Neuer superdünner Chip - Auch für den Einsatz bei Retina-Implantaten geeignet

Hier eine Meldung, die im Zusammenhang mit der Entwicklung von Sehprothesen von Interesse sein könnte.

Prof. Dr.-Ing. Joachim Burghartz, Direktor des Instituts für Mikroelektronik in Stuttgart und Professor an der Universität Stuttgart wird für die Entwicklung eines superdünnen Silizium-Chips mit dem Landesforschungspreis für Angewandte Forschung ausgezeichnet. Die neuen Chips ermöglichen neue Anwendungen in der Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik und Medizintechnik. Sie können beispielsweise eingesetzt werden, um Sehprothesen für sehbehinderte Menschen herzustellen.

Gemeinsam mit seinem Team hat Burghartz eine neue Methode zur Herstellung extrem dünner Chips entwickelt: Anstatt bereits fertige Chips erst im Nachhinein dünn zu schleifen, wird bereits vor ihrer Entstehung die gewünschte Dicke vorgegeben. Dank des neuen Verfahrens sei es gelungen, Silizium-Chips herzustellen, die bis zu 50-mal dünner seien als ihre "herkömmlichen Verwandten". Damit rückten Anwendungen in den Bereich des Möglichen, die heute noch nach Zukunftsmusik klingen. "Die dünnen Chips sind noch flacher als Papier und so biegsam und bruchfest, dass sie in Folie laminiert werden können", erklärt Burghartz. Ideal seien die neuen Chips auch für Netzhautimplantate, wie sie aktuell an der Uniklinik Tübingen in Patientenversuchen erprobt würden. Um sich dem Auge anzupassen und die Netzhaut nicht zu verletzen, müssten die Chips rund und gewölbt sein - außerdem dürfen sie keine scharfen Ecken und Kanten haben. Was sich mit der herkömmlichen Produktionsweise kaum erreichbar gewesen sei, werde mit der neuen Technologie jetzt möglich.

Quelle: Ophthalmologische Nachrichten online

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Zuletzt geändert am 28.12.2014 19:19