Pressemitteilung vom 5.10.2017Patientensymposium im Schloss zu Münster

Vorträge, Hilfsmittelausstellung und kostenloses Screening

Mit den Zielen „Blindheit verstehen und verhüten“ findet die diesjährige Woche des Sehens vom 08. bis zum 15. Oktober 2017 statt. Eine Vielzahl an Partnern möchte diese Ziele erreichen, indem auf die Bedeutung von einem guten Sehvermögen und die Ursachen von Blindheit aufmerksam gemacht wird.

Auch die PRO RETINA beteiligt sich an dieser Zielsetzung. Hierzu wird am Mittwoch, dem 11.10.2017 im Schloss zu Münster ein Patientensymposium stattfinden, welches sich sowohl an Betroffene, Angehörige als auch an Interessierte richtet, die sich im Rahmen dieser Veranstaltung zu diversen Themen informieren können.

Neben Vorträgen zu unterschiedlichen Augenerkrankungen gibt es auch die Möglichkeit, eine Hilfsmittelausstellung zu besuchen, bei der unterschiedlichste Alltagshilfen für Blinde und Sehbehinderte vorgestellt werden und ausprobiert werden können.

Überdies freuen wir uns, ein kostenloses Screening für diabetische Retinopathie anbieten zu dürfen, welches von der Firma Löwe Medizintechnik GmbH durchgeführt wird. Hier kann, mittels eines RETeval Elektroretinographen von Welch Allyn, innerhalb von 3 Minuten festgestellt werden, ob die Netzhaut (Retina) die für diabetische Retinopathie typische reduzierte Weiterleitung von Signalen aufweist oder nicht. Dabei wird mit nichtinvasiven Elektroden/Sensoren, ähnlich wie bei einem EKG, die elektrische Aktivität der Retina gemessen. Anhand der Werte kann festgestellt werden, ob es Anzeichen für eine verminderte Weiterleitung und somit eine diabetischen Retinopathie gibt.

Bei der diabetischen Retinopathie, welche bei einer fortgeschrittenen Diabetes auftreten kann, handelt es sich um die Hauptursache für Erblindung bei Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter, die vollständige Erblindung kann jedoch bei früher Erkennung und Behandlung in den meisten Fällen verhindert werden.

In einem Vortrag wird sich PD Dr. Ramin Khoramnia mit dem Diabetischen Makulaödem (DMÖ) auseinandersetzen. Dieses Augenleiden wird durch die erhöhten Blutzuckerwerte einer Diabetes verursacht, die Gefäßveränderungen nach sich ziehen können und es zu einer Unterversorgung der Netzhaut kommen kann. Die Betroffenen leiden unter einer Verschlechterung des zentralen Sehens, was sich besonders beim Lesen und beim Erkennen von Details bemerkbar macht. Zudem wird auch ein verzerrtes Bild oder ein vermindertes Kontrastsehen mit einer DMÖ assoziiert.

Anschließend klärt Prof. Dr. med. Daniel Pauleikoff aus Münster über die Entstehung, den Verlauf und die therapeutischen Möglichkeiten von MacTel Typ 2 (Makuläre Teleangiektasien) auf. Hierbei handelt es sich um eine seltene Augenerkrankung, bei der es zu Veränderungen kleinster Netzhautgefäße und der Netzhaut selbst kommen kann. Diese Veränderungen können zu einer langsam fortschreitenden Visusminderung und/oder einer verzerrten Wahrnehmung der Umgebung im Erwachsenenalter führen.

Ein weiterer Vortrag von Dr. med. Matthias Gutfleisch aus Münster beschäftigt sich mit der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) und hereditären Makuladystrophien, wie Morbus Stargardt, Morbus Best und AVMD. Die altersbedingte Makuladegeneration, AMD, ist die häufigste Ursache für die Erblindung im Sinne des Gesetzes im Alter. Obwohl es keine genauen Fallzahlen gibt, wird von über vier Millionen Betroffenen in Deutschland ausgegangen. Bei der im steigenden Alter einsetzenden AMD ist die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens betroffen. So wird es schwierig, Details wahrnehmen und Dinge, die direkt vor den Augen liegen, erkennen zu können.

Neben den medizinischen Inhalten wird es auch einen Vortrag zum Thema „Alltagsbewältigung mit einer Seheinschränkung“ von Jana Bouws vom AMD-Netz aus Münster geben. Überdies wird Marina Brinkmann von der Westfälischen Blindenhörbücherei aus Münster vorstellen, welche Möglichkeiten es gibt, trotz einer Seheinschränkung noch lesen zu können.

Die PRO RETINA freut sich, dieses Symposium ausrichten zu dürfen und Teil der Aufklärung rund um das Thema „Blindheit verstehen und verhüten“ sein zu dürfen.

Weitere Informationen können Sie auf der Webseite der PRO RETINA (www.pro-retina.de) finden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Heike Ferber unter Tel. (0 29 25) 81 75 41 oder per E-Mail an heike.ferber@t-online.de.

Programm

  • 14:00: Einlass mit Möglichkeit zum Besuch einer Hilfsmittelausstellung
  • 14:30: Beginn mit anschließender Begrüßung durch Prof. Dr. med. Daniel Pauleikhoff, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital, Münster
  • 14:45: Diabetisches Makulaödem – DMÖ – PD Dr. Ramin Khoramnia
  • 15:15: MacTel Typ 2 – Entstehung, Verlauf und therapeutische Möglichkeiten – Prof. Dr. med. Daniel Pauleikhoff, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital, Münster
  • 15:45: Hilfsmittelausstellung
  • 16:15: Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und hereditäre Makuladystrophien (Morbus Stargardt, Morbus Best und AVMD) – Dr. med. Matthias Gutfleisch, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital, Münster
  • 16:45: Alltagsbewältigung mit einer Seheinschränkung – Jana Bouws, AMD-Netz, Münster
  • 17:00: Lesen trotz Seheinschränkung – Marina Brinkmann, Westfälische Blindenhörbücherei, Münster
  • 17:15: Veranstaltungsende

Veranstaltungsort

Schloss zu Münster
Schlossplatz 2
48149 Münster

Die PRO RETINA Deutschland, die in diesem Jahr ihr vierzigstes Jubiläum feiert, freut sich, hier wieder wertvolle Informationen bereitstellen zu können. Diese richten sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige und Interessierte.

Zuletzt geändert am 05.10.2017 12:30