Diagnose der AMD

Zur ärztlichen Diagnostik der AMD gehören bei der Befunderhebung eine Sehschärfenbestimmung, eine Untersuchung mit der Spaltlampe sowie die Untersuchung der Makula.

Gibt es Hinweise auf die feuchte Form der AMD oder ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, setzt der Arzt weitere Untersuchungen ein.

Gefäßdarstellung (Fluoreszenzangiografie)

Im Augenhintergrund gibt es zwei Blutgefäßsysteme zur Versorgung der Netzhaut: Eines befindet sich direkt in der Netzhaut, ein zweites unter dem so genannten retinalen Pigmentepithel in der Aderhaut. Diese Blutgefäße sind bei verschiedenen Augenkrankheiten verändert. Mit einer Angiographie genannten Untersuchungsmethode können solche Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Bei der Angiographie wird ein Farbstoff in eine Armvene gespritzt. Über den Blutkreislauf gelangt der Farbstoff in die Blutgefäße der Augen und verteilt sich. Der Farbstoff bewirkt, dass die Gefäße besser sichtbar werden. Sobald der Farbstoff im Auge angekommen ist, wird eine Serie von Fotos über einen Zeitraum von ca. 10 Minuten gemacht. Aufgrund der Geschwindigkeit und Art, wie sich der Farbstoff verteilt, lassen sich Veränderungen der Blutgefäße erkennen.

Die verwendeten Farbstoffe haben die Eigenschaft der Fluoreszenz: Wenn man sie mit Licht einer bestimmten Wellenlänge (488 nm) anleuchtet, strahlen sie Licht einer anderen Wellenlänge (540 nm) ab. Durch Verwendung spezieller Filter wird nur dieses abgestrahlte Licht aufgefangen. Damit erscheinen Stellen ohne Farbstoff in der Angiographie dunkel und die Stellen mit Farbstoffanreicherung unterschiedlich hell. Am hellsten sind bei gesunden Augen die Blutgefäße der Netzhaut (nach www.amd-netz.de).

Optische Kohärenztomografie (OCT)

Bei der hochauflösenden Optischen Kohärenztomografie (OCT) wird im Rahmen einer berührungsfreien Untersuchung die Netzhaut mit Laserstrahlen abgetastet.

Die reflektierten Laserstrahlen ergeben ein Schnittbild der Netzhautstruktur. Moderne Geräte führen mehr als 50.000 Messungen pro Sekunde durch und erlauben damit eine sehr detaillierte Untersuchung der Makula. Die OCT erlaubt auch, frühzeitig Strukturveränderungen zu erkennen. Damit ist sie genauer als die Augenspiegelung. Bei der feuchten AMD lassen sich Flüssigkeitsansammlungen in und unter der Netzhaut darstellen. Bei der trockenen AMD zeigen sich Ablagerungen unter der Netzhaut sowie eine Verdünnung der Netzhautstruktur. Die klinische Bedeutung der OCT liegt vor allem in der Verlaufskontrolle bei der Behandlung der feuchten AMD und in der Abgrenzung von anderen Makula-Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie eine AMD haben können (nach www.amd-netz.de).

Hinweis: Die OCT ist nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgeführt. Darum ist diese Untersuchung in der Regel eine sogenannte Individuelle Gesundheits-Leistung (IGeL). Erkundigen Sie sich bei Ihrem Augenarzt nach der entsprechenden Kostenregelung. Wird die OCT bei einer feuchten AMD als Kontrolluntersuchung während einer Injektionsbehandlung eingesetzt, werden die Kosten von einigen Krankenkassen im Rahmen der Versorgungsverträge übernommen.

Frau beim Augenarzt zur Untersuchung

Zuletzt geändert am 22.08.2016 12:17