Molekulargenetik

Die Ursachen der juvenilen Makuladegeneration sind Veränderungen in der Erbsubstanz. Seit die Molekulargenetik Techniken und Methoden entwickelt hat, mit deren Hilfe Veränderungen in den Genen aufgespürt werden können, hat die Suche nach diesen krankheitsverursachenden Genveränderungen (Mutationen) erste Erfolge gezeigt. Die verschiedenen Formen der juvenilen MD, die bereits seit langem klinisch gut untersucht und beschrieben wurden, können nun teilweise anhand einer Blutprobe mit Hilfe der Genanalyse exakt erkannt und voneinander unterschieden werden.

In den letzten Jahren wurden einige Gene identifiziert, wie z.B. das Peripherin-Gen, das zu einer Form der dominanten MD, sowie das TIMP-3-Gen, das zur Sorsby'schen Fundusdystrophie führt. Auch die Genveränderungen, die zur Best'schen sowie Stargardt'schen Erkrankung führen, sind inzwischen identifiziert worden.

Für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) war bis vor kurzem keine erbliche, d.h. genetische Komponente zu erkennen. 1997 haben US-amerikanische Forscher festgestellt, daß bei ca. 15% der Betroffenen mit AMD eine Mutation im ABCR-Gen vorliegt. Diesier Zusammenhang wird jedoch nach wie vor sehr kontrovers diskutiert. Damit ist erstmals bewiesen, daß auch die AMD auf genetischen Faktoren beruhen kann. Nach weiteren AMD-verursachenden Genen wird geforscht.

Ein Ergebnis molekulargenetischer Untersuchungen ist die Erkenntnis, daß "ungünstige" Veränderungen in mehreren, ganz unterschiedlichen Erbanlagen bei Betroffenen zu einem identischen Bild der Makuladegeneration führen können, das auch für Augenärzte nicht zu unterscheiden ist.

Umgekehrt können aber auch "ungünstige" Veränderungen in einer einzigen Erbanlage in verschiedenen Familien ganz unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen. Ein Beispiel dafür sind wiederum Mutationen im menschlichen Peripherin-Gen, die in Familien ganz unterschiedliche, dominant vererbte Formen der Makuladegeneration hervorrufen können. Ein anderes Beispiel ist das ABCR-Gen, dessen eine Gruppe von Mutationen zur Stargardt'schen Dystrophie, andere Mutationen jedoch zur AMD führen können.

Man hofft, über die Veränderungen in den Genen Aufschluß über die daraus gebildeten veränderten Eiweißstoffe (Proteine) sowie über die davon abhängigen Schädigungen der Photorezeptoren zu gewinnen. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse sollen neben einer verbesserten Diagnose auch in der Zukunft verschiedene Therapieansätze erarbeitet werden, wie z.B. die Entwicklung von gentechnisch hergestellten Medikamenten oder der Ersatz defekter Gene mit Hilfe der somatischen Gentherapie.

Zuletzt geändert am 21.05.2015 12:16