Jugendtreffen in Bonn 2007 - oder ein Märchen am Waldesrand - von Sven Borchardt

Bonn. Was für ein Wetter! Die Sonne lacht und die Jugendherberge liegt in einem schönen, mit Licht durchflutetem Waldstück. Nicht nur gibt es an der einladenden Re-zeption die Möglichkeit, eine helfende Begleitung an seine Seite zu bekommen, auch ist der angemietete Raum derart mit freundlich-großen Fenstern ausgestattet, dass das zusätzliche Licht das Wohlbefinden Vieler von Beginn an erheblich verbessert. Nach dem obligatorischen „Pflichtprogramm“ - natürlich Vorstellungsrunde und Klärung organisatorischer Fragen – folgt der gemütliche Teil des Abends, Erkundung des Herbergen-Interieurs mit allen zur Verfügung stehenden Sinnen: riecht es hier nicht irgendwie nach Essen? Und schon geht es ab in das herbergeneigene Bistro mit einer überdimensionierten, stolperfreien Terrasse. Sternenklar ist die Nacht – wie jetzt, kann die wirklich jemand von uns sehen? Immerhin leuchtet der große Halbmond für uns –, doch zu fortgeschrittener Stunde entfliehen wir der kühlen Bonner Landluft und wechseln vom Sit-Out zum Sit-In.

Der Nächste Tag soll (zu) früh beginnen. Da-für gibt es ein erkennbar ausgewogenes Frühstück, das wir dank des annähernd komplett verglasten Raumes mit viel Licht genießen können. Nichtsdestotrotz: Wir ha-ben doch keine Zeit! Mütterlich umsorgt mit genießbaren Lunchpaketen geht es schnur-stracks zur angekündigten Parlamentsfüh-rung mit Nikola und Philipp als zielsichere Koordinatoren. Nachdem uns eine kleine, nette Frau mit Akzent (ist Frau Merkel nicht mit umgezogen?) durch den ehemaligen, aber keineswegs alten, eher wie frisch ge-bauten Bundestag geführt und uns mit eini-gen hilfreichen Details zu mehr Wissen ver-holfen hat, steht es nun jedem frei, sich zwi-schen einem Besuch im Deutschen Ge-schichtsmuseum oder bei Haribo zu ent-scheiden – nein, einen 50-50-Joker gibt es hier nicht! Voll mit Wissen bzw. Weingummi peilen wir gemeinsam das nächste Highlight des Tages an: die Rheinfahrt, wobei im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar ist, wie unsere Organisatoren es geschafft ha-ben, den Charly’s Checkpoint (Treffpunkt) in einer Straßenbahn sicher über die Bühne zu bringen. Auf geht es also zum gemütlichen Schiffchen, das uns während der Fahrt so einige philosophische Gedanken über die Strömung und über die Landschaft entlockt. Gestärkt von der warmen Sonne und den grandiosen Eindrücken geht es zur freien Entfaltung weiter in die Bonner Innenstadt, Treffpunkt: Busbahnhof, und wieder einmal zeigt sich, wie harmonisch die gesamte Gruppe ist, denn alle kommen pünktlich und ohne Blessuren an.

In gemütlicher Heiterkeit geht es schließlich wieder in Richtung Jugendherberge, wo uns Prof. Dr. Scholl – bei Kaffee und Kuchen für den Magen und auch für Nichtsehende an-schaulich erklärten Folien – etwas über die Unterschiede der RP-Formen, die Forschung, MD und Vieles mehr informiert. Er nimmt sich ausreichend Zeit für Nachfragen und stellt die Aspekte ausführlich dar, so dass bei einem intensiven Informationsge-spräch mit einer Fachperson eine ange-nehme Atmosphäre entsteht. Aber alles hat ein Ende und so soll der Abend beim netten Spanier verbracht werden. Hier gibt es – nach dem ein oder anderen Bier –nun die Möglichkeit, sich untereinander noch etwas persönlicher zu unterhalten oder auszutau-schen, sein Portemonnaie endlich mal gründ-lich zu leeren ... Zu sehr später Stunde – ist eigentlich schon Morgen? – finden sich eini-ge heiter, andere müde wieder in der Her-berge ein, wo sich die heitere Fraktion immer noch nicht voneinander trennen mag und bei geselligem Beisammensein auch die letzten Stunden des Tages verstreichen lässt.

Sonntag bedeutet letztlich: Erholen! Zum Frühstück schafft es so manch einer nicht mehr, so quickfiedel wie noch am Tag zuvor auszusehen, was dennoch niemanden davon abhält, sich um 11 Uhr zum Genießen des herrlichen Wetters auf der Sonnenterrasse einzufinden. Es folgt eine kurze „Manöverkritik“, Adressen werden getauscht, Treueschwüre ausgesprochen. Alles in Allem herrscht eine zufriedene Stimmung, und so steuern nacheinander alle glücklich und zu-frieden ihre Heimreise an.

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Zuletzt geändert am 06.02.2010 15:02