Bardet-Biedl-Syndrom

Zusammenfassung der BBS-Literatur (Teil 1 von 2)

Überblick

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Weitere Bezeichnungen; Abkürzungen

Bardet-Biedl-Syndrom; BBS

Bardet-Biedl-Syndrom 1, enthalten; BBS1, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 2, enthalten; BBS2, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 3, enthalten; BBS3, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 4, enthalten; BBS4, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 5, enthalten; BBS5, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 6, enthalten; BBS6, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 7, enthalten; BBS7, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 8, enthalten; BBS8, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 9, enthalten; BBS9, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 10, enthalten; BBS10, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 11, enthalten; BBS11, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 12, enthalten; BBS12, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 13, enthalten; BBS13, enthalten;

Bardet-Biedl-Syndrom 14, enthalten; BBS14, enthalten

Bardet-Biedl-Syndrom 15, enthalten; BBS15, enthalten

Bardet-Biedl-Syndrom 17, enthalten; BBS17, enthalten

Bardet-Biedl-Syndrom 18, enthalten; BBS18, enthalten

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Genorte

Genorte: 16q21, 15q22.3-q23, etc. (externes Angebot, englischsprachig)

Klinische Synopsis (externes Angebot, englischsprachig)

Erläuterung zum Text

Es wird ein Nummernzeichen (#) in diesem Text verwendet, da das Bardet-Biedl-Syndrom eine genetisch vielfältige Erkrankung darstellt. BBS1 wird mit Mutationen in einem Gen auf Chromosom 11q13 in Verbindung gebracht, BBS2 mit Mutationen in einem Gen auf Chromosom16q21; BBS3 mit einem ADP-Ribosylationsfaktor-Gen auf 3p12-q13, BBS4 wird von einer Mutation in einem Gen auf Chromosom 15q22.3 verursacht; BBS5 von einer Mutation in einem Gen auf 2q31; BBS6 wird vom MKKS-Gen auf 20p12 verursacht, Mutationen dieses Genes verursachen auch das McKusick-Kaufman-Syndrom.

BBS7 entsteht durch Mutationen in einem Gen auf dem Chromosomenabschnitt 4q27. BBS8 wird durch eine Mutation in einem Gen auf dem 14q32.11-Chromosomenabschnitt verursacht, welcher eine Repeat-Domäne für das Tetra-tri-Co-Peptid enthält; BBS9 wird von einer Mutation in einem Gen auf 7p14 hervorgerufen, BBS10 von einer Mutation in einem Gen auf 12q. BBS11 wird durch eine Mutation in einem Gen auf 9q33.1 verursacht, BBS12 durch eine Mutation in einem Gen auf 4q27. BBS13 wird durch eine Mutation im MKS1-Gen auf Chromosom 17q23 bewirkt, wobei diese Mutationen auch für das Meckel-Syndrom 1 verantwortlich sind. BBS14 wird durch eine Mutation im CEP290-Gen auf 12q21.3 hervorgerufen, diese Mutationen verursachen auch das Meckel-Syndrom 4 und mehrere weitere Erkrankungen. BBS15 wird von einer Mutation im C2ORF86-Gen verursacht, das für ein Homolog "fritz" kodiert, das bei Drosophila zuständig für die Ausrichtung der Zellen in der Fläche eines Organs ist. Das CCDC28B-Gen modifiziert die Ausprägung von BBS-Phänotypen mit Mutationen in anderen Genen. Mutationen im MKS1- und MKS3-Gen modifizieren ebenfalls die Ausprägung von BBS-Phänotypen mit Mutationen in anderen Genen. BBS17 wird von einer Mutation im LZTFL1-Gen auf Chromosom 3p21 verursacht; BBS18 von einer Mutation im BBIP1-Gen auf Chromosom 10q25.

Obwohl man bisher annahm, dass das BBS eine rezessive Erkrankung ist, konnte Katsanis et al. (2001) zeigen, dass einige Formen der Erkrankung nur dann klinisch manifest werden, wenn sowohl die entsprechenden Mutationen in einem der sechs Genorte und eine Mutation an einem weiteren Genort auftritt.

Während Katsanis et al. (2001) diese Vererbungsform "triallelische Vererbung" nannte, schlägt Burghes et al. (2001) den Begriff "rezessive Vererbung mit einem Ausprägungsmodifizierer" vor.

Mykytyn et al. (2002) konnte keine Hinweise darauf entdecken, dass die verbreitete BBS1-Mutation an der triallelischen Vererbung beteiligt ist. Fan et al. (2004) fanden wiederum heraus, dass ein heterozygot mutiertes BBS3-Gen offenbar die Ausprägung von Homozygoten mit der met390arg-Mutation auf BBS1 modifiziert.

Erkrankungen mit anderen Mutationen im gleichen Gen (allelische Heterogenität) unfassen nicht-syndromische Formen der Retinitis pigmentosa, RP51, die durch TTC8 Mutationen verursacht wird und RP55, die durch ARL6 Mutationen hervorgerufen wird.

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Klinische Merkmale

Anomalien der Nieren kommen beim BBS offenbar sehr häufig vor. (Alton and McDonald, 1973). Klein (1978) untersuchte 57 Bardet-Biedl-Betroffene in der Schweiz. Es gab 15 Betroffene in einem in sich geschlossenen Stammbaum und sieben in einem weiteren.

Pagon et al. (1982) beschrieb einen zwölfjährigen Jungen mit Bardet-Biedl-Syndrom (Netzhautdystrophie, Polydaktylie, Intelligenzminderung und leichte Adipositas) der an Nierenversagen verstarb, und bei dem eine Leberfibrose festgestellt werden konnte. Sie nahmen sowohl eine Durchsicht früherer Fälle vor als auch eine Überprüfung autosomal rezessiver Formen, die retinale Dystrophie, Leberfibrose und Nephronophthise beinhalten.

