Zapfendystrophie

Krankheitsbild - Alltagsbewältigung

Mögliche Reaktion der Mitmenschen

Die zuvor beschriebenen Aspekte zeigen, dass ein Fehlsichtiger mit Zapfendystrophie von seinen Mitmenschen nur sehr schwer eingeschätzt werden kann und oft zu hören bekommt, dass man seine Sehbehinderung nicht versteht. Ist z.B. der Himmel bedeckt, erkennt der Fehlsichtige seinen Nachbarn auf der anderen Straßenseite, scheint die Sonne, erkennt er ihn nicht. Sitzt er ihm nah gegenüber, sieht er den Augenkontakt, sitzt er ihm ein wenig weiter entfernt gegenüber, kann der Fehlsichtige nicht mehr sagen, ob er angeschaut wird oder nicht oder ob sein Gegenüber z.B. Tränen in den Augen hat.

Probleme beim ersten Auftreten

Besonders schwierig ist es für den Fehlsichtigen, wenn die Zapfendystrophie zum ersten Mal Symptome macht und wenn eine Phase eintritt, in der sich die Sehkraft erneut verschlechtert. Es kommt zu peinlichen Verwechslungen und Missverständnissen, mit denen der Sehbehinderte erst umzugehen lernen muss.

Dazu kommt die grundsätzliche Verunsicherung, dass man sich auf seine Sehkraft nicht mehr verlassen kann. Kommt die Sehverschlechterung zum Stillstand, lernt der Sehbehinderte mehr oder weniger rasch, zurecht zu kommen und seinen Sehrest optimal auszunutzen. Besonders in gewohnter Umgebung kann der Fehlsichtige sehr viel "erahnen" und mit der Zeit richtig einschätzen.

Doch das schlechte Sehen verlangt viel Konzentration, die manchmal von den anderen Sinnessystemen wie dem Hören abgezogen werden muss: man strengt sich z.B. so mühsam an, die Restsehschärfe einzusetzen, dass man sich nur noch schlecht auf das Zuhören konzentrieren kann. Die Umgewöhnung an ein Leben mit der Sehbehinderung der Zapfendystrophie erfordert große psychische Kraft und lässt sich erleichtern, wenn man Erfahrungsberichte von ähnlich Sehbehinderten bekommen kann.

Aber auch die Kontaktaufnahme mit Vollblinden ist zu empfehlen, z.B. das Hineinschnuppern in eine Blindensportgruppe. Von lustigen blinden Sportlern z.B. kann ein Sehbehinderter sehr viel lernen. Und er lernt auch, dass sein Leben lebenswert bleiben wird, selbst wenn ihn seine Sehbehinderung in die Erblindung führen würde – was bei der Zapfendystrophie aber nicht der Fall sein muss.

Lesen Sie die weiteren Kapitel zum Krankheitsbild der Zapfendystrophie:

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Zuletzt geändert am 12.01.2017 13:21