Luteinhaltiges Gemüse: kurzfristig wirksam gegen AMD

Grünkohl ist nicht nur reich an Vitamin C, sondern hilft auch bei der altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Dies sagen Ernährungswissenschaftler aus Jena: der auch in Grünkohl enthaltene natürliche Farbstoff Lutein kann das Fortschreiten einer AMD zumindest kurzfristig stoppen. Jeder Dritte erkranke irgendwann an einer AMD, erklärte der Leitende Oberarzt an der Augenklinik des Universitätsklinikums Jena, PD Jens Dawczynski, auf dem 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Eine Ursache für dieses Augenleiden sei, dass an der Makula nicht mehr ausreichend Lutein vorhanden ist, erklärte Dawczynski. Dadurch werde die Makula - auch gelber Fleck genannt - buchstäblich grau. Der Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut ist nur 1,5 Millimeter groß, enthält viele Millionen für das Sehen zuständigen Rezeptoren. Sie werden vom Makula-Pigment, einer Art natürlichen Sonnenbrille des Auges, vor schädlichen Lichteinflüssen geschützt. Durch das Lutein konnte die Ausdehnung dieser schützenden Schicht vergrößert werden, fand die Gruppe heraus, die von dem Jenaer Ernährungswissenschaftlers Volker Böhm geleitet wird.

Lutein kommt unter anderem in Grünkohl, Spinat, aber auch in Rucola, Weißkohl oder Kresse vor. Die in der Studie wirksame Dosierung von Lutein entspricht etwa 150 Gramm Grünkohl am Tag, sagte Dawczynski. Ziel der Forscher sei es auf lange Sicht, einen Gemüsesaft zu entwickeln, der vorbeugend gegen dieses Augenleiden wirkt. "Da sind wir aber noch in den Anfängen." Die Wissenschaftler wollen aber nicht zu viel versprechen. Ob eine spezielle Ernährung mit hohen Gaben natürlichen Luteins auf lange Sicht das Krankheitsbild beeinflussen könne, sei längst noch nicht wissenschaftlich gesichert.

Quelle: Ophthalmologische Nachrichten online, dpa

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Zuletzt geändert am 28.12.2014 19:24