Harnett et al. (1988) wertete die Daten von 20 aus 30 Patienten aus, die in Neufundland von ihren Augenärzten mit BBS diagnostiziert worden waren. Alle wiesen strukturelle bzw. funktionelle Anomalien der Nieren auf. Die meisten zeigten geringfügige funktionelle Abweichungen und das typische, radiologische Erscheinungsbild, aber bis dato (das Alter im Mittel bei 31 Jahren) kam es nur bei drei von 20 zu einer terminalen Niereninsuffizienz, wobei zwei davon dialysepflichtig sind. Die Hälfte der Untersuchten hatte einen Bluthochdruck. Verwachsungen oder Verplumpung der Nierenkelche konnte bei 18 von 19 Patienten nachgewiesen werden, die mit Hilfe der intravenösen Pyelographie (= Nierenröntgen mit Kontrastmittel) untersucht wurden. 13 Patienten hatten Zysten oder Divertikel (= Ausbuchtungen) der Nierenkelche. 17 von 19 Patienten zeigten lappig umrissene Nieren wie im Fötalstadium. Zum Seitenanfang

Green et al. (1989) untersuchte 32 Patienten mit Bardet-Biedl-Syndrom auf mehrere oder alle Kardinalsymptome der Erkrankung hin. Von 28 untersuchten Patienten hatten alle schwerwiegende Netzhautdystrophie, wobei aber nur zwei eine typische Retinitis pigmentosa aufwiesen. Polydaktylie zeigte sich bei 18 von 31 Patienten. Syndaktylie (= zusammengewachsene Finger) bzw. Brachydaktylie (= Kurzfingrigkeit aufgrund fehlgebildeter einzelner Fingersegmente) kam bei allen Patienten vor.

Von 25 Patienten waren alle außer einem adipös. Nur 13 von 32 Patienten wurden als intelligenzgemindert eingestuft. Bei Tests der verbalen Intelligenz wurden für gewöhnlich niedrigere IQs gemessen als bei praktischen Aufgaben. Sieben von acht Männern hatten kleine Hoden und kleine Genitalien, die nicht durch Unterfunktion der Hypophyse oder des Hypothalamus bedingt waren. Alle der zwölf untersuchten Frauen hatten Unregelmäßigkeiten in der Menstruation, und drei Frauen wiesen niedrige Serum-Östrogenspiegel auf (eine der Frauen hatte einen sekundären, zwei einen primären Hypogonadismus).

Diabetes mellitus wurde bei neun von 20 Patienten festgestellt. Funktionelle und strukturelle Anomalien der Nieren konnten bei allen der 21 Patienten gefunden werden, wobei drei Patienten eine terminale Niereninsuffizienz aufwiesen.

Gershoni-Baruch et al. (1992) stellten das Vorkommen zystischer Nierenfehlbildungen beim Bardet-Biedl-Syndrom heraus. Sie merkten an, dass die Kombination von zystischen Nierenfehlbildungen und Polydaktylie auch beim Meckel-Syndrom vorkommt und beim Short-Rib-Polydactyly-Syndrome (Typ Saldino-Nonaan), dass man diese Syndrome für gewöhnlich gut auseinanderhalten kann. Sie untersuchten drei Geschwister mit zystischen Nierenfehlbildungen, Polydaktylie, die zunächst mit dem Meckel-Syndrom diagnostiziert worden waren, bis man bei einem von ihnen (Alter 3,5 Jahre) ein erloschenes ERG feststellte. Zum Seitenanfang

Bei einem 19-jährigen weiblichen Zwillingspaar und deren 22-jähriger Schwester beschrieben Chang et al. (1981) einen sekundären Hypogonadismus mit primärer Amenorrhoe (= von Beginn an fehlende Regel) sowie fehlende Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale im Verbund mit Retinitis pigmentosa.

Stoler et al. (1995) beschrieben zwei nicht miteinander verwandte Mädchen mit Bardet-Biedl-Syndrom, bei denen die Vagina fehlte. Eine ähnliche Anomalie wurde als mit BBS assoziierte Erscheinung anhand von elf BBS-Frauen nahegelegt, die strukturelle Fehlbildungen der Genitalien aufwiesen (einige von diesen traten in der Kindheit noch nicht auf), bis hin zu zusammengewachsener Blase und Vagina, ektopische Urethra (= Fehlplazierung der Harnröhre), Unterentwicklung der Gebärmutter, der Eierstöcke, der Eileiter; uterus duplex (= vollständige Doppelanlage der Gebärmutterhöhle) und eine geteilte Vagina.

Mehrotra et al. (1997) untersuchten zwei Schwestern mit Bardet-Biedl-Syndrom, von denen eine einen angeborenen Hydrometrokolpos hatte (= Fehlbildung der weiblichen Geschlechtsorgane mit Sekretstau). Dieses Kind hatte auch tetramele (= an beiden Händen und Füßen bestehende) postaxiale Polydaktylie, was beim Neugeborenen auch auf das Kaufman-McKusick-Syndrom hätte schließen lassen können. Als Teenager wurde sie auf Sehschwäche getestet und es wurden Intelligenzminderung, Adipositas, eine schlechte Sehschärfe, Nystagmus bei nach außen gedrehter Pupille, tapetoretinale Degeneration sowie ein erloschenes ERG festgestellt. Ihre ältere Schwester litt unter ähnlichen Augenproblemen, sie kam ebenfalls mit tetrameler postaxialer Polydaktylie zur Welt und war ebenfalls intelligenzgemindert. Zum Seitenanfang

David et al. (1999) berichten von neun Patienten, die aufgrund des Fehlens der Vagina mitunter wegen postaxialer Polydaktylie in ihrer Kindheit mit McKusick-Kaufman-Syndrom diagnostiziert wurden; diese Patienten entwickelten später eine Adipositas und eine retinale Dystrophie, so dass die Diagnose in Bardet-Biedl-Syndrom abgeändert wurde.

