Klinische Studien mit neuen Therapieansätzen

Prophylaktische Laserbehandlung

Es wurde bereits auf die allgemein anerkannte Laserbehandlung bei der altersbezogenen Makuladegeneration hingewiesen, die bei einem kleinen Prozentsatz von Betroffenen zum Stillstand der Erkrankung führt.

Eine prophylaktische Laserbehandlung wird gegenwärtig bei einem frühen Stadium einer Makuladegeneration geprüft. Es konnte gezeigt werden, daß hierdurch Ablagerungen unter der Netzhaut, sogenannte "Drusen", zur Rückbildung gebracht werden können. Drusen sind ein Risikofaktor für das Auftreten einer Sehverschlechterung bei altersbezogener Makuladegeneration. Mehrere Studien haben gezeigt, daß eine Rückbildung der Drusen erreichbar ist. Bisher ist aber nicht bewiesen, daß diese Rückbildung der Drusen einen prophylaktischen Effekt auf die drohende Sehschärfenminderung hat. Diese Frage wird derzeit in mehreren Studien untersucht.

Photodynamische Therapie

Sind bei der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration die Gefäße weit in das Zentrum der Makula eingewachsen, ist bei bestimmten Indikationen, die photodynamische Therapie mit dem Medikament VisudyneTM (Verteporfin) in Kombination mit einem speziellen Laser einsetzbar. Allerdings ist diese Therapie nicht für alle Patienten mit der feuchten Form der Makuladegeneration geeignet! Für welchen Augenbefund diese Therapie aussichtsreich ist, kann nur mit Hilfe der Fluoreszenzangiographie, also einer Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel, vom Augenarzt festgestellt werden.

Seit September 2000 ist diese Therapie in Deutschland zugelassen. Sie wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen bereits an über 1000 Patienten getestet, die an bestimmten Ausprägungsformen der feuchten, altersabhängigen Makuladegeneration leiden. Die Ergebnisse sind ermutigend und lassen den Schluß zu, daß der Verlust des Sehvermögens bei einem Teil der Patienten verlangsamt und in einigen Fällen der Krankheitsprozeß sogar zum Stillstand gebracht werden kann. Eine Liste der deutschen Zentren, die diese Therapie anwenden, können Sie gegen Erstattung der Porto- und Kopiekosten anfordern. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Broschüre Altersabhängige Makuladegeneration.

Thermische Lasertherapie

Typisch für die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration ist, daß im Bereich der Makula neue Blutgefäße aus der Aderhaut unter die Netzhaut einwachsen. Diese Gefäße sind oft undicht und es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhaut und zur Schädigung der lichtempfindlichen Zellen. Mit der thermischen Lasertherapie werden diese Gefäße verödet. Überall dort, wo der Laser eingesetzt wird, entsteht allerdings eine Narbe, die auch die Netzhaut selbst einschließt. Diese Behandlung eignet sich vor allem dazu, Gefäße außerhalb des Punktes des schärfsten Sehens (außerhalb der Makula) zu zerstören. Eine mit Lasertherapie erfolgte Verödung von Gefäßen ist in etwa 50% der Fälle erfolgreich. Der Einsatz von Lasern ist bereits über mehrere Jahre erprobt. Im Moment scheint es dem Patienten zwar manchmal, daß sich die Situation verschlechtert hat. Auf zwei Jahre bezogen verlangsamt sich aber der Verlauf der Krankheit.

Rheopherese

Klinische Studien wurden und werden unternommen, um eine mögliche Wirksamkeit der Rheopherese bei der altersabhängigen Makuladegeneration nachweisen zu können. Das Prinzip der Rheopherese beruht auf einer Filtration des Blutes. Dadurch verbessern sich die Blutfließeigenschaften im gesamten Körper einschließlich der Augen. Eine intakte Mikrozirkulation in den feinen Blutgefäßen des Auges ist ein wesentlicher Faktor für die Sicherstellung der Transportprozesse und damit des Sehvorgangs. Es muss jedoch noch gezeigt werden, dass eine kurzzeitige Verbesserung der Durchblutung im Bereich der Makula überhaupt erreicht wird und ob ggf. eine dauerhafter positiver Effekt zu erwarten ist. Die Hoffnung ist, dass die Rheopherese ohne Zerstörung von gesundem Gewebe den natürlichen Krankheitsverlauf der Makuladegeneration bei bestimmten AMD-Patienten positiv beeinflussen könnte. Sind eine Laserbehandlung einschließlich der photodynamischen Therapie oder eine chirurgische Maßnahme möglich, kommt die Rheopherese nicht in Frage. Für eine abschließende Beurteilung der Wirksamkeit der Rheopherese bei AMD müssen weitere Untersuchungsergebnisse abgewartet werden.

Zuletzt geändert am 21.05.2015 12:16