Berühren und Füttern erlaubt Von Sandra Moqaddem

So hieß das Motto unserer Zooführung am Montag, dem 09. Mai 2011.

Etwa zwanzig Mitglieder unserer Regionalgruppe trafen sich bei strahlendem Sonnenschein und sommerlicher Wärme am Haupteingang des Kölner Zoos. Begleitet von je einem ehrenamtlichen Guide, wurden wir in zwei Kleingruppen eingeteilt.

Vor dem Haupteingang des Kölner ZoosVor dem Haupteingang des Kölner Zoos.

Rege DiskussionRege Diskussion

Die Mitglieder der RG Köln warten gespannt auf den Beginn der FührungDie Mitglieder der RG Köln warten gespannt auf den Beginn der Führung

Unser Rundgang beinhaltete zuerst einmal das Flamingo-Gehege. Unser Guide erzählte uns, dass die lachsrosa bis orangerote Farbe dieser Flamingo-Art von den Antillen daher stammt, dass sie kleine Krebse fressen. Woran erinnert uns das? Richtig: Tatsächlich ist hier der Farbstoff Zeaxanthin in großen Mengen im Gefieder des Flamingos enthalten. Gleichzeitig durften wir einige weiche Flamingo-Federn ertasten, die die Runde machten. Die Küken werden aber mit grauen Daunen geboren, die Färbung entsteht erst später. Es ist bekannt, dass die Flamingos auf einem Bein stehen. Dieses tun sie, um das andere zu entlasten.

Wir machten dann Halt am Gehege der Moschusochsen. Sie dösten friedlich in der Mittagssonne. Würde sich ein Feind nähern, wäre der Moschusochse gar nicht mehr so friedlich: Er würde Brüll-Laute von sich geben und versuchen, mit aller Kraft gegen den Feind anzurennen. Ab und zu konnten wir ein Junges erhaschen, dessen Silhouette tatsächlich die Verwandtschaft dieser Tierart mit den Ziegen deutlich machte. Diese Moschusochsen haben gar nichts mit der Werbung für Rasierdüfte gemeinsam - allenfalls zur Brunftzeit geben sie Moschusduft ab. Eine Idee von der Beschaffenheit des Fells konnten wir uns machen. Der Moschusochse wurde von einer Begleiterin treffend als "Flokati" mit langen Fransen, die überall herunterhängen, bezeichnet. Das Fell war dunkelgrau-anthrazit, so würde ich die Farbe beschreiben, und erinnerte in seiner Weichheit an Alpaka-Wolle.

Uns wurde das Giraffenhaus gezeigt, in dem es vor lauter Vögeln nur so zwitscherte. Manch einer von uns fragte sich, ob das wirklich das Giraffenhaus war. Auch hier war es ganz einfach: Hier lebten Vögel in Koexistenz mit den Giraffen. Von hinten wurden wir um das Giraffenhaus herumgeführt und uns wurde eine Tierwärterin vorgestellt, um ihren Ellenbogen einen großen Eimer mit Bananenstücken. Wer wollte, konnte die Giraffen füttern, die sich gerade im Freigehege befanden. Dieses ließen sie sich nicht zweimal sagen und streckten gewandt ihre Hälse in unsere Richtung, während wir gleichzeitig andere beobachten konnten, wie sie mit ihrer langen Zunge kleine Zweige oder Blätter von Bäumen, die über uns jenseits des Geheges wuchsen, abrissen und fraßen. Als Andenken bekamen wir ein Stück Haar vom Schwanz der Giraffe. Dieses Haar erinnert fast von der Dicke her an eine Gitarrensaite oder einen Zwirn und ist schwarz. Wir durften auch den nachgebildeten Giraffenschädel ertasten und uns wurde an der Art und der Anordnung der Zähne gezeigt, dass Giraffen Wiederkäuer sind.

Auch für die Giraffen war es eine Abwechslung im Tagesablauf -Auch für die Giraffen war es eine Abwechslung im Tagesablauf.

sie konnten von uns gefüttert werden!sie konnten von uns gefüttert werden!

An einem Hauptweg machten wir Halt und unser Guide zog eine weitere Überraschung aus dem mitgeführten Bollerwagen. Über eine Parkbank wurde ein präpariertes Fell eines sibirischen Tigers ausgebreitet. An den Pfoten waren noch die scharfen Krallen dran; auch das Fell des Kopfes, um Augenhöhlen, Maul und Ohren herum und der Schwanz waren vorhanden. Das Fell war von einem schönen Orange mit schwarzen Längsstreifen, unten Richtung Bauch dann weißlich. Manch einer hat sich das Fell, das im Übrigen auch das Interesse von ganzen Kindergartengruppen auf sich gezogen hat, weicher vorgestellt -aber so ruppig hart waren die Haare nun auch wieder nicht.

Weiter ging es in das Tropen- und Elefantenhaus. Auch hier konnten wir nach einigem Verweilen drinnen bei feuchtwarmen Temperaturen draußen auf das Freigelände, wo im Halbrund etliche Schilder von Elefantenrassen aufgestellt waren. So viele gab es, ich dachte, höchstens zwei bis drei.

Ein gigantischer Backenzahn ruht in den Händen.So gigantisch wie die Elefanten sind auch die Zähne. Hier ruht ein Backenzahn in den Händen eines Mitglieds.

Wir kamen auch an den Pavianen vorbei, uns wurde ihr Sozialverhalten erklärt. Auch hier konnten wir einen nachgebildeten Schädel ertasten.

Nach der sehr informativen und gelungenen Führung haben wir es uns im Pavillon gemütlich gemacht und den schönen Tag ausklingen lassen.

Zuletzt geändert am 19.12.2013 10:13