David et al. (1999) wiesen auf die diagnostischen Fallstricke hin, die die Überlagerung im Erscheinungsbild zwischen McKusick-Kaufman-Syndrom und Bardet-Biedl-Syndrom mit sich bringt, und schlagen daher vor, dass alle Kinder, bei denen ein McKusick-Kaufman-Syndrom diagnostiziert wurde, nochmals im späteren Kindesalter auf Retinitis pigmentosa und das Bardet-Biedl-Syndrom hin untersucht werden sollten.

In Beduinen-Familien in der Negev-Region in Israel führten Elbedour et al. (1994) bei vermutlich denselben Patienten wie Kwitek-Black et al. (1993) einen Herz-Ultraschall durch, um eine Beteiligung des Herzens bei BBS zu untersuchen. Sie berichteten eine Herzbeteiligung bei 50 Prozent der Patienten, was die Einbeziehung des Herz-Ultraschalles in die Untersuchungen und in die späteren Verlaufskontrollen rechtfertigt. In ihrer Tabelle 1 werden jedoch nur sieben von 22 Patienten mit Anomalien im Herzultraschall aufgelistet, wobei dazu ein Fall von bikuspidaler Aortenklappe (anstatt trikuspidaler), ein Fall von Verdickung der Herzscheidewand, einmal Trikuspidalklappeninsuffizienz (= Blutrückfluß von der rechten Herzkammer zum rechten Vorhof) und eine leichte Pulmonalklappenstenose (= Verengung) vorkommt. Das Auftreten von Niereninsuffizienz bei elf der 22 Patienten beim Nierenultraschall war daher etwas augenfälliger als die Herzbeteiligung.

Islek et al. (1996) beschrieb einen Jungen mit postaxialer Polydaktylie und Morbus Hirschsprung, was im Alter von drei Monaten entdeckt wurde. Eine Verlaufskontrolle im Alter von sieben Jahren zeigte Adipositas, geistige Einschränkung, Retinitis pigmentosa, Microphallus und ein Kryptorchid (= verborgener Hoden). Es wurde das Bardet-Biedl-Syndrom diagnostiziert.

Islek et al. (1996) wurden zwei weitere Fälle von Morbus Hirschsprung im Verbund mit Bardet-Biedl-Syndrom berichtet. Zum Seitenanfang

Beales et al. (1999) führten eine Studie mit 109 BBS-Betroffenen und ihren Angehörigen durch. Das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung betrug neun Jahre. Die postaxiale Polydaktylie bestand bei 69 Prozent der Patienten bei der Geburt, während die Adipositas sich erst etwa zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr entwickelte, und die retinale Degeneration erst im mittleren Alter von 8,5 Jahren in Erscheinung trat.

Beales et al. (1999) erarbeiteten aus ihrer Studie daher eine Kriterienliste basierend auf primären und sekundären Merkmalen der Erkrankung. Sie schlagen den Terminus Polydaktylie-Adipositas-Nieren-Augen-Syndrom vor, im Hinblick auf die von ihnen beschriebene Überlagerung im Erscheinungsbild zwischen BBS und Laurence-Moon-Syndrom.

Bei zwei Patienten mit Bardet-Biedl-Syndrom fanden Lorda-Sanchez et al. (2000) zwei ungewöhnliche Erscheinungsformen: situs inversus (= spiegelverkehrt angelegte Organe) in dem einen und Morbus Hirschsprung beim anderen. Sie konnten die beiden Fälle daher keiner der fünf bis dahin bekannten Unterformen des Bardet-Biedl-Syndrom zuordnen.

Cox et al. (2003) untersuchten die elektrophysiologische Antwort bei Trägern von BBS. Alle Träger wiesen verminderte corneapositive Bestandspotentiale im EOG auf und 60 Prozent zeigten verminderte b-Wellen-Antworten. Die Autoren postulieren daher, dass der Primärdefekt in der Reizleitung der Stäbchen beim BBS anscheinend nahe dem Stäbchenaußensegment und höchst wahrscheinlich noch vor der Synapse zwischen Stäbchen und bipolarer Zelle liegt.

Kulaga et al. (2004) zeigten, dass BBS-Betroffene teilweise oder gänzlich unter Anosmie leiden (= fehlender Geruchsinn). Um herauszufinden, ob dieser Phänotyp durch Ziliendefekte der olfaktorischen (= Geruchs-) Sinneszellen verursacht wird, untersuchten sie Mäuse mit Deletionen (= Stückverlust) beim BBS1- und BBS4-Gen. Funktionsverlust beider BBS-Proteine beeinträchtigten das olfaktorische aber nicht das respiratorische (= Atemwege) Flimmerepithel, wodurch eine starke Verkürzung des Ziliensaumes verursacht wird mit Desorganisation des mikrotubulären Netzwerkes der Dendriten, und sich olfaktorische Ziliarproteine im Dendritennetzwerk und den Zellkörpern fest hängen.

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Iannaccone et al. (2005) beschrieb einen verminderten Geruchssinn bei zwei Patienten in einer italienischen Familie, in der das BBS über fünf Generationen hinweg besteht, wie kürzlich von Mykytyn et al. (2001) berichtet. Sie schlussfolgerten, dass das BBS4-Gen eine Rolle beim Geruchssinn spielt, was die Hypothese stützt, dass Fehlfunktionen der Zilien einen wichtigen Aspekt bei der Krankheitsentstehung des BBS darstellen. Sie legen nahe, dass das Spektrum der klinischen Erscheinungsformen von BBS um das Merkmal des verminderten Geruchssinnes erweitert werden sollte.

