"Hohe Auszeichnung für Hendrik Scholl"

So titeln etliche Meldungen, die der Redaktion von PRO RETINA News nun vorliegen.

Prof. Hendrik Scholl ist den meisten Leserinnen und Lesern aus seiner Zeit an den Unikliniken in Tübingen und Bonn sicher noch in bester Erinnerung.

Nun ist er der erste Inhaber der Dr. Frieda Derdeyn Bambas-Stiftungsprofessur für Ophthalmologie am Wilmer Eye Institute - Johns Hopkins Medicine, Baltimore.

Wie es heißt, wird Scholl mit dieser Professur als einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Netzhautdystrophien geehrt. Scholl wurde 2010 nach einem internationalen Auswahlverfahren an das Wilmer Eye Institute berufen und leitet dort die Sektion "Netzhautdegeneration" innerhalb der Retina-Division. Zugleich ist er der Leiter des Visual Neurophysiology Service.

Scholl wechselte 2010 von der Bonner Universitäts-Augenklinik an das Wilmer Eye Institute, zuvor war er an der Universitäts-Augenklinik Tübingen bei Prof. Eberhart Zrenner tätig, der die Laudatio anlässlich der Verleihung der Stiftungsprofessur hielt und, so erinnerte er, auch 2004 in die Antrittsvorlesung von Scholl zur Verleihung der venia legendi eingeführt hatte.

Die translationale Erforschung neurodegenerativer Augenerkrankungen sei stets der Fokus von Scholl gewesen, betonte Zrenner, und schnell sei er zu einer international bekannten und anerkannten Größe auf diesem Gebiet geworden. Regelmäßig sei er von der ARVO zu Vorlesungen eingeladen worden, innerhalb von zwölf Jahren habe Scholl 90 peer-reviewed Originalarbeiten und Übersichtsarbeiten publiziert, 16 davon alleine in "Investigative Ophthalmology", dem meistzitierten Journal auf diesem Forschungsgebiet. Gerne, so Zrenner, hätte man diesen aufgehenden Stern in Deutschland behalten, doch längst hätten ihn auch andere höchst anerkannte Kollegen „auf dem Radar“ gehabt ... und gerade das Wilmer Eye Hospital habe hier „sehr feine Sensoren“.

Grußworte und Worte der Anerkennung für Scholl sprachen außerdem Prof. Bernhard F. Weber, Direktor des Instituts für Humangenetik an der Universität Regensburg, Prof. Jose-Alain Sahel, Direktor des "Institut de la Vision" in Paris, und Prof. Philip Luthert, Direktor des "Institute of Ophthalmology" am University College London (UCL).

Die Stifterin der Professur, Dr. Frieda Derdeyn-Bambas, war gebürtige Belgerin und wanderte als Neunjährige mit ihren Eltern vor Beginn des 1. Weltkrieges in die USA aus. Sie erwarb den Doktorgrad in Philosophie (Ph.D.) und lehrte als Professorin für Französisch an den Universitäten von Oklahoma. 2002 wurde sie als AMD-Patientin im Wilmer Eye Hospital therapiert. Als Dank für die Behandlung und Betreuung, die sie dort erfahren hatte, verfügte sie in ihrem Testament, dass eine Stiftungsprofessur für Ophthalmologie eingerichtet werden sollte. 2005 starb Dr. Frieda Derdeyn Bambas im Alter von 100 Jahren.

Die Redaktion von PRO RETINA News gratuliert Prof. Hendrik Scholl sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und wünscht ihm auf diesem Wege auch weiterhin viel Erfolg!

Quellen:

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Zuletzt geändert am 28.12.2013 12:29