Weitere Nachteilsausgleiche Autor: Sascha Franz

Nachteilsausgleiche dienen zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile und Mehraufwendungen, die einen gleichaltrigen Nichtbehinderten typischerweise nicht treffen. Das Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX), verschiedenste Vorschriften in anderen Gesetzen oder Verordnungen bieten behinderten Menschen eine Reihe von Rechten und Hilfen. Nach Beantragung und Feststellung eines entsprechenden Grades der Behinderung (GdB) und/oder der Merkzeichen haben Betroffene die Möglichkeit, Nachteilsausgleiche zu beantragen. Wichtige Nachteilsausgleiche für seh- und hörbehinderte Menschen sind beispielsweise:

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Technische Arbeitshilfen, Arbeitsassistenz, behindertengerechte Gestaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Nachteilsausgleiche im Arbeits- und Berufsleben

Kündigungsschutz, Gleichstellung, Zusatzurlaub.

Steuerermäßigungen

Pauschbeträge für behinderte Menschen und Pflegepersonen, behinderungsbedingte Fahrtkosten, Fahrten mit einem eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kfz zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte, Erlass der Hundesteuer für einen Führhund, Grundsteuerermäßigung.

Mobilität

Kraftfahrzeugsteuerermäßigung oder Kraftfahrzeugsteuerbefreiung, Parkerleichterungen, unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr (sogenannte Freifahrt), unentgeltliche Beförderung einer Begleitperson.

Kommunikation

Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht (ab 2013 Befreiung von bzw. Ermäßigung der Rundfunkbeitragspflicht), Verrechnung eines Sozialtarifs mit den Kosten der vom Anschluss ausgehenden T-Net-Standardverbindungen bei der Telekom, unentgeltlicher Postversand von Blindensendungen.

Sonstige Nachteilsausgleiche

Ermäßigungen der Kurtaxe, ermäßigter Eintrittspreis bei öffentlichen (und privaten) Veranstaltungen.

Die Broschüre „Leistungen zur Teilhabe am Arbeits- und Berufsleben und Nachteilsausgleiche“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe www.lwl.org (externer Link) sollten sich die Betroffenen besorgen, da hier die Nachteilsausgleiche ausreichend und verständlich beschrieben sind. Diese Broschüre erhalten Sie auch bei den Integrationsämtern, den örtlichen Fürsorgestellen oder beim Sozialamt der Gemeinde. Weitere Hinweise zu den steuerrechtlichen Fragen bieten auch der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen auf www.bvkm.de (externer Link) ("Steuermerkblatt für Familien mit behinderten Kindern") und Ihr örtlich zuständiges Finanzamt.

Zuletzt geändert am 26.06.2016 22:35