Deffert et al. (2007) berichteten von zwei algerischen Brüdern blutsverwandter Eltern mit klinischen Anzeichen von BBS, obgleich von BBS1 bis BBS10 keine ursächlichen genetischen Veränderungen gefunden werden konnten. Zusätzlich zu den diagnostischen Kriterien wiesen beide Jungen eine insertionale Polydaktylie (= zusätzliche Finger zwischen anderen Fingern im Gegensatz zu postaxialer Polydaktylie, wo der zusätzliche Finger am Ende der Hand ist) auf sowie einen situs inversus (= spiegelverkehrt angelegte Organe). Einer der beiden Brüder entwickelte eine Zapfen-Stäbchen-Dystrophie in der Kindheit, beim anderen stellte sich im Alter von 15 Jahren ein fortschreitender Sehverlust ein, der im 18. Lebensjahr zur Erblindung führte. Siehe auch Marion et al. (2012).

Im Rahmen detaillierter neurologischer Untersuchungen von neun BBS-Betroffenen konnten Tan et al. (2007) bei den meisten Patienten eine deutliche Verrinigerung der peripheren Wahrnehmung hinsichtlich aller Aspekte beobachten. Tan et al. (2007) ziehen daraus den Schluß, daß es sich hier um eine bisher unterschätzte Komponente dieser Erkrankung handelt.

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Verbindung zum Laurence-Moon-Syndrom

Seit langem besteht bereits die Unsicherheit, inwieweit das Laurence-Moon-Syndrom und das Bardet-Biedl-Syndrom zusammenhängen. Solis-Cohen and Weiss (1925) schlossen die beiden zum Laurence-Biedl-Syndrome zusammen.

Ammann (1970) kam zu dem Schluß, dass Patienten von Laurence and Moon mit Paraplegie (= Querschnittlähmung brustabwärts) und ohne Polydaktylie und ohne Adipositas eine andere Erkrankung hatten.

Wie die Studie von Ammann (1970) nahelegt, bleibt auch nach der Betrachtung des Laurence-Moon-Syndromes als getrennte Einheit die Heterogenität bestehen, zum Beispiel das Biemond-Syndrom II (Iriskolobom, Hypogenitalismus, Adipositas, Polydaktylie und geistige Behinderung) und das Alström-Syndrom (Retinitis pigmentosa, Adipositas, Diabetes mellitus und Innenohrschwerhörigkeit) wurden als separate Einheiten angesehen.

Schachat and Maumenee (1982) überarbeiteten die Nosographie (= Einteilung der Krankheiten in Klassen) dieser und verwandter Syndrome.

In einer 22-jährigen prospectiven Studie einer Patientengruppe von 46 BBS-Betroffenen aus 26 neufundländischen Familien fanden Moore et al. (2005) keinen offenkundigen Zusammenhang von klinisch feststellbaren Merkmalen oder Fehlbildungen mit einem Genotyp. Sie berichteten von zwei Patienten mit Laurence-Moon-Syndrom, wobei einer Blutsverwandtschaft mit einem Stammbaum mit BBS5-Gen aufwies, und der andere sowohl Mutationen im MKKS-Gen war.

Moore et al. (2005) zogen daraus den Schluß, dass die Merkmale, die in dieser Gruppe auftreten, die These nicht unterstützen, dass es sich bei BBS und LMS um unterschiedliche Erkrankungen handelt.

Der Patient mit den Mutationen im MKKS-Gen (NF-B5) wurde zuvor von Katsanis et al. (2000) als BBS6-Betroffener diagnostiziert, womit deutlich aufgezeigt wird, wie schwierig es ist, diese beiden Erkrankungen zu unterscheiden. Zum Seitenanfang

Bardet-Biedl-Syndrom 1

Beales et al. (1997) konnten zwischen Familien mit den Genorten BBS1, BBS2 und BBS4 nur geringfügige Unterschiede feststellen, außer dem am meisten auffälligen Unterschied, daß die BBS1-betroffenen Kinder höher gewachsen waren als ihre Eltern. Von BBS2 und BBS4 Betroffene waren bedeutend kleiner als ihre Eltern. In mehr als einem Viertel der Stammbäume konnte keine Koppelung an einen der bekannten Genorte festgestellt werden, was auf einen fünften BBS-Genort hindeuten könnte.

Bardet-Biedl-Syndrom 3

Sheffield et al. (1994) berichteten bei Beduinenfamilien mit BBS2 und BBS3 sehr ähnliche klinische Merkmale. Beispielsweise hatten alle Betroffenen in beiden Familienstammbäumen postaxiale Polydaktylie. Die Autoren stellen daher die Hypothese auf, dass die phänotypische Gleichheit trotz unterschiedlicher Mutationen an zwei getrennt gelegenen Genorten sich möglicherweise durch das Zusammenwirken eines Ligand-Rezeptor-Komplexes erklären läßt, oder verschiedene Untereinheiten ein und desselben Proteins beteiligt sind, oder zwei verschiedene Proteine an ein und demselben biochemischen Prozess.

Bei dem Stammbaum aus Neufundland mit nordeuropäischer Abstammung mit BBS3, den Young et al. (1998) beschreiben, kommen die BBS3-Merkmale wie Polydaktylie an allen vier Extremitäten, Intelligenzminderung und progrediente bis krankhafte Adipositas nicht vor. Bei den Patienten beschränkt sich die Polydaktylie auf die unteren Extremitäten, der IQ ist durchschnittlich, und die Adipositas lässt sich durch Kalorienreduktion bzw. körperliche Aktivitäten in Grenzen halten.

