Zapfendystrophie

Krankheitsbild - Symptome

Symptom Gesichtsfeldausfall

Der Fehlsichtige bemerkt die Zapfendystrophie in der Regel, wenn die Zapfen der Makula nachlassen. Er bekommt das Problem, dass er bei normalem Hinsehen, also mit der Ausrichtung der Makula auf das interessierende Objekt, Dinge schlecht erkennt. Je nachdem, wie groß das Areal der ausgefallenen Zapfen ist, ist auch der Wahrnehmungsausfall. Dieser Wahrnehmungsausfall oder Gesichtsfeldausfall (medizinisch "Skotom" genannt) wird anfangs nicht bewusst wahrgenommen, da ihn das Gehirn durch die Seheindrücke der unmittelbaren Umgebung ergänzt.

Der Fehlsichtige sieht z.B. auf eine weiße Wand, fixiert sie "zentra", und sieht eine gleichmäßig weiße Fläche, obwohl in der Mitte der Wand z.B. eine Uhr hängt. Oder der Fehlsichtige sieht eine Straße entlang, fixiert zentral, und sieht nur eine leere graue Straße, weil sich ein Auto in z.B. 30 Metern Entfernung in seinem Gesichtsfeldausfall befindet und somit erst auftaucht, wenn es z.B. zehn Meter nah ist. Der Fehlsichtige kann das teilweise ausgleichen, wenn er daneben schaut und seinen Blick kreisen lässt, d.h. wenn er seine in der Netzhautperipherie gelegenen Zapfen und Stäbchen benutzt. Dann nimmt er das Auto wahr. Die Sehschärfe der peripheren Zapfen beträgt jedoch nur 10 Prozent, d.h. der Fehlsichtige kann z.B. nicht die Art des Autos erkennen oder unterscheiden, ob er das Auto von vorne oder von hinten sieht oder wie schnell es herankommt oder ob es wegfährt.

Der Fehlsichtige mit Zapfendystrophie schaut also meist "daneben", erkennt z.B. das Gesicht seines Gegenübers am besten, wenn er seitlich daran vorbei sieht, was den Normalsichtigen natürlich irritieren kann. Der Fehlsichtige wird viel seine Augen umher wandern lassen, um nichts zu übersehen. Er liest z.B. auch die Zeitung, indem er neben die Worte sieht. Man nennt dies "exzentrisches Fixieren". Mit diesen Restzapfen kann der Fehlsichtige entsprechend seiner Restsehschärfe mehr oder weniger exakt lesen oder Bilder betrachten oder seine Fingernägel schneiden.

Um die maximale Sehschärfe zu erreichen, hält sich der Fehlsichtige wie ein stark Kurzsichtiger sein Objekt vor die Nase, um das Objekt möglichst groß zu sehen. Er unterstützt seine Restsehschärfe z.B. durch eine Lupenbrille, deren Brennpunkt allerdings ebenfalls kurz vor der Nase liegt.

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Symptom Blendungsempfindlichkeit

Ein weiteres Problem bei Zapfendystrophien besteht in der Blendungsempfindlichkeit, da die Zapfen nicht arbeiten und die Stäbchen bei Helligkeit auch nicht. Der Fehlsichtige ist dann auf extrem starke Hell-Dunkel-Kontraste angewiesen und erkennt z.B. auf einer hellgrauen Straße zwar ein grellweißes Auto oder ein großes schwarzes Auto, aber kein Auto mit einer kontrastarmen Farbe.

Der Normalsichtige kennt dieses Blendungsphänomen auch, wenn er z.B. auf einer regennassen Straße gegen die Sonne sehen muss, aber beim Fehlsichtigen mit Zapfendystrophie tritt dieses Blendungsphänomen wesentlich öfter und früher auf. Ein Hochglanzboden oder ein Hochglanzschild kann den Fehlsichtigen blenden, während er sich auf mattem dunklen Boden gut orientieren und ein mattes Schild entziffern kann.

Die Blendungsempfindlichkeit bringt noch ein anderes paradoxes Phänomen mit sich: der Fehlsichtige sieht bei Dämmerung besser als im Hellen. Er kann z.B. einen guten, normal kontrastreichen Schreibmaschinendruck in einer dämmerigen Ecke lesen, aber nicht im hellen Lampenlicht. Und er kann z.B. einen kontrastreichen Druck mit kräftigen Auf- und Querstrichen der Buchstaben lesen, während er künstlerisch gestaltete Druckbuchstaben mit z.B. dünnen Aufstrichen nicht entziffern kann. Für solche Lese- und Erkennungsarbeit braucht der Fehlsichtige eine Lupenbrille.

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Problem Farbsehstörungen

Der Fehlsichtige mit Zapfendystrophie hat natürlich auch Probleme bei der Erkennung der Farben, einer der Hauptaufgaben der Zapfen. Alle Farben weisen je nach ihrer Helligkeit einen unterschiedlichen Gehalt an Grau auf, den Grauwert, den der Fehlsichtige mit seinen Stäbchen überbetont wahrnimmt.

Rot hat z.B. einen sehr hohen Grauwert und wird bei Zapfendystrophie gerne fehlgedeutet als schwarz. Oder die Farbe Grün erscheint heller als Gelb. Der Fehlsichtige kann dann z.B. eine Ampel nicht richtig erkennen. Je nach Restfunktion der Zapfen kann der Fehlsichtige allerdings die Farben wieder erkennen, wenn die farbigen Flächen groß genug sind und die Beleuchtung nicht blendet.

Lesen Sie die weiteren Kapitel zum Krankheitsbild der Zapfendystrophie:

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Zuletzt geändert am 12.01.2017 13:21