AMD ist eine komplexe Krankheit

Bei der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) ist die Netzhaut im Auge an der Stelle des schärfsten Sehens betroffen, der „Makula“. Dieser nur zwei Quadratmillimeter kleine Bereich der Netzhaut wird auch „gelber Fleck“ genannt. In ihm liegt die Mehrzahl der empfindlichsten Sinneszellen des Auges, mit denen Farben und scharfe Bilder wahrgenommen werden. Die AMD verläuft schmerzfrei, ist aber in den meisten Fällen eine fortschreitende Erkrankung. Sie beeinträchtigt zunehmend das zentrale Sehen, das heißt: In der Mitte des Seh-Eindrucks sieht der Patient zunehmend verzerrt oder hat blinde Flecken in seinem Bild. Bei einigen Patienten schreiten die AMD und damit die Veränderung im Sehvermögen langsam voran. Sie bemerken nur leichte Probleme beim Sehen. In anderen Fällen verläuft die Krankheit rasant und führt schnell zu dramatischem Sehverlust.

Ursachen

Die AMD gehört zu jenen Erkrankungen, bei denen verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Neben dem Alter spielen die genetische Veranlagung sowie Umweltfaktoren und vor allem der Lebensstil eine Rolle. Bei der AMD ist der Stoffwechsel in den lichtverarbeitenden Zellen (Fotorezeptoren) der Netzhaut und der sie ernährenden und tragenden Zellschicht (Pigmentepithel) gestört. Dies verursacht Ablagerungen von Stoffwechselabfällen unter der Netzhaut, die so genannten „Drusen“. Drusen treten bei Menschen schon ab dem 50. Lebensalter auf und können bei einer umfassenden Augenuntersuchung nachgewiesen werden.

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Risikofaktoren

Nach heutigen Erkenntnissen gibt es einige Risikofaktoren für eine AMD Erkrankung. Darunter sind Faktoren, welche die Menschen selbst beeinflussen können, wie das Rauchen, Sonne und starkes künstliches UV-Licht, Ernährung und die richtige Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck. Nicht beeinflussbar sind die erbliche Veranlagung und das Alter. Das Risiko erhöht sich ab dem 60. Lebensjahr und ab dem 75. Lebensjahr besteht ein 30-prozentiges Risiko, an AMD zu erkranken. Hinzu kommen Faktoren wie das Geschlecht – Frauen sind etwas häufiger betroffen – sowie Haut- und Augenfarbe – hellhäutige Menschen und Menschen mit blauen Augen erkranken ebenfalls häufiger.

Für Menschen mit einem erhöhten Risiko, an AMD zu erkranken, sind Früherkennung und Vorsorge deshalb besonders wichtig.

Krankheitsverlauf und Formen der AMD

Im Frühstadium der AMD – Ärzte sprechen dann mitunter auch von einer „altersabhängigen Makulopathie“ – wird die Sehschärfe von den Drusen und Ablagerungen meist noch nicht beeinträchtigt, die Sehfähigkeit ist allgemein noch gut. Darum bemerken das die Betroffenen nicht. Bei einer Untersuchung in sieben europäischen Ländern konnten die Ärzte bei 49 Prozent der Menschen über 65 Jahren solche Veränderungen feststellen. Bei manchen Patienten entwickelt sich die Erkrankung nicht über dieses Stadium hinaus, doch bei der Mehrzahl schreitet sie – wenn auch langsam – voran. Deswegen ist ab dem Alter von 50 Jahren eine regelmäßige Kontrolle der Augen wichtig.

Bei dem späteren, fortgeschrittenen Stadium der AMD unterscheiden die Augenärzte zwischen zwei verschiedenen Formen: der „trockenen“ und der „feuchten“ Form der AMD, die sich auf der Basis einer trockenen Form entwickeln kann.

Augenerkrankungen aus der Sicht der Patienten am Beispiel vom Brandenburger Tor

Zuletzt geändert am 22.08.2016 11:14