Rente wegen voller Erwerbsminderung (§ 43 Abs. 2 SGB VI) Autorin: Margarete Voelzke

Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung hat nach der gesetzlichen Regelung, wer wegen Krankheit oder der Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch weniger als 3 Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten kann.

Um festzustellen, ob bei Ihnen eine Erwerbsminderung vorliegt, wird der Rentenversicherungsträger in der Regel ein ärztliches Gutachten in Auftrag geben. Der Gutachter nimmt dazu Stellung, wie viele Stunden Sie trotz der gesundheitlichen Einschränkungen unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch arbeiten können. Er äußert sich auch dazu, welche Anforderungen an Ihr Sehvermögen gestellt werden können. Die zeitliche Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt spielt nämlich keine Rolle, wenn jemand nicht mehr unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten kann. Wer aufgrund seines schlechten Sehvermögens nur noch in Blinden- und Sehbehindertenberufen (z.B. als Masseur) tätig sein kann, aber keine Ausbildung in einem solchen Beruf hat, dem ist es nicht möglich, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein. Es ist dann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu gewähren – vorausgesetzt natürlich, dass eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht in Betracht kommt.

Von einer Netzhautdegeneration Betroffene haben, wenn die oben beschriebenen Voraussetzungen für eine volle Erwerbsminderungsrente erfüllt sind, in der Regel Anspruch auf eine unbefristete Rente. Eine Besserung des Gesundheitszustandes ist unwahrscheinlich, da es bisher leider keine erfolgreiche Therapie gibt.
Neben der vollen Erwerbsminderungsrente darf man bis zu 400 € (Stand 2012) hinzuverdienen.

Zuletzt geändert am 21.04.2013 22:14