Ghadami et al. (2000) berichten von einer iranischen Familie, bei der sieben Mitglieder von BBS3 betroffen sind. Die Kopplungsanalyse zeigte, dass es sich tatsächlich um BBS3 handelte. Alle Betroffenen zeigten in ihrer Krankengeschichte leichte bis schwere Adipositas, die jedoch bei einigen durch Kalorienreduktion und körperliche Aktivität zu beheben war. Alle Patienten hatten Retinitis pigmentosa, beginnend in der frühen Kindheit mit Nachtblindheit, mit späterem Fortschreiten bis zu schwerer Sehbeeinträchtigung am Ende des zweiten Lebensjahrzehnts.

Die Polydaktylie variierte von der Beteiligung aller vier Gliedmaßen über abwechselnd unterschiedliche Betroffenheit bis hin zu gar keiner Polydaktylie. Sechs der sieben Patienten waren nicht geistig eingeschränkt. Obwohl sich bei zwei Patienten Anomalien der Nieren bzw. Nebennierenzysten finden ließen, schloss die Tatsache, dass ein Patient sieben Kinder hatte, eine Reproduktionsstörung aus. Der Vergleich klinischer Merkmale mit denen von vorher untersuchten BBS3-Betroffenen zeigte keinen spezifischen Phänotyp. Zum Seitenanfang

Bardet-Biedl-Syndrom 5

Young et al. (1999) berichtete, dass bei fünf betroffenen Mitgliedern eines BBS5-Stammbaumes, die entweder als Geschwister oder Cousins ersten Grades in drei Geschwisterreihen verwandt und zwischen 21 und 31 Jahre alt waren, niemand eine Polydaktylie hatte, aber alle wiesen entweder eine Brachydaktylie oder Syndaktylie auf. Alle hatten schwerwiegende Seheinschränkungen mit Veränderungen der Netzhaut einschließlich der Makula, und zwei der untersuchten Männer hatten einen kleinen Penis.

Bardet-Biedl-Syndrom 10

Putoux et al. (2010) identifizierten homozygote oder compound-heterozygote Mutationen im C12ORF58-Gen bei 5 von 21 Patienten mit vorgeburtlichem Beginn schwerer zystischer Anomalien der Nieren sowie Polydaktylie, jedoch ohne die für das Meckel-Syndrom typischen Gallen- und Leberanomalien. Vier dieser Patienten waren Föten zwischen der 21. und 26. Schwangerschaftswoche, die fünfte Patientin war eine 20-jährige BBS-10-Betroffene, bei der hyperechogene (echogen = im Ultraschall sichtbar) Nieren und Polydaktylie im vorgeburtlichen Ultraschall gefunden wurden. Die am häufigsten vorkommende Mutation war die Duplikation eines Basenpaares (271dupT), welche bei 6 von 10 mutierten C12ORF58-Allelen gefunden werden konnte. Die 20-jährige Frau wies zudem eine heterozygote trunkierende Mutation im BBS-6-Gen auf. Putoux et al. (2010) stellten fest, daß die Diagnose eines schweren und tödlich verlaufenden BBS im Mutterleib naheliegt anhand der Befunde einer hochgradigen Zystenniere und Polydaktylie ohne Fehlbildung der Gallengänge oder Hirnanomalien, und schlossen daraus, daß Mutationen im C12ORF58-Gen möglicherweise für eine große Anzahl solcher Fälle verantwortlich ist.

Bardet-Biedl-Syndrom 12

Dulfer et al. (2010) berichteten von zwei weiblichen Geschwistern mit BBS hervorgerufen von zwei sich ergänzenden heterozygoten trunkierenden Mutationen (Mutationen, die die Translation frühzeitig beenden und unvollständige oder keine Proteine erzeugen) im BBS12-Gen. Jede von ihnen hatte zusätzlich eine dritte heterozygote Mutation im BS10-Gen. Das erste Geschwister zeigte postaxiale Polydaktylie vom Typ A (vollständiger zusätzlicher fünfter Finger oder Zeh) und stark ausgeprägten Hydrometrokolpos, was zu einem verzögerten Geburtsvorgang mit Hypoxie (Sauerstoffmangel) und zur Totgeburt führte. Eine nachfolgende Untersuchung zeigte eine distale Vaginalatresie, eine Weitung sowohl des Gebärmutterhalses als auch der Gebärmutter sowie Blasen- und Nierenfehlbildung. Die zweite Schwangerschaft wurde in der 15. Schwangerschaftswoche abgebrochen, nachdem bei der Chorionzottenbiopsie dieselben drei Mutationen auch im zweiten Fötus gefunden wurden, der jedoch keine äußeren Anzeichen einer BBS zeigte und auch keine Anomalien der inneren Genitalien, wohl aber eine Blasen-Nieren-Fehlbildung. Dulfer et al. (2010) wiesen auf die phänotypische Unterschiedlichkeit dieser Geschwister hin und legten nahe, daß der Hydrometrokolpos als BBS-Merkmal bei weiblichen Patienten angesehen werden sollte. Die Autoren hinterfragten auch, ob die BBS-10 Mutation überhaupt einen Einfluß auf den Phänotyp hat, zumal die BBS12-Mutationen bereits ausreichten, um die Erkrankung hervorzurufen.

Vererbung

Katsanis et al. (2001) untersuchten 163 BBS-Familien auf Mutationen sowohl im BBS2- als auch im BBS6-Gen und konnten das Vorhandensein von drei mutierten Allelen bei BBS-Betroffenen in vier Stammbäumen nachweisen. Des Weiteren fanden Katsanis et al. (2001) in zwei Stammbäumen nicht betroffene Familienangehörige, die Träger zweier BBS2-Mutationen aber keiner BBS6-Mutation waren. Einer hatte zwei homozygote (= gleiche) BBS1-Allele und der andere zwei homozygote BBS4-Allele geerbt.

