Vitamine E und C ohne Nutzen für die Kataraktprävention

Grauer Star und die Einnahme von Vitaminen C und E sind auch für viele Menschen mit Netzhautdegenerationen ein Thema.

Dazu fand sich dieser Tage eine Meldung in der Novemberausgabe der "Archives Of Ophthalmology 2010", die Interessantes über eine aktuelle Studie berichtete.

Studienverlauf:

Für die aktuelle Studie, die von Dr. William Christen vom Brigham and Women's Hospital in Boston geleitet wurde, erhielten 11.545 Männer randomisiert entweder alle zwei Tage 400 IE Vitamin E oder Placebo, oder täglich 500 mg Vitamin C oder Placebo.

Ergebnisse:

Im Verlauf eines achtjährigen Nachbeobachtungszeitraums traten in der gesamten Kohorte 1.174 Katarakte auf.

579 Katarakte wurden bei den 5.771 Patienten in der aktiv mit Vitamin E behandelten Gruppe beobachtet, 595 bei den 5774 Patienten mit Vitamin-E-Placebo.

Bei den 5.779 Patienten, die aktiv mit Vitamin C behandelt wurden, traten 593 Katarakte auf, verglichen mit 581 Katarakten bei den 5.746 entsprechenden Placebo-Patienten.

Schlußfolgerungen:

Keines der beiden Vitamine hatte somit irgendeinen Effekt auf die Arten eines Kataraktes.

Ebensowenig beboachteten die Wissenschaftler irgendeinen Zusammenhang zwischen den Vitaminen und den Raten einer Kataraktextraktion.

„Die aktuellen Ergebnisse bilden die längste Dauer einer Behandlung mit Vitamin E bei Männern ab und deuten zusammen mit den Ergebnissen älterer Studien darauf hin, dass eine große Wirkung auf die Kataraktentstehung oder -progression durch langfristige Supplementierung mit hochdosiertem Vitamin E bei Männern und Frauen unwahrscheinlich ist“, schreiben die Forscher.

Ergänzend kommen sie zu einer ähnlichen Schlussfolgerung in Bezug auf Vitamin C.

Die Studiepopulation war im Allgemeinen in einem guten Ernährungszustand, und es ist möglich, dass die Antioxidanzien bei einer weniger gut ernährten Population einen stärkeren Effekt auf die Kataraktbildung haben könnten.

Dr. Christen formulierte in einer E-Mail an Reuters Health, dass die Ergebnisse der Studie im Großen und Ganzen mit der bekannten Forschung zu Vitaminen und Katarakten übereinstimmen. „Diese Ergebnisse sind gar nicht überraschend“, sagte er. „Sie sind bloß Teil eines größeren Puzzles, das die möglichen Gesundheitsvorteile antioxidativer Supplemente abbildet.“

Quellen: Reuters; 2010;128(11):1397-1405; Ophtalmologische Nachrichten Online

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Zuletzt geändert am 31.12.2013 12:26