CSEM und Nano Retina entwickeln neues Implantat.

Einige Projekte zur Entwicklung sub- und epiretinaler Implantate sind uns allen ja wohl bekannt. Wie die folgende Pressemitteilung zeigt, gibt es nun in diesem Bereich wieder etwas Neues zu berichten:

„Die Entwicklung winziger Netzhautimplantate, die eine beschädigte Retina ersetzen können, ist Ziel eines ambitionierten gemeinsamen Projekts von CSEM und Nano Retina Inc.

Das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie CSEM, Neuchatel, gab am 8. Februar bekannt, dass gemeinsam mit Nano-Retina Inc., Herzliya, Israel, ein bionischer Chip entwickelt werden soll, der Personen, die an degenerativer Netzhauterkrankung erblindet sind, wieder zum Sehen verhelfen soll.

Zurzeit gibt es weltweit etwa 10 Mio. Menschen, deren Sehschärfe wegen degenerativer Erkrankungen wie der altersbedingten Makuladegeneration weniger als 2 % beträgt. Bisher gab es keine Behandlung für dieses Leiden.

Nano-Retina entwickelte jetzt eine hochauflösende bionische Netzhaut, die in einem winzigen, flachen Implantat verschiedene Elemente im Nano-Format vereinigt. Mit Erfahrung in der Photosensorik und im energieeffizienten Chip-Design wird das CSEM einen künstlichen Retina-Chip entwickeln. Mit diesen Netzhautimplantaten kann unter einfacher Lokalanästhesie in weniger als einer halben Stunde eine geschädigte Retina ersetzt werden. Es wird ein ca. 5 mm langer Schnitt in der Sklera ausgeführt und das Implantat aufgesetzt. Es passt sich harmonisch der natürlichen Funktionsweise des Auges an, z.B. der Pupillenerweiterung und der Augapfelbewegung.

Der Chip besteht aus einem kleinen Bildwandler und einer elektronischen Schnittstelle mit Elektroden-Netzwerk, welches den Sehnerv so stimulieren soll, dass die vom Chip gesammelten visuellen Reize an das Gehirn übermittelt werden. Das Implantat wird durch eine externe Energiequelle versorgt, die in der Spezialbrille eingebaut ist, die der Patient tragen muss. Die ersten klinischen Versuche am Menschen sind für 2013 geplant.

BioPhotonik 2011, weiterführende Links:

Quelle: BioPhotonik-News

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Zuletzt geändert am 28.12.2013 19:07