Augeninnendruck-Erhöhung durch länger gelagertes Avastin?

In zu lange gelagertem Avastin (Bevacizumab) können sich offenbar größere Partikel absetzen, die bei der Verwendung des Medikaments als VEGF-Hemmer bei der Therapie der feuchten AMD zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks führen können. Das wurde auf dem Kongress Hawaiian Eye 2010 berichtet.

Dr. Malik Kahook: „Avastin sei nicht dafür gemacht, über einen langen Zeitraum herumzustehen. Ebensowenig sei es dafür geschaffen, längere Zeit in einer Plastikspritze mit Gummiverschluss zu lagern.“  
2007 sei erstmals eine Blockade des sogenannten Trabekelwerkes (ein siebartiges Geflecht im Kammerwinkel des Auges, durch das das Kammerwasser aus dem vorderen Augenabschnitt abfließen kann) aufgrund einer Anti-VEGF-Behandlung berichtet worden, erklärte Kahook, seitdem habe es mindestens 56 weitere Fälle einer Augeninnendruckerhöhung bis zu 40 mmHg bei AMD-Patienten gegeben, die mit Avastin behandelt worden waren.

Dr. Kahook und seine Kollegen prüften laut dem Bericht eine Reihe möglicher anderer Erklärungen: Entzündungen, Toxizitität, Konzentration. Keine davon konnte aber als Ursache der Komplikationen bestätigt werden. Während die Toxizität und die Konzentration im Laufe der Lagerung abnehmen, steigt die Anzahl größerer Partikel an. Kahook und seine Mitarbeiter stellten fest, dass in einer Praxis, in der vermehrt erhöhte Augeninnendrücke  nach Avastin-Injektionen auftraten, auch zehnmal mehr Ablagerungen aufgetreten waren. Kahook erklärte, dieses Phänomen sei bei in Glasbehältern gelagertem Ranibizumab (Lucentis) nicht beobachtet worden. Sein Vorschlag lautet: die Ophthalmologen sollten auf das Lagerungsalter der  Injektionsspritzen achten  (weniger als 2 Wochen) und diese bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren. Auch schlägt er vor, die Spritzen nicht zu schütteln oder daran zu klopfen.

Quellen: OSN (Ocular Surgery News), MD Support


Zum Newsletter-Archiv

Hier können Sie sich für den Newsletter an- oder abmelden.

Zuletzt geändert am 28.12.2014 19:26