AMD: Knochenmaterial als Ausgangspunkt

Informationen über einen neuen möglichen Erklärungsansatz für die Drusenbildung bei der AMD ergab eine nun veröffentlichte Arbeit aus den USA:

Knochenmaterial im Auge könnte der Ausgangspunkt für die Entstehung einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sein: Winzige Kügelchen von Hydroxylapatit könnten den Kristallisationskern für die Ablagerungen in der Retina darstellen, die für die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) verantwortlich sind. Darauf weist die Arbeit von Forschern um Professor Dr. Richard Thompson von der Universität Maryland hin, die ihre Ergebnisse jetzt im Fachjournal «PNAS» veröffentlicht haben. Die AMD ist in Industriestaaten die häufigste Erblindungsursache. Charakteristisch für die Erkrankung sind Ablagerungen von Protein- und Lipidresten in der Netzhaut, sogenannte Drusen, die die Versorgung der Retina stören und nach und nach zum Sehverlust führen.

Neue Untersuchungsergebnisse

Das Team um Thompson untersuchte post mortem Netzhaut-Proben von insgesamt 30 Personen im Alter von 43 bis 96 Jahren, von denen einzelne schon AMD entwickelt hatten. Mittels Fluoreszenz-Mikroskopie und Röntgenbeugung konnten die Wissenschaftler winzige hohle Kügelchen aus mineralisiertem Calcium-Phosphat (Hydroxylapatit, HAP) nachweisen – der Stoff, aus dem Knochen und Zähne gebildet werden. Die Partikel wiesen einen Durchmesser von 0,5 bis 20 µm auf und befanden sich in der Bruch-Membran, der Abgrenzung des retinalen Pigmentepithels von der Aderhaut. Mit HAP-selektiver Anfärbung konnten die Forscher zeigen, dass die Drusen zahlreiche HAP-Partikel enthielten. Die Forscher gehen davon aus, dass die Kügelchen eine Art Kristallisationskern darstellen, um den herum sich Proteine und Lipide ablagern.

Hoffnung auf neue Therapieansätze

«Dies ist ein neuer Erklärungsansatz, wie es zur Drusenbildung kommt», sagt Thompson in einer Pressemitteilung. Als nächstes will das Team untersuchen, inwieweit die Hydroxylapatit-Partikel als frühes Warnsignal zur Diagnose von AMD verwendet werden kann. Zudem hoffen die Forscher auf neue therapeutische Möglichkeiten durch ihre Ergebnisse.

Quelle:pharmazeutische-zeitung.de vom 22.01.2015

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Zuletzt geändert am 31.01.2015 16:02