Funktionsausfall eines Enzyms bei "trockener" AMD

Ein internationales Forscherteam hat einen weiteren Hinweis für die Entstehung der Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) gefunden, von dem die Untersucher hoffen, dass er möglicherweise zu einer Therapie führen könnte. In dieser Studie, jetzt veröffentlicht im Journal 2NATURE", wurde ein Enzym (Protein, das biochemische Reaktionen ermöglicht oder beeinflußt) gefunden (DICER 1), welches nicht mehr funktioniert. Dies wiederum führt zur Degeneration der Retinalen Pigmentepithel-Zellen (RPE), und letztendlich zur Erkrankung an der geographischen Atrophie, einer fortgeschrittenen Form der trockenen AMD.

Experten in Großbritannien meinen, dies könnte zu einem wichtigen Durchbruch werden, um die Entstehung der trockenen AMD zu verstehen. Die Wissenschaftler bemerkten, dass dieses Enzym, DICER 1, in der Netzhaut von Patienten mit trockener AMD weniger aktiv ist. In Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass nach "Ausschalten" dieses Enzyms die Netzhautzellen geschädigt wurden. DICER 1 ist notwendig, um kleine Stücke genetischen Materials mit dem Namen Alu RNA zu eliminieren. Ohne dieses Enzym häuft sich Alu RNA an, was letztendlich zum Untergang der Netzhaut führen könnte.

Diese Arbeit könne neue Türen in der Forschung öffnen, bemerkt Prof. Ambati von der University of Kentucky. Sehr viel Grundlagenarbeit sei noch zu tun, aber dies sei ein bedeutendes Stück Forschungsarbeit - ein weiteres Puzzleteilchen, welches nun mit den schon vorhandenen Forschungsergebnissen zusammengebracht werden müsse. Dies könnte zu neuen Therapiewegen führen, aber bis dahin sei noch ein langer Weg. Auch müssten die Ergebnisse noch von anderen Wissenschaftlern bewertet werden.

Die Sprecherin der Macular Disease Society sagte, dass diese Forschungsergebnisse die momentane Situation für die Betroffenen nicht verändern werden, aber auf lange Sicht könnten neue Therapien für diese Erkrankung entstehen.

Quellen: BBC News Health, nature.com, pressetext.com

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Zuletzt geändert am 31.12.2013 12:20