Wichtige Signalwege in der Netzhaut aufgeklärt

"Wichtige Signalwege in der Netzhaut aufgeklärt" lautet eine Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen vom 07.11.2011.

Wie es heißt, ist ein wichtiger Erfolg auf dem Weg zum Verständnis des Sehvorgangs in einer von Prof. Mathias Seeliger vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen koordinierten interdisziplinären Zusammenarbeit mit Gruppen aus Jülich, Oldenburg und Dublin gelungen.

Die Anpassungsfähigkeit der Netzhaut erlaubt das Sehen über einen sehr großen Helligkeitsbereich von dunkler Nacht bis hellem Sonnenschein. Wesentlichen Anteil daran haben die Photorezeptoren, Stäbchen und Zapfen. Während die Stäbchen auf das Sehen im Dunkeln spezialisiert sind, ist mit den Zapfen das hochauflösende, farbige Sehen in heller Umgebung verbunden. In einem dazwischen liegenden (mesopischen) Helligkeitsbereich muss daher von Stäbchen- auf Zapfensehen "umgeschaltet" werden.

Die Forscher konnten nun Schlüsselkomponenten für den Signalfluss zwischen Stäbchen- und Zapfensystem identifizieren und deren Relevanz für die Verarbeitung und Weiterleitung des mesopischen Sehsignals durch Verkreuzung spezifischer genetisch modifizierter Mauslinien nachweisen.

Die neuen Erkenntnisse helfen, den Sehprozess auf Netzhautebene besser zu verstehen. Sie tragen auch dazu bei, Symptome von Patienten mit Netzhauterkrankungen, bei denen die Stäbchen-Zapfen-Kommunikation gestört ist, erklären zu können, und bilden eine Grundlage für potenzielle Behandlungsmöglichkeiten.

Die Arbeit wurde jetzt in einer hochrangigen Fachzeitschrift der Nature-Gruppe vorgestellt (Seeliger et al., Nature Communications, DOI 10.1038/ncomms1540).

Quelle: Universitätsklinikum Tübingen

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Zuletzt geändert am 28.12.2013 12:35