Die Identifikation des bei BBS-Betroffenen am häufigsten vorkommenden Genes BBS1 ermöglichte es Mykytyn et al. (2002), die Hypothese näher zu untersuchen, ob drei mutierte Allele notwendig sind, damit BBS vollständig ausgeprägt wird (triallelische Vererbung), wie von Katsanis et al. (2001) nahegelegt worden war. Sie konnten die häufig vorkommende M390R-Mutation bei keinem von zwölf nicht verwandten Betroffenen nachweisen, bei denen zuvor zwei Mutationen im BBS2, BBS4 oder BBS6-Gen (MKKS) gefunden worden waren.

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Außerdem zeigte eine vollständige Sequenzierung des BBS1-Genes bei diesen Patienten keine Abweichungen in der Codierungsabfolge. Zusätzlich sequenzierten sie das BBS2, BBS4, und MKKS-Gen bei zehn nichtverwandten nordamerikanischen Patienten, die homozygot für die BBS1 M390R-Mutation waren. Alle Veränderungen, die man bei Betroffenen finden konnte, konnten auch bei Nichtbetroffenen einer Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Obwohl diese Patienten möglicherweise eine zusätzliche Mutation in einem anderen Allel in sich tragen könnten, das dem BBS zugrunde liegt, ist dies aufgrund der Tatsache, dass die verbleibenden Gene nur für einen geringen Anteil der BBS-Betroffenen verantwortlich sind, sehr unwahrscheinlich.

Schließlich konnten Mykytyn et al. (2002) in sechs Multiplexfamilien, bei denen die Betroffenen alle die BBS1-Mutation in sich trugen, keine nicht-betroffenen Angehörigen mit zwei BBS1-Mutationen finden. Somit konnte die Erkrankung in den von ihnen untersuchten Familien als autosomal rezessiv eingeordnet werden, wobei keinerlei Hinweise auf die Beteiligung der BBS1-Mutation in triallelischer Vererbung nachgewiesen werden konnten.

Mykytyn et al. (2003) zeigten, dass die häufig vorkommende BBS1 M390R-Mutation etwa 80 Prozent aller BBS1-Mutationen ausmacht und über verschiedene Bevölkerungsgruppen hinweg jeweils vor einem ähnlichen genetischen Hintergrund gefunden werden kann.

Stoetzel et al. (2006) identifizierten homozygote Mutationen für das TTC8-Gen bei zwei der 128 BBS-Familien. Eine weitere Familie war heterozygot. Stoetzel et al. (2006) schlußfolgern daraus, dass die Mutationen im TTC8-Gen nur bei zwei Prozent der BBS-Familien zu der Erkrankung geführt haben.

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Stoetzel et al. (2006) konnten ein mutiertes BBS10-Gen bei etwa 20 Prozent einer wahllos zusammengestellten Gruppe aus Familien verschiedener ethnischer Herkunft nachweisen. Bemerkenswerterweise fanden sie eine ähnlich starke Häufigkeit von Mutationen bei Familien mit Herkunft aus dem Nahen Osten wie bei denen mit europäischer Abstammung. Zwölf von 65 (18 Prozent) Familien mit BBS10-Mutationen zeigten auch Mutationen oder bekannte Genvarianten an einem anderen BBS-Genort, was auf eine mögliche epistatische Interaktion hindeutet (damit ist vermutlich eine Verstärkung der Auswirkungen des Gens durch ein weiteres Gen gemeint).

Bei betroffenen Mitgliedern dreier Geschwistergruppen innerhalb einer libanesischen Großfamilie mit BBS, über die Stoetzel et al. (2006) berichtet hatte, fand Laurier et al. (2006) heraus, daß die Mitglieder homozygot für eine Mutation im BBS10-Gen waren. Das einzige betroffene Geschwister einer vierten Gruppe innerhalb dieser blutsverwandten Gruppe war heterozygot für eine Kombination zweier Mutationen im BBS10-Gen. Des Weiteren waren zwei betroffene Mitglieder einer fünften Geschwistergruppe innerhalb dieser Großfamilie homozygot für eine Mutation im BBS2-Gen. Es gab keinen Hinweis auf eine triallelische Form in dieser Großfamilie, obwohl drei unterschiedliche Mutationen in zwei verschiedenen Genen (BBS2 und BBS10) gefunden wurden. Laurier et al. (2006) diskutierte den ungewöhnlichen Befund gleichzeitig vorkommender Homozygotie und einer Kombination heterozygoter Mutationen auf zwei unterschiedlichen Genen innerhalb derselben blutsverwandten Gruppe.

Abu-Safieh et al. (2012) lieferten Beweise dafür, daß in den meisten Fällen das BBS in der klassisch autosomal-rezessiven Form vererbt wird, und daß das triallelische Modell äußerst selten, wenn überhaupt, vorkommt. Die Autoren führten eine umfassende Sequenzanalyse aller 14 BBS-Gene einschließlich des Modifizierungsgenes CCDC28B bei einer Kohorte von 29 arabischen BBS-Familien durch. Zwei pathogene (krankheitserzeugende) Mutationen wurden auf den Schwesterchromosomen bei den Betroffenen jeder der BBS-Familien gefunden und in keinem Fall konnte ein drittes Allel gezeigt werden, welches eindeutig als Modifizierungsgen für die Steuerung der Penetranz fungierte, und somit das triallelische Modell gestützt hätte. Der umfangreiche Sequenzierungsansatz brachte zahlreiche neue Sequenzvarianten der BBS-Gene ans Licht und nicht nur die notwendigen zwei Mutationen pro Familie, wobei die Mehrzahl dieser Varianten nicht kodierend waren, und keine der möglichen Spleißvarianten als pathogen vorhergesagt werden konnten.

