Jugendtreffen 2008 in Frankfurt

Austausch und Information

Schon lange gehört das PRO RETINA Jugendtreffen für junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren fest in den Seminarkalender und anhand steigender Teilnehmerzahlen ist abzulesen, dass dieses einzigartige Angebot für junge Betroffene von RP, MD und dem Usher-Syndrom wichtig ist. Als Fazit von „Neulingen“ beim Jugendtreffen hört man oft: "Ich wusste gar nicht, was mich erwartet, aber gefallen hat es mir im Endeffekt doch sehr gut." Wahrscheinlich ist es richtig sich etwas überraschen zu lassen, jedoch werde ich trotzdem versuchen zu beschreiben, was ein Jugendseminar ausmacht. Seitdem ich seit einigen Jahren regelmäßig an den jährlich stattfindenden Jugendtreffen teilnehme, fand ich es immer interessant mich mit der Gruppe unterschiedlichster Betroffener auszutauschen und zu sehen, wie jeder persönlich mit der Sehbehinderung umgeht. Wie jedes Jahr war es eine bunt gemischte Gruppe hinsichtlich Alter, Geschlecht und Art der Erkrankung. Trotz oder auch gerade wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen kann man feststellen, dass die Teilnehmer immer wieder eine gemeinsame Basis finden. Wie ich kommen auch andere immer gerne wieder, so dass man im voraus schonweiß, dass man bekannte Leute wieder trifft, von denen viele auch schon zu Freunden geworden sind. Andererseits ist es immer wieder schön, neue Leute kennen zu lernen. Dass ein großer Bedarf an Informationen zum Thema Hilfsmittel besteht, konnte man schon daran erkennen, dass der Zeitplan etwas durcheinander geraten ist. Im Low Vision Fachgeschäft der Reinecker Reha Technik in Darmstadt hatten wir die Möglichkeit von Lupen über Kantenfilter bis zu Bildschirmlesegeräten uns umfassend über verfügbare Hilfsmittel zu informieren und vieles selber auszuprobieren. Später hielt der Mobilitätslehrer Herr Gerbig einen Vortrag zur Orientierung im Straßenverkehr.

Nur noch schwarz sehen

Der für mich interessanteste Programmpunkt war der Besuch des Dialog Museums, indem man erfahren kann, wie es ist nur noch „schwarz zu sehen“, im wahrsten Sinne des Wortes. In kleinen Gruppen wurden wir von einem vollblinden Guide durch die Räume des Museums geführt, in denen es tatsächlichvollständig dunkel ist. Man muss allerdings dazu sagen, dass es im gesamten Museum keine Treppen gibt und man sich oft an einer Wand entlang tasten kann, so dass es nichtunbedingt mit der Herausforderung sich als Blinder im Straßenverkehr zu bewegen zu vergleichen ist. Trotzdem ist es eine super Erfahrung und absolut empfehlenswert. Neben dem interessanten Programm war, wie bei jedem Jugendseminar, auch genügend Raum für den persönlichen Austausch untereinander, was ich als besonders wichtig erachte. So hat mir auch einer der Teilnehmer bestätigt, dass gerade dies ihm geholfen hat „mit seiner Sehbehinderung besser umgehen zu können“.

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Zuletzt geändert am 06.02.2010 14:55