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Makula Forschungspreis 2014 der PRO RETINA Deutschland e. V. zur Verhütung von Blindheit

ist beim diesjährigen Kongreß der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Leipzig an Frau Dr. med. Dr. rer. nat. Barbara Maria Braunger verliehen worden, und zwar für die miteinander verbundenen Publikationen

  • Braunger B.M. et al. (2013), Constitutive overexpression of Neurin activates Wnt/ß-catenin and endothelin-2 signaling to protect photoreceptors from light damage. Neurobiol. Dis. 50, 1-12.
  • Braunger et al. (2013), TGF-ß signaling protects retinal neurons from programmed cell death during the development of the mammalian eye. J. Neurosci. 33, 14246-58.

In der ersten Arbeit hat Frau Dr. Braunger zusammen mit ihren Coautoren die neuroprotektive (Nervenschützende) Wirkung des Signalproteins Neurin im Detail charakterisiert und untersucht, ob dessen Expression ("Umsetzung der genetischen Information in Proteine") in der Netzhaut über neuroprotektive Signalwege die Photorezeptoren von einem Schaden schützen kann. Dazu hat sie transgene ("gentechnisch veränderte") Mäuse mit einer zellspezifischen Überexpression ("i.w.S. Überproduktion") von Neurin im retinalen Pigmentepithel gezüchtet und konnte nachweisen, dass Neurin eine kontinuierliche Aktivierung eines bestimmten Signalwegs bewirkt. Mit Hilfe eines Lichtschadensmodells konnte sie nachweisen, dass Neurin tatsächlich eine neuroprotektive Wirkung hervorruft und sie konnte den Signalweg auch molekular charakterisieren.

In ihrer zweiten Arbeit konnte sie nachweisen, dass TGF-ß (ein Wachstumsfaktor, reguliert eine Vielzahl von zellulären Prozessen, ist auch von zentraler Bedeutung für frühe embryonale Entwicklungsprozesse) im Gegensatz zu früheren Arbeiten ebenfalls einen neuroprotektiven Effekt auf die Netzhaut während der Entwicklung hat und den programmierten Zelltod von retinalen Neuronen verhindert. Damit hat Frau Dr. Barbara Braunger zu einem wesentlichen neuen Kapitel der neuroprotektiven Signalwege in der Netzhaut beigetragen und Befunde von höchster Relevanz für neuroprotektive Therapiestrategien entdeckt, die auch für neue Strategien zur Behandlung der degenerativen Makula-Erkrankungen relevant sind.

Frau Dr. Braunger hat in Ulm Humanmedizin studiert und am dortigen Lehrstuhl für Humangenetik zum Dr. med. promoviert. 2005 hat sie ihre Facharztausbildung für Augenheilkunde an der Universitätsaugenklinik Erlangen begonnen, ist dann als Postdoc im Rahmen der Berufung von Prof. Tamm nach Regensburg gegangen und hat 2013 dort auch zum Dr. rer. nat. promoviert. Seit 2013 ist sie Gruppenleiterin am Institut für Humananatomie und Embryologie am Lehrstuhl von Prof. Tamm in Regensburg.

Die PRO RETINA Deutschland e. V. und auch das Newsletter-Team wünschen Frau Dr. Barbara Braunger für ihre Arbeit eine sehr erfolgreiche weitere Tätigkeit und gratulieren ihr herzlich zu dieser Ehrung, die mit einer Barsumme von 2000 €, sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthaltes (im Wert von weiteren 1500 €) verbunden ist.

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Zuletzt geändert am 28.09.2014 19:55