Über eine neue Gentherapie bei Mutationen im RPE65-Gen berichtet "Der Augenspiegel" in seiner Ausgabe 1/2010

Wie es dort heißt, laufen derzeit die Vorbereitungen für ein internationales Projekt zur gentherapeutischen Behandlung frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen in dem Gen RPE65.

Maßgeblich beteiligt an dem klinischen Phase-I-Versuch, der in diesem Jahr durchgeführt wird, sind Dr. Dr. Knut Stieger, Dr. Markus Preising, Dr. Christoph Friedburg und Prof. Dr. Birgit Lorenz von der Universitäts-Augenklinik Gießen.

Die frühkindliche Netzhautdystrophie aufgrund von Mutationen im RPE65-Gen ist eine sehr seltene Erkrankung, von der schätzungsweise nur etwa 200 Menschen in Deutschland betroffen sind.

Die Patienten leiden an schweren Seheinschränkungen schon innerhalb der ersten zwei Lebensjahre und erblinden oft völlig vor Erreichen des 20. Lebensjahres.

Es wird beschrieben, dass RPE65 im retinalen Pigmentepithel (kurz: RPE) exprimiert wird, das eine Einzelzellschicht ist, die unmittelbar benachbart zu den lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut liegt. Das Genprodukt, das Protein RPE65, ist ein sehr wichtiges Enzym im visuellen Zyklus und maßgeblich an der Wiederherstellung des aktiven Sehpigmentes Rhodopsin beteiligt.

Wenn es durch Mutationen vermindert funktionsfähig ist oder gar nicht hergestellt wird, also die Funktion völlig fehlt, dann wird kein sog. 11-cis-Retinal hergestellt, das der lichtempfindliche Bestandteil des Rhodopsin (Sehpigment) ist.

Die Patienten haben dadurch praktisch immer von Geburt an eine schwere Einschränkung des Dunkelsehens, die Sehschärfe im Hellen ist unterschiedlich stark in Abhängigkeit von der Mutationsart und dem Lebensalter herabgesetzt.

Wie es heißt, besteht die neuartige Behandlungsform für RPE65-Mutationen im Transfer korrekter Kopien des Gens RPE65 in die RPE-Zellen. Das Konzept ist, dass dadurch ein korrektes und funktionelles Protein hergestellt wird, das die normale Funktion der Zellen wiederherstellt.

(Quelle: www.augenspiegel.com)

(1) Rhodopsin = Protein in den Stäbchen, dessen Anregung durch einfallendes Licht die Grundlage des Sehens im Dunkeln ist; Rhodopsin geht eine Verbindung mit Vitamin A ein; Mutationen im Rhodopsin-Gen sind eine häufige Ursache für Retinitis pigmentosa

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Zuletzt geändert am 28.12.2014 19:24