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Heterogenität

Bardet-Biedl-Syndrom Typ 1 (BBS1) wird durch eine Mutation verursacht, die auf Chromosom 11q13 kartiert werden konnte. Bardet-Biedl-Syndrom vom Typ 2 ist der Mutation in einem Gen auf Chromosom 16q21 zugeordnet. Typ 3 des Bardet-Biedl-Syndroms wird durch eine Mutation im ADP-Ribosylationsfaktor (ARF)-ähnlichen-6-Gen (ARL6) auf Chromosom 3p13-p12 verursacht.

Die Mutation, die für das Bardet-Biedl-Syndrom vom Typ 4 (BBS4) verantwortlich ist, befindet sich in einem Gen auf Chromosom 15q22.3-q23. Bardet-Biedl-Syndrom Typ 5 (BBS5) wird von einer Mutation in einem Gen verursacht, das auf dem Chromosom 2q31 liegt. BBS Typ 6 (BBS6) wird von derselben Mutation verursacht (MKKS), die auch beim McKusick-Kaufmann-Syndrom auf 20p12 besteht.

Das Bardet-Biedl-Syndrom vom Typ 7 (BBS7) wird durch eine Mutation in einem auf Chromosom 4q27 verursacht. Eine Mutation in einem tetra-tri-Co-Peptid-repeat-Protein (auch snap helix protein), TTC8 verursacht das Bardet-Biedl-Syndrom des Typs 8 (BBS8). Eine Mutation im Parathormon-reaktiven Gen B1 (PTHB1) verursacht den Bardet-Biedl-Syndrom-Typ 9 (BBS9).

Eine Mutation im C12ORF58-Gen verursacht das Bardet-Biedl-Syndrom Typ 10 (BBS10). Die Mutation im Gen mit der tripartite motif-containing protein-32 (drei zink-bindende Domänen, ein RING, B-Box und zusammengerollte Spiralregionen) (TRIM32) verursacht Bardet-Biedl-Syndrom Typ 11 (BBS11). Eine Mutation im C4ORF24-Gen verursacht das Bardet-Biedl-Syndrom vom Typ 12. Das Bardet-Biedl-Syndrom vom Typ 13 (BBS13) wird durch eine Mutation im MKS1-Gen verursacht. Bardet-Biedl-Syndrome Typ 14 (BBS14)wird durch eine Mutation im CEP290-Gen verursacht. Das Bardet-Biedl-Syndrom vom Typ 15 (BBS15) wird durch eine Mutation im C2ORF86-Gen verursacht. Zum Seitenanfang

Molekulargenetik

In einer bevölkerungsbasierten Studie mit 93 BBS-Betroffenen von 74 Familien verschiedener Bevölkerungsgruppen, konnten Billingsley et al. (2010) zeigen, dass größtenteils die Chaperonin-like-BBS6-, BBS10- und BBS12-Gene zu dieser Erkrankung beitragen. Biallelische Mutationen für diese drei Gene wurden bei 36,5 Prozent der Familien gefunden: vier Patienten hatten Mutationen im BBS6-Gen, 19 im BBS10-Gen und zehn wiesen Mutationen im BBS12-Gen auf. Insgesamt waren 26 (68 Prozent) dieser 38 Mutationen neu aufgetreten. Bei sechs Patienten traten Mutationen in mehr als einem Chaperonin-like BBS-Gen auf, und ein Patient mit sehr starker phänotypischer Ausprägung hatte vier Mutationen im BBS10-Gen.

Die beobachteten phänotypischen Ausprägungen waren stärker als die klassischen BBS-Symptome und überlagerten sich mit Merkmalen des McKusick-Kaufman-Syndroms einschließlich angeborenem Herzfehler, Vaginalatresie, Hydrometrokolpos und Cryptorchidismus (verborgenem Hoden), sowie mit denen des Alstrom-Syndroms mit Diabetes, Schwerhörigkeit, Leberanomalien, endokrine Störungen und Kardiomyopathie (Erkrankungen des Herzmuskels).

Muller et al. (2010) untersuchten die Gene BBS1 bis BBS12 und fanden pathogene Mutationen in 134 (77 Prozent) von 174 BBS-Familien: 117 Familien trugen zwei pathogene Mutationen in einem einzigen Gen, und 17 Familien hatten eine einzige heterozygote Mutation, wobei acht die rekurrente BBS1-Mutation M390R aufwiesen. BBS1 und BBS10 waren die am häufigsten gefundenen Gene, wobei jedes jeweils bei 32,6 Prozent der Familien gefunden wurde, gefolgt vom BBS12-Gen, welches bei 10,4 Prozent der Familien zu entdecken war. Es wurden keine Mutationen im BBS11-Gen gefunden, welches nur bei einer Familie, die unter Blutsverwandten geheiratet hatten, identifiziert wurde. Es fand sich eine hohe Anzahl an Mutationen, die nur bei einer einzigen Familie gefunden wurden. Muller et al. (2010) diskutierten verschiedene Strategien für die diagnostische Mutationssuche, einschließlich Homozygotenkartierung und gezielte Arrays für das Entdecken von erst kürzlich gefundenen Mutationen.

