Sehbehinderung und psychotische Erkrankungen Studienaufruf des Klinikums der Universität Regensburg

Dr. Steffen Landgraf und Prof. Michael Osterheider vom Klinikum der Universität Regensburg arbeiten an der Aufklärung der Ursachen für psychotische Erkrankungen, bei denen es unter anderem zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen kommen kann.

Ihr Protection Against Schizophrenia (PaSZ) Modell besagt, dass (1) sowohl die vollkommene Abwesenheit von visuellen Fähigkeiten, wie z.B. bei Geburtsblinden, als auch (2) die Entwicklung normaler visueller Fähigkeiten das Risiko, psychotische Symptome zu entwickeln, verringern. Als Ursache für diesen Zusammenhang vermuten die Forscher, dass angeborene visuelle Beeinträchtigungen (z.B. Retina-Degeneration) und erworbene visuelle Schädigungen (z.B. durch Unfälle, Krankheiten) die Interpretation der Wirklichkeit beeinträchtigen und zu psychotischen Symptomen führen könnte.

Gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Kuba wollen die Regensburger Forscher durch (online) Fragebögen und Interviews klären, inwieweit visuelle Defizite mit einem erhöhten Risiko für Psychose verbunden sind.

„Auf Grund der Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns sind wir in der Lage, uns im Alltag trotz visueller Defizite zurechtzufinden. Wenn wir diese Anpassung besser verstehen, können wir genauere Früherkennungs- und Behandlungsoptionen entwickeln und sind sogar den Ursachen für die Entwicklung psychotischer Selbst- und Fremdwahrnehmung auf der Spur.“ kommentiert Dr. Landgraf, der die Untersuchungen in der Abteilung für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg leitet.

Für die erste Studie werden Teilnehmer mit verschiedenen visuellen Fähigkeiten gesucht. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an: E-Mail-Kontakt mit Projekt.Vision

Quelle: Frontiers in Psychology

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Zuletzt geändert am 27.12.2013 12:05