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Makua-Forschungspreis 2015 der PRO RETINA Deutschland e. V. zur Verhütung von Blindheit

ist beim diesjährigen Kongreß der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin Herrn Dr. med. Martin Gliem von der Universitätsaugenklinik Bonn zuerkannt worden für diese miteinander verbundenen Publikationen:

  • Gliem M, Hendig D, Finger RP, Holz FG, Charbel Issa P. (2015) Reticular pseudodrusen associated with a diseased Bruch membrane in pseudoxanthoma elasticum. JAMA Ophthalmol. 133(5):581-8.
  • Gliem M, Müller PL, Mangold E, Bolz HJ, Stöhr H, Weber BH, Holz FG, Charbel Issa P (2015) Reticular Pseudodrusen in Sorsby Fundus Dystrophy. Ophthalmolgy [im Druck, online publiziert].

Ziel der beiden Arbeiten war es, anhand von Modellerkrankungen mit definierter Pathologie der Bruch’schen Membran (Grenzmembran zwischen der Aderhaut (Choroidea) und dem retinalen Pigmentepithel RPE) deren Beitrag zur Pathogenese retikulärer Pseudodrusen ("netzartige Ablagerungen") und der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zu ermitteln. In der ersten Arbeit wurden 57 an Pseudoxanthoma Elasticum (PXE) erkrankte Patienten untersucht, bei denen eine autosomal rezessive Mutation im ABCC6-Gen vorhanden ist, die zu einer Verdickung elastischer Fasern in der Bruch’schen Membran führen. In der zweiten Arbeit wurden 17 Patienten mit Sorsby Fundus Dystrophie untersucht mit autosomal dominant vererbten Mutationen in einem bestimmten Gen, die zu Ablagerungen zwischen Bruch’scher Membran und retinalem Pigmentepithel führen. Herr Gliem und seine Ko-Autoren fanden eine auffällige Häufung von retikulären Pseudodrusen in beiden Patientengruppen in der 5. – 6. Lebensdekade bei etwa 70% der Fälle, mit einer topographischen Lokalisation, die mit AMD vergleichbar ist. Dabei hat Herr Gliem in besonderer Weise sehr kundig neue Darstellungs- und Analysemethoden herangezogen, um ein besseres Verständnis der pathophysiologischen Abläufe bei multifaktoriellen Erkrankungen wie der AMD und verwandter Erkrankungen zu gewinnen.

Der Preisträger Herr Dr. Gliem hat Humanmedizin in Würzburg studiert, seit Anfang 2012 ist er Assistenzarzt an der Universitätsaugenklinik in Bonn und betreut zusammen mit Prof. Charbel Issa die dortige Spezialsprechstunde. Er hat sich als „clinical scientist“ ausgewiesen und zählt zum hoffnungsvollsten wissenschaftlichen Nachwuchs der klinischen Augenheilkunde.

Die PRO RETINA Deutschland e. V. und auch das Newsletter-Team wünschen Herrn Dr. Martin Gliem bei seiner wissenschaftlichen Arbeit an der Universitätsaugenklinik in Bonn bei Herrn Prof. Holz eine sehr erfolgreiche weitere Tätigkeit und gratulieren ihm herzlich zu dieser Ehrung, die mit einer Barsumme von 2.000 Euro sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthalts in Übersee (im Wert von weiteren 1.500 Euro) verbunden ist.

Quelle: PRO RETINA Deutschland e. V.

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Zuletzt geändert am 03.10.2015 15:10