Durch Homozygosity-Mapping (Kartierung von Genen anhand zusammenhängender chromosomaler Bereiche mit identischen Allelen auf beiden Chromosomen) und anschließender Hochdurchsatzsequenzierung nach Anreicherung exon-spezifischer Sequenzen von 136 blutsverwandten Familien (mehr als 90 Prozent Iraner und weniger als 10 Prozent Türken oder Araber), die syndromische oder nichtsyndromische Formen von autosomal rezessiv vererbter geistiger Behinderung vererbten, entdeckten Najmabadi et al. (2011) das Vorkommen von Homozygozität für eine Deletion von 6 Basenpaaren im BBS7-Gen bei BBS-betroffenen Familienmitgliedern einer Familie.

Modifizierungs-Gene

Das CCDC28B-Gen modifiziert die Ausprägung des BBS-Phenotyps bei Patienten mit Mutationen in anderen Genen. Mutationen im MKS1-, MKS3- und im C2ORF86-Gen modifizieren ebenfalls die Ausprägung des BBS-Phenotyps bei Patienten mit Mutationen in anderen Genen.

Putoux et al. (2011) fanden acht verschiedene heterozygote Missense-Mutationen (führt zu Einbau von falschem Protein) im KIF7-Gen bei acht Patienten mit Ziliopathien, einschließlich Bardet-Biedel-Syndrom, Meckel-Syndrom (MKS), Joubert-Syndrom (JBTS), dem Pallister-Hall-Syndrom (PHS) und OFD6. Vier dieser Patienten hatten zusätzliche pathogene Mutationen in anderen BBS-Genen. Studien zur Wiederherstellung des Genproduktes zeigten an den Somiten (Urwirbeln) bei genveränderten Zebrafischembryonen, daß die heterozygote KIF7-Missense-Mutationen hypomorph waren, und Putoux et al. (2011) schlossen daraus, daß diese Allele möglicherweise die phänotypische Ausprägung anderer Ziliopathien, insbesondere BBS beeinflußten bzw. sie verschlimmerten.

Diagnose

Janssen et al. (2011) bedienten sich eines DNA-Pools und führten in großer Anzahl parallel dazu eine Resequenzierungsstrategie durch, um 132 Patienten mit BBS aus 105 Familien zu untersuchen. Dies ermöglichte die Identifizierung beider krankheitsverursachenden Mutationen bei 29 (28 Prozent) von 105 Familien. Fünfunddreißig verschiedene krankheitsverursachende Mutationen konnten gefunden werden, von denen 18 neu waren.

Genotyp-Phänotyp-Korrelation

Carmi et al. (1995) verglich die Krankheitsbilder von drei nicht miteinander verwandten, weitläufigen arabischen Beduinenfamilien, bei deren BBS-Typ ein Zusammenhang mit dem Chromosomen 3 (BBS3), 15 (BBS4) und 16 (BBS2) nachgewiesen werden konnte.

Die beobachteten Unterschiede schlossen die Gliedmaßenverteilung der postaxialen Polydaktylie und die Ausprägung sowie den altersmäßigen Beginn der Adipositas ein. Der Genort auf Chromosom 3 steht offenbar mit Polydaktylie aller vier Gliedmaßen in Verbindung, während beim Chromosom-15-Typ die Polydaktylie meistens auf die Hände beschränkt bleibt. Der Chromosom-15-Typ steht mit früh beginnender und krankhafter Adipositas in Verbindung, während das BBS, dem die Mutation auf Chromosom 16 zugrunde liegt, sich anscheinend am schwächsten Ende der Ausprägungsskala befindet.

Khanna et al. (2009) lieferte Hinweise dafür, daß ein gemeinsam vorkommendes Allel auf dem RPGRIP1L-Gen (A229T) eine Modifizierungsfunktion in Hinblick auf Netzhautdegenerationen bei Patienten mit Zilienerkrankungen einnimmt, unter anderem auch bei BBS, welche durch andere Genmutationen verursacht werden.

BBS-Gen-Trägertum

Basierend auf einer Studie mit 75 über fünf Generationen hinweg weitläufig miteinander Verwandter zweier erwachsenen BBS-betroffener Geschwister legten Croft and Swift (1990) nahe, dass Träger ein erhöhtes Risiko haben, Adipositas oder einen Bluthochdruck zu entwickeln, einen Diabetes mellitus oder eine Nierenerkrankung zu bekommen. Sie hoben hervor, dass die Homozygoten eine Beteiligung der Leber aufwiesen.

Croft et al. (1995) untersuchten nicht homozygote Verwandte auf Adipositas und Bluthochdruck, da sie vermuteten, dass Träger von BBS eine Veranlagung dafür haben könnten. Bei 34 Eltern von BBS-Betroffenen (zwangsläufig Heterozygoten) war der Anteil von stark Übergewichtigen signifikant höher (26,7 Prozent) als in der vergleichbaren Altersgruppe weißer männlicher US-Amerikaner (8,9 Prozent).

Sie schlussfolgerten daraus, dass das BBS-Gen möglicherweise bei männlichen Gen-Trägern eine Veranlagung für Adipositas schafft. Sie schätzen, dass, wenn BBS-Träger 1 Prozent der allgemeinen Bevölkerung ausmachen, etwa 2,9 Prozent aller stark übergewichtigen weißen Männer Träger eines BBS-Genes sind. Ebenso waren sowohl die Mütter als auch die Väter von BBS-Betroffenen signifikant größer als weiße US-Bürger in der vergleichbaren Altersgruppe.

Beales et al. (1999) entdeckten Nieren-Zell-Adenokarzinome bei drei Eltern von BBS-Betroffenen, und angeborene Nierenfehlbildungen bei weiteren. Sie vermuten, dass diese Befunde eine Folge des Trägertums für krankheitsverursachende Mutationen in BBS-Genen sind.

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CREATION DATE

Victor A. McKusick : 6/3/1986

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Zuletzt geändert am 12.01.2017 10:34