Genetischer Zusammenhang zwischen Cholesterin-Stoffwechsel und AMD

Schon seit einigen Jahren glauben Forscher, dass zwischen der Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und Cholesterin ein Zusammenhang besteht. Zwei neue Studien weisen erstmals eine genetische Verknüpfung nach. Genauer gesagt soll ein signifikanter Zusammenhang bestehen zwischen der fortgeschrittenen AMD und der Variante eines Gens (LIPC, Hepatic Lipase Gene), das im Cholesterinstoffwechsel eine bedeutende Rolle spielt. Die Forscher hoffen nun, dass diese Entdeckung neue Wege in der AMD-Therapie aufzeigt.

Das LIPC-Gen reguliert unter anderem ein bestimmtes Lipoprotein (Cholesterin-Transportprotein), welches verantwortlich ist für das sogenannte "gute" Cholesterin (HDL, High Density Lipoprotein). Die entdeckte LIPC-Genvariante führt nach Aussagen der Wissenschaftler zu einem erhöhten HDL-Spiegel im Serum, gleichzeitig ist das AMD-Risiko verringert. Sie fanden auch Zusammenhänge zwischen der AMD und einigen anderen Genen im Cholesterin-Stoffwechsel. Allerdings ist nach Meinung der Forscher der Zusammenhang zwischen AMD und dem Lipoprotein-Spiegel nicht so zu sehen, dass eine bloße Erhöhung oder Senkung des HDL das AMD-Risiko senkt bzw. steigert: andere Mechanismen könnten eine Rolle spielen.

HDLs (High Density Lipoprotein) gehören zu einer Familie von Lipoproteinen, die wasserunlösliche Substanzen wie zum Beispiel Cholesterin im Blut transportieren. Man nimmt an, dass frühe Stadien der AMD mitverursacht werden durch die Anhäufung von Oxidationsprodukten des Cholesterins und anderer Lipide (z.B. Fettsäuren, Fette und fette Öle, Wachse, etc.) im retinalem Pigmentepithel (RPE) der Netzhaut. Die beiden Studien wurden durchgeführt an der Tufts Universität in Boston (Professor Johanna Seddon) und dem National Eye Institut in Bethesda (Dr. Anand Swaroop).

"Wir vermuten, dass diese Genvarianten des Cholesterin-Stoffwechsels die Netzhaut unabhängig vom Kreislaufsystem beeinflussen und der Cholesterinwert im Blut allein wenig aussagekräftig ist im Hinblick auf das Risiko für AMD", erklärt Dr. Swaroop. "Nichtsdestotrotz haben wir einen wichtigen Stoffwechselweg aufgedeckt, der ein Ansatzpunkt für künftige AMD-Therapien sein könnte".

Quelle: AMD Alliance International

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Zuletzt geändert am 28.12.2014 19:18