutto (Vorschrift 1), 90 % vom Netto plus Einmalzahlungen (Vorschrift 2) und 100 % vom regelmäßigen Netto (Vorschrift 3) - berechnet und miteinander verglichen werden müssen. Auf Grund dieser Vorgaben ist jeweils immer der entsprechende kalendertägliche Krankengeldbetrag zu ermitteln. Nur so ist ein Vergleichen möglich.

Nun zum Beispiel:

Gehen wir davon aus, dass Ihr letztes, vor Beginn Ihrer Krankschreibung, monatliches Bruttogehalt 3.000 Euro betrug. Nach Abzug aller gesetzlichen Abgaben, wie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sowie der Berücksichtigung von Familienstand und Kinderzahl auf der Steuerkarte, verbleiben noch Netto 2.150 Euro. In den letzten 12 Monaten vor Ihrer Erkrankung haben Sie insgesamt 1.100 Euro Brutto an beitragspflichtigen "Einmalzahlungen", wie z. B. das 13 te Monatsgehalt, Weihnachts- und Urlaubsgeld erhalten.

Erster Schritt:

Als erstes müssen Sie anhand dieser Daten jeweils die vorgenannten Beträge gemäß den Vorschriften 1 bis 3 auf den Kalendertag umrechnen.

  1. Brutto-Tagessatz = 3.000 Euro (Bruttolohn) geteilt durch 30 Kalendertage = 100 Euro Brutto-Tagessatz
  2. Netto-Tagessatz = 2.150 Euro (Nettolohn) geteilt durch 30 Kalendertage (Monat) = 71,66 Euro Netto-Tagessatz
  3. Brutto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag = 1.100 Euro (Brutto-Einmalzahlungen des Jahres) geteilt durch 360 Kalendertage (Jahr) = 3,06 Euro Brutto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag
  4. Der kalendertägliche Hinzurechnungsbetrag auf Bruttobasis von 3,06 Euro (siehe Punkt 3) muss auch auf Nettobasis ermittelt werden. Mit der nun folgenden Rechnung unter Punkt 4 wird die Frage beantwortet, wie viel Euro der kalendertägliche Bruttobetrag der Einmalzahlungen von 3,06 Euro Netto betragen würde.

Netto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag = 2.150 Euro (Nettolohn) geteilt durch 3.000 Euro (Bruttolohn) mal 3,06 Euro (Brutto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag) = 2,19 Euro Netto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag

Zweiter Schritt

Im zweiten Schritt werden nun in einer weiteren kurzen Rechenoperation die Beträge der gesetzlichen Vorschrift (Vorschrift 1 bis Vorschrift 3) zur Höhe des kalendertäglichen Krankengeldes ermittelt. Der Gesetzgeber spricht hier vom kalendertäglichen Regelentgelt bzw. kalendertäglichen kumulierten Regelentgelt.

  1. Vorschrift 1 = 100 Euro (Brutto-Tagessatz) + 3,06 Euro (Brutto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag) = 103,06 Euro (kalendertägliches kumuliertes Regelentgelt vom Brutto) mal 70 % = 77,39 Euro (Vorschrift 1)
  2. Vorschrift 2 = 71,66 Euro (Netto-Tagessatz) + 2,19 Euro (Netto-Hinzurechnungsbetrag für Einmalzahlungen pro Kalendertag) = 73,85 Euro (kalendertägliches kumuliertes Regelentgelt vom Netto) mal 90 % = 66,46 Euro (Vorschrift 2)
  3. Vorschrift 3 (100 % iges kalendertägliches Regelentgelt vom Netto) = 71,66 Euro (kalendertägliches Regelentgelt vom Netto)

Dritter Schritt

Nun sind die 3 errechneten Beträge miteinander zu vergleichen und gegenüber zu stellen. Auf Grund der gesetzlichen Vorschrift zur Höhe des kalendertäglichen Regelentgelts darf aber keiner der 3 ermittelten Beträge überschritten werden. Im Ergebnis ist also der unter Schritt 2 ermittelte Betrag des Punktes 2 mit 66,46 Euro (kalendertägliches 90 % iges Regelentgelt vom Netto inklusive Hinzurechnungsbetrag) für die Höhe des Krankengelds maßgebend.

Ergebnis

Das monatliche Krankengeld beträgt in unserem Beispiel somit 1.993,80 Euro = 66,46 Euro mal 30 Kalendertage.

Von diesem Betrag (1.993,80 Euro) erfolgen noch die gesetzlichen Abzüge für die Renten- und Pflegeversicherung. Achtung! Nicht aber für die gesetzliche Krankenversicherung. Gehen wir in unserem Beispiel von einem Abzugsbetrag von insgesamt beispielsweise 12 % aus, so beträgt das zu zahlende monatliche Krankengeld ihrer Krankenkasse 1.754,54 Euro.

Häufigste Fehlerquellen bei der Berechnung des Krankengeldes

Wenn nun bei der Berechnung des 90 % igen kumulierten Regelentgeltes vom Netto inklusive des Hinzurechnungsbetrags für Einmalzahlungen (siehe unter "Zweiter Schritt" Punkt 2 "Vorschrift 2") der Hinzurechnungsbetrag ignoriert wird, ergibt sich automatisch immer eine neue niedrigere "Höchstgrenze" des Krankengeldes zum Nachteil des Versicherten.

Deshalb müssen Sie unbedingt prüfen, ob die Berechnung des Krankengeldes in diesem Punkt korrekt vorgenommen wurde, denn hier werden oft Fehler gemacht.

Schließlich geht es um Ihr Geld.

Zuletzt geändert am 15.12.2015 12:55