Wissenschaftler bauen Netzhautstrukturen aus menschlichen Blutstammzellen

Forscher aus dem amerikanischen Wisconsin haben frühe Netzhautstrukturen hergestellt, welche entwicklungsfähige neuroretinale Vorläuferzellen enthalten. Diese entwickelten sie aus sogenannten pluripotenten (d.h. sie können sich in nahezu alle Zelltypen entwickeln) Stammzellen (iPS) aus dem menschlichen Blut.

Nach 72 Tagen bildeten aus menschlichem Blut gewonnene Stammzellen eine frühe Netzhautstruktur mit spezialisierten Zellen, die den Photorezeptor- und Ganglienzellen der inneren und äußeren Retinaschichten ähneln.

Diese Netzhautstrukturen waren wie in der normalen menschlichen Entwicklung fähig, Zellschichten zu bilden und besitzen die Ausstattung, Informationen weiterzugeben.

Zusammengefasst: diese Entdeckungen weisen auf die Möglichkeit hin, menschliche Netzhautzellen in komplexere Netzhautgewebestrukturen zu "verwandeln".

Die Webseite der Universität berichtet, dass "viele Anwendungen von im Labor hergestellten menschlichen Netzhautgeweben denkbar wären, so zum Beispiel auch als Materialien für Medikamententests und zur Erforschung von degenerativen Erkrankungen der Netzhaut wie Retinitis pigmentosa. Eines Tages könnte es auch möglich sein, mehrschichtige Lagen der Netzhaut zu ersetzen."

"Wir wissen nicht, wie weit und diese Technologie bringen kann, aber die Tatsache, dass wir eine rudimetäre Netzhaut entwickeln können aus den Blutzellen des Patienten ist ermutigend; nicht nur weil dies frühere Arbeiten mit menschlichen Hautzellen bestätigt, sondern auch weil Blut als Ausgangssubstanz leicht zu erhalten ist", sagt Dr. David Gamm, Kinderophthalmologe und Autor der Studie.

Quellen: RP Fighting Blindness

Pressemitteilung University of Wisconsin-Madison

Zum Newsletter-Archiv

Hier können Sie sich für den Newsletter an- oder abmelden.

Zuletzt geändert am 28.12.2013 12:16