Diagnosespezifische Beratung in der PRO RETINA

Die diagnosespezifische Beratung ist das Potenzial der PRO RETINA in der Selbsthilfe. Die Beratung von Patienten/Betroffenen durch gleichbetroffene Mitglieder, d.h. ein Betroffener mit Morbus Stargardt kann sich an einen Berater mit Morbus Stargardt wenden, eine RP-Betroffener an einen Berater, der selbst an RP erkrankt ist, oder ein Usher-Betroffener kann mit einem Berater für Usher sprechen, der wie er selbst die gleichen Probleme des schlecht Sehens und schlecht Hörens kennt, das gibt es in dieser Form in der Selbsthilfe für Menschen mit Netzhautdegenerationen nur in der PRO RETINA.

Die eine große Kompetenz unserer Berater ist die Erfahrung mit der eigenen Erkrankung, die bereits durchlebte Krankheitsbewältigung und die eigene Einstellung zum Leben mit der Erkrankung. Die übrigen Kompetenzen, wie Beratungsgespräche optimal führen, medizinisches Fachwissen über die Erkrankung, Grundkenntnisse zu den Themen Hilfsmittel, Sozialrecht und die psychologischen Hintergründe der Phasen der Krankheitsbewältigung, und das sind hier nur einige Beispiele, erwerben die Berater in regelmäßiger Fortbildung und über Informationen, die sie monatlich in der für sie günstigsten Form, d.h. als Datei am PC oder als gedrucktes Material, erhalten. Ein Beraterleitfaden regelt die Rechte und Pflichten der Berater.

Auf den zweimal jährlich stattfindenden Seminaren für die Berater besteht auch die Möglichkeit zur Supervision. Hier können im vertrauten Kreis die möglicherweise schwierigen oder unklaren Beratungsgespräche reflektiert werden. Meistens stellt sich dann aber heraus, dass der Berater genau das richtige getan oder gesagt hat und "nur" seine gesunde Selbstkritik ihn zweifeln lässt.

Unser Motto in der Beratungsarbeit im Arbeitskreis Makula lautet: "Ängste nehmen –Wege zeigen", dieses Motto geben wir uns immer wieder mit auf den Weg und auch neue Berater, die sich bereit erklären, nach einer entsprechenden Ausbildung, einen Teil ihrer Zeit dafür einzusetzen, für andere Betroffene ein offenes Ohr zu haben, ihre Erfahrungen weiterzugeben und Mut zu machen, haben unser Motto immer "im Blick". Die Motivation der Berater in der PRO RETINA ist ausgesprochen hoch. Jede/r denkt sicher öfter an die Zeit zurück, als er/ sie neu betroffen war und Hilfe für einen Lebensweg mit der Erkrankung suchte. Für die Berater ist es auch ein gutes Gefühl, mit der eigenen Kompetenz und dem eigenen Einsatz einen aktiven Beitrag zur Selbsthilfe geleistet zu haben.

Weiterführende Informationen erhalten Betroffene bei den Sozialberatern, bei Beratern für Hilfsmittel und bei Ansprechpartnern für Angehörige, Familien betroffener Kinder oder türkische Mitglieder oder bei den Beratern für psychologische Fragen.

Jutta Fürst

Leiterin des Arbeitskreises Makula in der PRO RETINA

Zuletzt geändert am 08.08.2013 10:16