Für PRO RETINA Deutschland e. V. nach Brasilien

Jedes Jahr gibt es ein Treffen der AMD AI, d.h. der internationalen AMD Vereinigung, von über 60 Organisationen aus über 20 Ländern, irgendwo auf der Welt. In diesem Jahr fand es in Sao Paulo in Brasilen statt. Gretel Schmitz-Moormann und ich haben an dem Treffen als zwei AMD-Betroffene teilgenommen. Wir haben versucht Rainald von Gizycki, der für uns viele Jahre auf internationaler Ebene aktiv war und ist, zu vertreten. Wir sind beide ziemlich sehbehindert und hatten keine sehende Begleitung. Da gibt es natürlich vieles zu bedenken. Aber –da sind wir wieder-, es hat alles gut geklappt!

Doch wie? Wir trafen uns Ostermontag für den 12 Stunden Nachtflug in Frankfurt. Dazu brauchten wir in dem verwirrenden Flughafen Umsteigehilfe, wir waren auch angemeldet. Jeder von uns wurde in den VIP-Raum (Warteraum für Rollstuhlfahrer, allein reisende Kinder …) geführt. Mit einem Elektro-Auto wurden wir zum Gate gebracht, an allen anderen Passieren vorbei und durch alle Kontrollen, und wir waren die ersten im Flugzeug. Fernado, unser deutsch sprechender brasilianischer Steward, war sehr hilfsbereit und füllte auch später unsere Einreiseformulare aus.

Morgens um 5.30 Uhr landeten wir in Sao Paulo. Was nun? Wir mussten mit einem Taxi zum Hilton Hotel, und dazu brauchten wir brasilianische Währung. Aber es kam ganz anders. In der Schlange für Crewmitglieder stand vor uns ein Reisender, der seine Uhr ganz dicht vor seine Augen hielt. Das kam uns doch bekannt vor. Dr. Bob Thomson ist AMD AI-Vertreter aus England und nahm uns in der bestellten Hotel Limousine mit.

Nach und nach lernten wir alle Konferenzteilnehmer und einige Begleitpersonen kennen. Bis auf zwei Franzosen und uns sprachen alle sehr gut Englisch, aber Christina Fasser aus der Schweiz (Präsidentin von Retina International) war uns eine große Hilfe. Es folgten zwei Tage mit Rechenschaftsberichten und geplanten Projekten. Neue Organisationen möchten Mitglied werden und vieles mehr. Die brasilianischen Augenärzte hielten einige Fachvorträge sowohl für uns als auch für die interessierte Öffentlichkeit.

Wie sieht es für Sehbehinderte auf den Straßen aus? Gretel und ich gingen zwischendurch spazieren. Sao Paulo ist die Wirtschaftsmetropole des Landes mit 20 Millionen Einwohnern. Der Autoverkehr ist immens, die Lautstärke ohrenbetäubend, Hochhäuser bis zum Horizont. Aber wir staunten sehr, denn an jeder Straßenkreuzung gibt es eine Nullabsenkung mit gelber Noppenabgrenzung. Akustikampeln sahen wir allerdings nirgends.

Nach vier Tagen ging es zurück nach Deutschland. Im Feierabendverkehr brauchten wir mit dem Taxi nur zwei volle Stunden zum Flughafen. 12 Stunden Nachtflug und fünf Stunden Zeitverschiebung standen uns bevor. Zweimal über den Atlantik heißt 20 Tausend Kilometer für AMD AI und PRO RETINA Deutschland e. V.!

April 2009

Regine Griffiths

Zuletzt geändert am 08.08.2013 10:12