Hilfsmittelversorgung durch die GKV Autor: Josef Schwietering

Versicherte der gesetzlichen Krankenkasse haben Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen (§ 33 SGB V).

Hilfsmittel können z. B. Hör- und Sehhilfen, Körperersatzstücke, Mobilitätshilfen wie Rollstühle, Bildschirmlesegeräte oder Screenreader sein. Der Anspruch umfasst auch die notwendige Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln sowie die Ausbildung in ihrem Gebrauch.

Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, wie ein PC oder ein Laptop, sind von der Leistungspflicht der GKV ausgeschlossen. Bei sehbehinderten oder blinden Schülern kann während der allgemeinen Schulpflicht davon abgewichen werden. Eine Versorgung mit einem Laptop und einer sehbehinderten- oder blindengerechten Software ist möglich. Bildung (Schulwissen innerhalb der Schulpflicht) ist ein Grundbedürfnis des täglichen Lebens und zählt somit zur Leistungspflicht der GKV. Weitere Grundbedürfnisse des täglichen Lebens sind Sehen, Hören, Gehen, Essen, Körperpflege sowie die Erschließung eines gewissen körperlichen und geistigen Freiraums. Dazu gehören auch die Kommunikation und Information.

Ein Gegenstand, der für den Gebrauch behinderter Menschen entwickelt wurde und fast ausschließlich von diesem Personenkreis genutzt wird, kann als Hilfsmittel anzusehen sein. Die Gebrauchsdauer eines Hilfsmittels kann von verschiedenen Faktoren wie der Häufigkeit des Gebrauchs oder der Qualität des Produktes abhängig sein. Eine Mindestgebrauchszeit gibt es nicht. Fortschreitende technische Veränderungen können bei einem deutlichen Gebrauchsvorteil (Grundbedürfnis) im Alltagsleben zu einer Neuversorgung mit einem Hilfsmittel führen. Die Neuversorgung bedarf einer Verordnung durch den Arzt.

Zuletzt geändert am 21.04.2013 22:15