Zapfendystrophie

Therapie und Rehabilitation

Therapie

Bisher gibt es keine kausalen Therapiemöglichkeiten. Nach den neuesten Erkenntnissen ist nicht einmal eine Vitamin-A-Prophylaxe angezeigt, da es eine Unterform der Zapfendystrophie gibt, die sich auf Vitamin-A-Gabe hin verschlechtern kann. Im Experimentierstadium sind Netzhautzell-schützende Substanzen, die in den Glaskörper des Auges injiziert werden.

Im Tierversuch wird mit Stammzellen experimentiert und es konnte gezeigt werden, dass Knochenmarkstammzellen so behandelt werden können, dass sie in die Netzhaut eingespritzt werden können und sich dort zu Netzhautzellen ausdifferenzieren, die die Funktion der gestörten Netzhautzellen teilweise und zeitweise wieder übernehmen können. Diese Stammzelltransplantation führte zumindest vorübergehend zu einer besseren Sehfunktion.

Die Forschung hat aber noch keine Transplantationsmethode für den Menschen entwickelt. Die Implantation von lichtimpulsempfangenden Mikrochips in die Netzhaut kommt für die Zapfendystrophie in der Regel nicht in Frage, da die Restsehschärfe in der Regel höher ist als die von derzeitigen Mikrochips vermittelte. Mit Spannung wird die Entwicklung der Gentherapie verfolgt. Hierzu müssen allerdings zunächst die Genorte identifiziert werden, die zu der Zapfendystrophie führen. Man unterzieht die Zapfendystrophie der gleichen genetischen Untersuchungsroutine wie die Zapfen-Stäbchen-Dystrophie. Es wird daran geforscht, diese Gendefekte gezielt zu beseitigen.

Zur Vorbeugung sollte bei Zapfendystrophie auf Nikotin verzichtet werden. Außerdem müssen die Zapfen vor UV-Licht geschützt werden, durch Sonnenbrillen oder durch sogenannte Kantenfiltergläser. Kantenfiltergläser sind farbig getönt und schlucken bestimmte Farben (Licht bestimmter Wellenlänge) und können daher die Kontraste erhöhen und zu einer Verbesserung der Sehfähigkeit führen.

Alternative Methoden, Akupunktur, Bestrahlungen und Ähnliches hatten bisher keinen nachweisbaren langfristigen medizinischen Effekt. In den Sehbehindertenvereinigungen werden ständig Erfahrungen mit alternativen Verfahren ausgetauscht, aber es haben sich bisher keine allgemeingültigen Empfehlungen für alternative Behandlungsformen ergeben. Dennoch können z.B. Akupunktur oder eine Atemtherapie das Allgemeinbefinden bessern und auch die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Augen erhöhen. Alle körperorientierten Verfahren, die ein besseres Körperbewusstsein vermitteln, wirken auch mental entspannend und helfen, mit der Erkrankung besser umzugehen.

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Rehabilitation

Wichtig sind für den Betroffenen die Sehhilfen und die Rehabilitation. Als vergrößernde Sehhilfen werden beim Lesen Lupenbrillen und Computerlesegeräte eingesetzt. Diese Computerlesegeräte photographieren bzw. scannen Textdokumente wie Zeitungen oder Bücher ein und zeigen sie in starker Vergrößerung auf dem Bildschirm. Maßgeschneiderte Computerprogramme zur Vergrößerung von Schrift und Bild sind auf dem Markt und werden eingesetzt, wenn Arbeitsplätze für Sehbehinderte eingerichtet werden.

Für die Fernsicht können Binokularbrillen (eine Art Fernglas, z.B. zum Fernsehen) oder kleine unauffällige Monokulare (eine Art einröhrige Operngucker) eingesetzt werden. Bedingt kommen auch Blindenhilfsmittel in Frage, die allerdings meist mit Sprachausgabe arbeiten. So gibt es mittlerweile Handys, die Texte fotografieren und über Sprachausgabe vorlesen. Diese Handys können mit speziellen Programmierungen auch alle üblichen Handyfunktionen über Sprachausgabe durchführen.

Hier muss sich der Betroffene individuell beraten lassen und ausprobieren, ob das Lesen von Texten am schnellsten und besten mit Sprachausgabe, mit Schriftvergrößerung oder mit der Lupenbrille geht. In der Regel braucht der Fehlsichtige mehrere Hilfsmittel für verschiedene Situationen, z.B. Sonnenlicht auf einem See oder einer Schneefläche. Der Sehbehinderte muss sich auf die jahreszeitlichen Veränderungen der Helligkeit einstellen.

Führt die Zapfendystrophie innerhalb kurzer Zeit zu einer markanten Sehminderung, muss die berufliche Laufbahn von Kindern und Jugendlichen speziell geplant werden bzw. muss die berufliche Situation eines Berufstätigen angepasst werden. Arbeitsplätze können sehbehindertengerecht ausgestattet werden, in manchen hochqualifizierten Berufen können Assistenzkräfte zur Verfügung gestellt werden.

Das Gleichstellungsgesetz erleichtert es den Behinderten, die notwendigen Hilfen für eine selbständige Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu erhalten. Eltern sehbehinderter Kinder haben das Recht, ihre Kinder in der Regelschule einzuschulen und entsprechende Assistenz zu erhalten. Die Beratung über die berufliche Rehabilitation, die Feststellung der Schwerbehinderung und die damit verbundenen Rechte auf Nachteilsausgleich übernehmen spezielle Sehambulanzen an den großen Augenkliniken, die Sozialämter (Integrationsämter) und die Selbsthilfeorganisationen der Sehbehinderten- und der Blindenvereinigungen.

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Zuletzt geändert am 12.01.2017 13:22