Pathologische Myopie (Kurzsichtigkeit) und MD - Krankheitsbild

Therapiemöglichkeiten

Klinische Studien haben ergeben, dass eine frühzeitige Behandlung zu besseren Erfolgen führt, da die beschädigten Bereiche noch relativ klein sind.

Laserkoagulation

Eine Zerstörung der Gefäßneubildung durch eine thermische Laserbehandlung hat den Nachteil, dass es immer zu einer Narbenbildung kommt, bei der auch gesunde Zellen betroffen sind, so dass dann zwar die Gefäße verschlossen sind, die Blutung zum Stillstand kommt, der Patient aber einen bleibenden Sehverlust erleidet. Diese Behandlungsmöglichkeit kann daher nur in Betracht gezogen werden, wenn die Schädigung außerhalb der Stelle des schärfsten Sehens liegt.

Photodynamische Therapie

Liegt die Schädigung im Bereich der zentralen Makula (subfoveal) bietet sich als Behandlung die photodynamische Therapie (kurz: PDT) an. Bei diesem Verfahren kommt ein lichtempfindlicher Farbstoff (Visudyne) zum Einsatz, der in einer zehnminütigen Infusion über die Armvene verabreicht wird. Dieser Farbstoff reichert sich insbesondere in den neu gebildeten krankhaften Gefäßen an.

Anschließend wird ein Betäubungsmittel in das Auge getropft und ein Kontaktglas aufgesetzt. Ein energiearmer (kalter) Laser wird dann auf das Auge gerichtet, und der erkrankte Netzhautbereich für einige Sekunden bestrahlt. Das Laserlicht aktiviert diesen Farbstoff, der sich selektiv im erkrankten Bereich angelagert hat und verschließt die krankhaften, undichten Gefäße. Gesunde Netzhautbereiche werden dabei verschont.

Krankhafte Gefäße können allerdings nach einer Behandlung wieder undicht werden, es können sich auch weitere neue Gefäße bilden. Daher empfiehlt der Augenarzt in der Regel eine Mehrfachbehandlung (zwei bis drei Behandlungen). Auf diese Weise wird das Sehvermögen langfristig stabilisiert.

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Medikamentöse Behandlung/Intravitreale Injektion

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten der myopen CNV deutlich Verbesssert.

Wie bei der altersbedingten feuchten Makuladegeneration können auch hier sogenannte Wachstumshemmer eingesetzt werden, die weitere Gefäßneubildungen verhindern, bereits entstandene Gefäße verschließen und so, bei frühzeitigem Einsatz, das Sehvermögen stabilisieren können.

Die Wachstumshemmer, anti VEGF-Injektionen (z.B. Macugen, Lucentis, Avastin, Eylea) werden direkt ins Auge injiziert. Die Injektion erfolgt unter sterilen Operationsbedingungen. Die Einstichstelle wird vor der Injektion betäubt, damit Sie möglichst keine Schmerzen verspüren. Die Injektion selbst erfolgt seitlich in den weißen Teil des Auges. Ein geringes Druckempfinden bei der Behandlung und eine Rötung des Auges nach der Behandlung sind normal. Wenn die Rötung bestehen bleibt oder sich verschlechtert, sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt. Gelegentlich kann es zu Infektionen am Auge kommen. Sollten eine Sehverschlechterung, eine Zunahme der Rötung und/oder Schmerzen auftreten, sollten Sie unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen!

In der Regel wird mit einer Injektion begonnen, dann wird eine Weile abgewartet und beobachtet und dann entschieden, ob weitere Injektionen notwendig sind.

Lesen Sie hierzu die Ausführungen auf der Seite Therapieempfehlung.

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Hilfen

Mit optimal angepassten Sehhilfen (ggf. eine Kombination aus Kontaktlinse und Brille) kann ein relativ gutes Sehen erreicht werden. Gegen Blendempfindlichkeit werden Kantenfiltergläser empfohlen.

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Zuletzt geändert am 07.09.2015 11:50