Vielversprechender neuer Therapieansatz bei AMD

Ein Team um Professor Ambati von der Universität in Kentucky hat entdeckt, dass ein bestimmter sogenannter Chemokin-Rezeptor, CCR3, bedeutsam werden könnte für die Früherkennung einer choroidalen neovaskulären AMD ("feuchte" AMD), aber möglicherweise auch als vorbeugende Therapieoption einsetzbar ist. Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass künftig auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse Diagnose und Therapie einer AMD schon vor dem Eintreten von Sehverlusten möglich werden könnte. Die Studienergebnisse wurden jüngst in dem renommierten Wissenschaftsmagazin NATURE veröffentlicht.

CCR3 ist ein Rezeptor for Chemokine; dies ist eine kleine Gruppe von Signalproteinen, die eine wichtige Rolle spielen im Immunsystem und bei der Neubildung von Blutgefäßen. So ist bekannt, dass der Rezeptor für diese Chemokine, CCR3, eine Schlüsselrolle innehat im Zusammenhang mit allergischen Entzündungsprozessen. Nun wurde entdeckt, dass dieses Rezeptormolekül vorrangig auf der Oberfläche von Blutgefäßen zu finden ist, welche in Folge einer CNV (choroidale Neovaskularisation) gebildet wurden. Sie fehlen dagegen auf "gesunden" Blutgefäßen. Aber CCR3 ist nicht nur ein "Marker" für die Identifizierung einer solchen "unerwünschten" Gefäßneubildung, sondern stimuliert wohl auch aktiv diese Neubildungen im Auge. Aus diesem Grunde könnte der Anti-CCR3-Antikörper, der für die Entdeckung der Gefäßneubildungen verwendet wird, auch in der Therapie eingesetzt werden als effektiver Blocker von unerwünschten Gefäßneubildungen bei der (feuchten) AMD. Klinische Studien sollten nun bald durchgeführt werden.

Beteiligt an dieser Studie ist auch ein Wissenschaftler der Augenklinik der Universität Lübeck, Professor S. Grisanti.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt 

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Zuletzt geändert am 27.06.2014 12:12